Zeichen des Trostes – Lourdes begegnet Kevelaer

Reliquienschrein der Hl. Bernadette Soubirous in der Wallfahrtsstadt

— Lourdes-Infoflyer —

Viele Menschen erleben in Zeiten persönlicher Erkrankung und Schmerzen eine große Ohnmacht, die nicht selten mit Einsamkeit und einem Gefühl tiefer Verlorenheit einhergeht. In solchen Momenten tut es gut, Menschen an unserer Seite zu wissen, die uns nicht mit bloßen Sprüchen zu trösten versuchen, sondern jene, die uns das sichere Gefühl schenken, nicht alleine zu sein. Das sind Menschen, welche die Kraft haben, die Schmerzen und die oftmals unausgesprochenen Fragen und den Zweifel auszuhalten. Im Rückblick auf eine überwundene Erkrankung werden uns solche Hilfestellungen zu einer ungeahnten Kraft und Quelle für das Leben. Wir glauben als Christen an einen Gott, der sich in Jesus Christus als Mensch den Menschen entgegenneigt. ER fühlt deshalb unsere Lebenssituationen mit, weil er sie persönlich durchlebte, bis hinein in die Gottesfinsternis des Todes am Kreuz.

Unser Gott ist dabei keine abstrakte Idee, die noch so vernünftig erscheinen und irgendwie auch plausibel sein mag. Nein, unser Gott braucht eine Mutter und menschliche Wärme und Zuwendung, um auf diese Welt zu kommen. Im Leib einer Frau, die Ja sagt zum Leben, wächst er heran, wird geboren und teilt das Leben, die Liebe und das Leiden mit uns. Selbst der menschliche Tod ist ihm nicht fremd. Maria bleibt an der Seite Ihres Sohnes und nimmt seine testamentarischen Worte unter dem Kreuz ernst: „Siehe, dein Sohn…“. Die Menschen sind Ihre Geschwister und ihre Kinder zugleich. Ihre Sendung vom Herrn bedeutet, sich zu kümmern. So kann sie schließlich die Apostel und die Frauen ins Gebet führen, zur Vorbereitung auf den Empfang des Hl. Geistes, der die Kirche erst begründet.

Die Wallfahrtsorte dieser Welt schenken uns Menschen eine Ahnung, letztlich niemals ganz verloren zu sein, komme, was da wolle. Wir sind gehalten von einer Mutter, die auch ihr neugeborenes Kind und ihren toten Sohn im Arm gehalten hat. So wird Maria für uns alle zu einer Quelle der Ermutigung, Gleiches zu tun. In Lourdes hat die Gottesmutter durch ein 14jähriges Mädchen, Bernadette Soubirous, im Jahre 1858, also vor 160 Jahren , die Menschen auf den lebendigen Gott verwiesen, als die Quelle unseres Lebens, die uns Heil an Leib und Seele schenkt. Unzählige Menschen haben seither an dieser buchstäblichen Wasser-Quelle Gesundung erfahren von körperlichen und seelischen Gebrechen. Viele konnte ihre Erkrankung auch leichter ertragen, weil sie Gott an ihrer Seite wissen und hilfsbereite Menschