Kreuzweg in Kevelaer

Suche Frieden – ist der Leitgedanke für die Wallfahrtszeit 2018

Immer noch erleben wir in den verschiedenen Kulturen und auf jedem Kontinent

Kriege und gewalttätige Auseinandersetzungen mit all dem schrecklichen Leid,

das Menschen dadurch erleiden müssen.

Doch die Botschaft Jesu an die Menschheit ist ein Evangelium des Friedens.

Bei seiner Geburt verkündeten Engel den Frieden auf Erden;

Jesu Predigt vom Reich Gottes war eine Friedensbotschaft;

sein Leben, das seinen Höhepunkt im Tod am Kreuz fand, ein Dienst am und für den Frieden;

das erste Wort, das der Auferstandene an seine Jünger richtete, lautete: “Friede sei mit Euch!“

Mit diesem Gruß will Jesus jeden Menschen zu einem friedvollen Leben führen,

versöhnt mit sich selbst, mit den Menschen und mit Gott.

Der innere und äußere Friede, der durch Jesus in die Welt gekommen ist, ist

Gottes Geschenk an uns.

Als Pilger sind wir eingeladen, diesen Frieden zu suchen, uns von ihm ergreifen zu lassen und ihn weiter zu schenken.

(nach „Arbeitsgemeinschaft der Wallfahrtsrektoren im nordwestdeutschen Raum“)

Beten wir nun am Wallfahrtsort Kevelaer zunächst zu Maria, der Trösterin der Betrübten, um den Frieden:

Gebet:

Maria, du Königin des Friedens,

erflehe du uns von Gott den Frieden!

Und vor allem jene Gnaden,

die in einem Augenblick die menschlichen Herzen umwandeln können,

jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, schließen und sichern!

O Mutter der Barmherzigkeit,

bitte für uns und gib der streitenden Welt den Frieden, den die Völker ersehnen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit und in der Liebe Christi!

Gib ihr den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen.  (nach Papst Pius XII.)

Betend wollen wir nun den Weg, den Jesus ging, betrachten, den Weg des

Leidens, den Weg zum Kreuz. Doch wir wollen nicht Zuschauer bleiben, die

unbeteiligt am Rand stehen. Wir wollen den Weg Jesu nachgehen, im Wissen,

dass sich sein Kreuzweg auch heute ereignet:

im Leben so vieler Kreuzträger, die unter der Last ihres Lebens zusammen zu

brechen drohen, aber auch in unserem eigenen Leben.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rühr mich an, wenn ich den Kreuzweg heute gehe.

Öffne mir  das Herz, damit ich deine Liebe erkenne, mit der du die Menschen

geliebt hast bis zum Tod. Öffne mir die Augen für die Not der Menschen, in

denen du heute dein Kreuz trägst. Gib mir die Kraft, dir nachzugehen. Amen.

  1. Station: Jesus wird zum Tod verurteilt.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Jesus wird in der Nacht gefangen genommen, verhört und schließlich

von Pontius Pilatus zum Tod am Kreuz verurteilt.

Weshalb wird Jesus verurteilt? Jesus verkündet die Nähe des Reiches

Gottes, die endgültige Befreiung des Menschen.

Diese Befreiung bringt Leben, Gnade, Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.

2.L.:   Es gibt überall Durst nach Gerechtigkeit, Hunger nach Gleichheit und

Sehnsucht nach Geschwisterlichkeit. Und man versucht, die

gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen, pädagogischen und

religiösen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Gerechtigkeit für

die größtmögliche Zahl von Menschen verwirklicht wird. Aber die Gruppen,

die Besseres gewöhnt sind, versagen sich das Bessere nicht, um mit dem

Guten vorlieb zu nehmen, auch wenn damit den Schlechtsituierten

ermöglicht würde, unter erträglichen Bedingungen zu leben.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir uns zum Echo der Schreie der

Entrechteten nach Gerechtigkeit machen. Gib uns den Mut, Wortführer derer zu

sein, die keine Chance haben, ihre Gerechtigkeit zu suchen und ihre Rechte zu

fordern. Lass uns Verzicht lernen, damit wir den Armen die erforderliche Hilfe

geben können.

Heilige Maria, Mutter Jesu, Spiegel der Gerechtigkeit, die du Zeugin für die

Gerechtigkeit Jesu geworden bist, bitte für uns.

Lied: Str. von „O Jungfrau ohne Makel“

Du wollest dich erbarmen der ganzen Christenheit und sie mit starken Armen

beschützen jederzeit; die Obrigkeit regiere, dem Volk gib Sicherheit, mit Gnad

und Tugend ziere all, die dein Sohn befreit.

  1. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Nachdem das vernichtende Urteil gesprochen ist, wird Jesus den

Soldaten             zur Folterung übergeben. Nach den Folterungen muss Jesus

sein eigenes Hinrichtungsinstrument durch die Straßen tragen, vor die Tore

der Stadt. Er nimmt das Kreuz an. Er nimmt es freiwillig.

2.L.:   Es gibt Menschen, die sich in Reichtum und Machtprivilegien ohne soziale

Verantwortung  eingerichtet haben. Sie setzen ihre Macht nicht für die

gerechte Sache aller ein.

So müssen die Unterdrückten ihr Kreuz der Unfreiheit, der Armut, der

Erniedrigung selbst tragen.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir erkennen, wo Menschen unterdrückt werden. Gib uns den Mut, ungerechte Entscheidungen anzuprangern. Stärke

uns, damit wir den Menschen helfen, die unsere Unterstützung brauchen.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du starker Turm Davids, die du das Schwache

schützt, bitte für uns.

  1. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Geschwächt von seinem Blutverlust bei der Folter und vom Gewicht des

Kreuzes niedergedrückt, gerät Jesus ins Taumeln und fällt zu Boden. Doch

die Soldaten reißen ihn erbarmungslos hoch, damit er das Kreuz

weitertrage.

2.L.:   In den Kriegsgebieten sind die Menschen durch Hunger, Durst und

Krankheiten geschwächt und brechen zusammen. Doch, wenn sie

überleben wollen, müssen sie sich aufraffen in der Hoffnung, dass es

irgendwie weitergeht.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir angesichts der immer

wiederkehrenden Leidensbilder der anderen nicht gleichgültig werden.

Gib uns den Mut, uns für den Frieden, auch durch unser Gebet, einzusetzen. Bewahre uns davor zu verdrängen und zu vergessen

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Kelch des Geistes, die du aus dem Geist Gottes

heraus gelebt und gehandelt hast, bitte für uns.

Lied: Str. von „Christi Mutter“

Welch ein Schmerz der Auserkornen, da sie sah den Eingebornen, wie er mit

dem Tode rang. Angst und Jammer, Qual und Bangen, alles Leid hielt sie

umfangen, das nur je ein Herz durchdrang.

  1. Station: Jesus begegnet seiner betrübten Mutter.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Inmitten der lärmenden Menge entdeckt Jesus plötzlich die Gestalt seiner

geliebten Mutter. Die Blicke von Mutter und Sohn begegnen sich.

Maria, schweigend und ohnmächtig, nimmt Anteil mit ihrer Gegenwart und

ihren Tränen.

2.L.:   Zwischen Hoffen und Bangen leben heute Eltern, deren Kind vermisst wird.

Ihr Kind wurde entführt, missbraucht und ermordet. Sie hoffen, es wieder

zu finden. Für manche wird aber die Befürchtung zur traurigen Gewissheit:

Ihr Kind ist tot. Was bleibt ist Trauer, Trostlosigkeit, Leere und Wut.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir aufmerksam werden für die Not der

misshandelten Kinder unserer Zeit. Gib uns den Mut, uns einzumischen und nicht

wegzusehen. Schenke den Eltern Trost und Beistand, deren Kinder nicht

zurückkommen werden.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Mutter des guten Rates, die du die Verzweifelten

tröstest, bitte für uns.

  1. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Die Soldaten zwingen Simon von Zyrene, der gerade zufällig des Weges

kommt, Jesus beim Kreuz tragen zu helfen. Sein Handeln ist eine Geste

wirksamer Solidarität.

2.L.:   Viele Kranke tragen schwer an ihrem Leiden. Flüchtlinge leiden unter

Heimweh und der Sehnsucht nach ihren Angehörigen und der Sorge um

sie.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir die Nöte der Kranken erkennen und

durch unseren Beistand ihr Leid mittragen.

Gib uns den Mut, auf Flüchtlinge in unseren Orten zuzugehen und wenigstens

durch einen lieben Gruß ihnen Aufmerksamkeit und dadurch Trost zu schenken.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du liebenswürdige Mutter, die du liebevoll auf

Menschen deiner Nachbarschaft zugegangen bist, bitte für uns.

Lied: Str. von „Maria, dich lieben“

Du Frau aus dem Volke, von Gott ausersehn, dem Heiland auf Erden zur Seite

zu stehn, kennst Arbeit und Sorge ums tägliche Brot, die Mühsal des Lebens in

Armut und Not.

  1. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Veronika, eine treue und mutige Frau, drängt sich zwischen den Soldaten

hindurch und trocknet Jesu mit Schweiß und Blut verschmiertes Gesicht.

2.L.:   Wir begegnen Gott im Leben und im Angesicht der Erniedrigten, der

Gequälten und Unterdrückten. Nur wenn wir uns um sie kümmern,

trocknen wir Jesus das Gesicht, das sich auch heute noch dem liebenden

Mitleid der Menschen zeigt.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir Jesus im zerschundenen Gesicht

der Kriegs- und Terroropfer erkennen. Gib uns den Mut, uns um die an Leib und Seele Verletzten zu kümmern.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du elfenbeinerner Turm, die du die Würde eines

jeden Menschen achtest, bitte für uns.

  1. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Jesus ist kein Übermensch. Die Last des Kreuzes ist zu schwer. Jesus

bricht unter den Strapazen zusammen. Er stürzt ein zweites Mal in den

Dreck und  Staub der Erde.

2.L.:   Viele Jugendliche werden durch die Macht der Drogenbosse verführt. Sie

meinen ihr Leben angenehmer gestalten zu können, wenn sie sich der

Drogen bedienen. Aber das ist ein Trugschluss. Sie verfallen der Sucht und

schaffen es nicht, ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir merken, wo Jugendliche in Gefahr

sind und wo Dealer ihr schändliches Spiel mit ihnen treiben. Gib uns den Mut, die

Verführer beim Namen zu nennen und zu versuchen, die Jugendlichen zur

Umkehr zu bewegen. Gib uns Geduld, sie zu begleiten.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Heil der Kranken, die du Trost schenkst,

bitte für uns.

Lied: Str. von „Maria, dich lieben“

Du Mutter der Gnaden, o reich uns die Hand auf all unsern Wegen durchs

irdische Land. Hilf uns, deinen Kindern, in Not und Gefahr, mach allen, die

suchen, den Sohn offenbar.

  1. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Es folgt Jesus eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die

um ihn klagen und weinen. Jesus wendet sich zu ihnen um und sagt: Ihr

Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über euch und eure

Kinder!

2.L.:   Unsere Welt ist voll von betrübten Müttern, von Frauen, die in ihrer Würde

verletzt sind. Jährlich werden unzählig viele Frauen und Mädchen von

illegalen Schlepperbanden zum Zeck der sexuellen Ausbeutung in EU-Länder geschleust. In vielen EU-Ländern kann sich eine Frau nur dann an

ein Gericht wenden, wenn sie eine Aufenthaltserlaubnis besitzt.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, wenn wir solchen Frauen begegnen, dass wir

Wege zur Hilfe und Rettung suchen. Sei bei den Mädchen und Frauen, tröste sie

im Innersten und sieh sie an in deinem  Erbarmen.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du getreue Jungfrau, die du Gottes Treue an uns

Menschen weitergibst, bitte für uns.

  1. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Wenige Schritte vor dem Ziel, dem Kalvarienberg, ist Jesus wieder am

Ende seiner Kräfte angelangt. Er fällt zum dritten Mal mit dem Kreuz zu

Boden.

2.L.:   Schon mehrfach haben wir geglaubt, dass die Menschen in Syrien endlich

zum Frieden finden. Aber dann müssen sie wieder und wieder erleben,

dass Terror und Krieg weitergehen. Friedensverhandlungen, wenn es sie

dann andeutungsweise gibt, scheitern. Das syrische Volk bekommt keine

Möglichkeit, sein Leben in Frieden neu zu gestalten.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle die Machthaber auf, dass sie Hass und Machtstreben

für sich überwältigen. Gib uns den Mut, immer wieder für die Unterdrückten und

Flüchtlinge einzustehen und ihnen zu helfen. Lass uns für Menschen eine Stütze

sein, die in  ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Morgenstern, die du Licht für uns sein willst, bitte

für uns.

Lied: Str. von „Wunderschön prächtige“

Sonnenumglänzete, Sternenbekränzete, Leuchte und Trost auf der nächtlichen

Fahrt! Vor der verderblichen Makel der Sterblichen hat dich die Allmacht des

Vaters bewahrt. Selige Pforte warst du dem  Worte, als es vom Throne der

ewigen Macht Gnade und Rettung den Menschen gebracht.

  1. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Als das mühsame Schleppen des Kreuzes ein Ende hat, reißen die

Henker Jesus die Kleider vom Leib und teilen sie unter sich auf. Damit

wird er bloßgestellt, aller Würde gewaltsam entrissen.

2.L.:   Auch im Alltäglichen passiert es, dass Menschen bloßgestellt werden.

Wie häufig wird in unserer Zeit die Menschenwürde missachtet, die Würde

der Frau, die Würde ungeborener Kinder, die Würde von Kindern und

Jugendlichen, die Würde alternder Menschen.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir Unrecht erkennen, das

Schwächeren zugefügt wird. Lass uns sie schützen, wo immer wir Gelegenheit

haben. Hilf uns, für die Ehre anderer einzutreten, und gewähre du uns Schutz,

wenn wir schuldlos in Schande da stehen.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du mächtige Jungfrau, die du die Schwachen stärkst,

bitte für uns.

  1. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Nackt wird Jesus auf das am Boden liegende Kreuz gelegt. Die Henker

schlagen brutal Nägel durch seine Hände und Füße. Dann richten sie

das Kreuz auf. Und Jesus bittet den Vater um Vergebung für seine

Peiniger. Dann, als Jesus seine Mutter sieht und bei ihr den Jünger, den er

liebt, sagt er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Und zu dem

Jünger: Siehe, deine Mutter!

2.L.:   Es gibt so viele Angenagelte: die ans Bett Gefesselten, die auf

Intensivstationen mit Schläuchen und Maschinen Verbundenen, die

Vergewaltigten und die Gefolterten, die von Depressionen Gequälten.

Auch wir sind in mancher Beziehung angenagelt: im Beruf, an Menschen,

an Gesetze. Überall sind Hände gebunden, reißen sich wund an den

Fesseln. Gegen vieles können wir uns nicht wehren, und vor vielem

können wir nicht flüchten.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, wenn wir meinen, dass ein Todkranker aber

doch noch mit Hilfe von Apparaten weiterleben muss, weil wir nicht Abschied

nehmen können. Gib uns den Mut und die Kraft bei einem Sterbenden

auszuhalten und ihn den barmherzigen Händen des himmlischen Vaters

anzuvertrauen.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Pforte des Himmels, die du in Tod und Leben

unser Segen bist, bitte für uns.

Lied: Str. von „Segne du, Maria“

Segne du, Maria, unsre letzte Stund! Süße Trostesworte flüstre dann dein Mund!

Deine Hand, die linde, drück das Aug uns zu. Bleib in Tod und Leben unser

Segen du. Bleib in Tod und Leben unser Segen du.

  1. Station: Jesus stirbt am Kreuz.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Um die neunte Stunde schreit Jesus seine Verlassenheit heraus: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und sterbend spricht er voll Vertrauen: Es ist vollbracht. Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geist. Dann stirbt er.

2.L.:   Tausende sterben jedes Jahr unschuldig als Opfer von Krieg, Terror,

Gewalt und Hass. Viele sterben einsam, ihrem Schicksal überlassen.

Menschen, die sich für Notleidende einsetzen, die sich für ein friedliches

Miteinander engagieren, werden getötet durch hasserfüllte Menschen.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, dass wir nicht teilnahmslos und gleichgültig

diesen Taten gegenüberstehen. Rüttle uns auch auf, wenn wir in der Traurigkeit

um den Tod eines lieben Menschen versinken und die nicht wahrnehmen, die

uns nötig haben. Gib uns Kraft und Mut, damit wir Unschuldigen und Hilflosen

beistehen können.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Helferin der Christen, die du Halt und Sicherheit

gibst, bitte für uns.

  1. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter

gelegt.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Josef von Arimathäa nimmt den toten Jesus vom Kreuz ab, wickelt ihn in

ein Leinentuch und legt ihn in den Schoß seiner betrübten Mutter. Ein

letztes Mal hält Maria ihren Sohn im Arm.

2.L.:   Wie viele Eltern müssen den Tod ihres Kindes ertragen, Eltern von

Soldaten, von Ermordeten, von Kindern, die durch unheilbare Krankheiten

sterben. Oft können sie noch nicht einmal bewusst Abschied nehmen und

dem toten Kind Zeichen der Zuneigung und Liebe schenken.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf, damit wir das Leid der traurigen Eltern

erkennen und verstehen und wir uns um sie kümmern. Gib uns den Mut, auf sie

zuzugehen, auch wenn wir zunächst den Eindruck haben, dass sie sich gegen

jede menschliche Zuwendung sperren.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Trösterin der Betrübten, die du das Leid mit

deinem Sohn getragen hast, bitte für uns.

Lied: 2 Str. von „Maria, wir dich grüßen,

Voll Zuversicht wir bitten – O Maria, hilf! – durch das, was du gelitten: O Maria, hilf! Maria, hilf uns all in diesem Jammertal!

Durch Jesu Kreuz und Sterben – O Maria, hilf! – hilf Gnade uns erwerben! –

O Maria, hilf! Maria, hilf uns all in diesem Jammertal!

  1. Station: Jesus wird ins Grab gelegt.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:     Dafür danken wir dir.

1.L.:   Josef von Arimathäa legt den Leichnam Jesu in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden ist. Er wälzt einen Stein vor den Eingang des Grabes.

2.L.:   Jesus geht den Weg aller Menschen bis zum Ende, bis hinein in das Grab.

Was den Trauernden häufig bleibt ist das Gefühl großer Leere und Ratlosigkeit. Aber das Grab ist für die Zurückgebliebenen auch oft der letzte Ort, an dem sie die Nähe ihrer lieben Verstorbenen erfahren.

Wir denken in Stille besonders an diejenigen, die nicht einmal wissen,

wo ihre Angehörigen gestorben und begraben sind.

Gebet:

Herr Jesus Christus, rüttle uns auf und gib uns die Kraft, wenn wir das Gefühl haben, nicht zum Grab eines lieben Verstorbenen gehen zu können, dass wir

dort unserer Trauer und unserer liebevollen Erinnerung einen Raum geben.

Lass uns erfahren, welchen Frieden wir durch eine solche Nähe finden können.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Königin des Friedens, die du mit Jesus Frieden gelebt hast, bitte für uns.

  1. Station: Jesus ist auferstanden von den Toten.

1.L.:   Herr Jesus, du gehst den Weg der Menschen.

A.:    Dafür danken wir dir.

1.L.:   Der Engel sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht

Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er

gesagt hat.“ Mt 28,5-6

2.L.:   Es braucht gewisse Zeit bis es hell wird am dritten Tag, dem Ostermorgen,

und in den Herzen der Frauen und der Apostel. Die Auferstehung Jesu ist

nicht leicht zu begreifen. Auch wir können uns die Freude am neuen Leben

nicht einfach „einreden“, sie muss wachsen. Aber dort, wo sie zu wachsen

beginnt, wird sie unser Leben verändern, ja verwandeln. Weil Christus

auferstanden ist von den Toten, wird auch unser Leben durch den Tod

hindurch ins ewige Leben gewandelt.

Gebet:

Herr Jesus Christus, lass den Lichtstrahl des Ostermorgens in alles Dunkle

unserer Herzen hineinleuchten! Gib uns Mut, uns diesem Licht und dieser

Botschaft zu öffnen, damit aus allem Leid wieder Freude werde, aus aller

Niedergeschlagenheit ein neuer Aufbruch, aus allen Kreuzwegen unseres

Lebens Wege der Hoffnung! Schenke uns die Freude der Auferstehung heute

und alle Tage bis du unser Leben vollendest.

Heilige Maria, Mutter Jesu, du Mutter aller Menschen, bitte für uns jetzt und in

der Stunde unseres Todes. Amen.

Lied: 1.+2. Str. von „Maria, Maienkönigin“

  1. Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen. O segne ihn mit holdem Sinn

und uns zu deinen Füßen! Maria, dir befehlen wir, was grünt und blüht auf Erden.

O lass es eine Himmelzier in Gottes Garten werden!

  1. Behüte, auch, Maria rein, du Größte aller Frauen, das Gottesvolk, die Kinder

dein, im Glauben und Vertrauen. Dir, Mutter, sind wir anvertraut durch Jesu Wort im Leiden; zeig allen, die dein Sohn geschaut, den Trost der ewigen Freuden!

Segensgebet

Barmherziger Gott, du hast die vielen Völker durch gemeinsamen Ursprung

miteinander verbunden und willst, dass sie eine Menschheitsfamilie bilden.

Die Güter der Erde hast du für alle bereitgestellt.

Segne die leidenden Menschen auf der ganzen Welt.

Gib ihnen Kraft, ihre Situation zu meistern, und lass sie Hilfe von anderen

erfahren. – A.: Amen.

Segne alle Mächtigen der Kriegs- und Konfliktparteien und aller Involvierten,

dass sie Gerechtigkeit und Versöhnung wirken. – A.: Amen.

Segne alle Menschen, dass sie einander achten und lieben und dem Verlangen

ihrer Brüder und Schwestern nach Gerechtigkeit und Fortschritt

entgegenkommen. – A.: Amen.

Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, die auch unsere Mutter ist,

komme der Segen des allmächtigen Gottes,

des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

auf uns herab und bleibe bei uns allezeit. – A.: Amen.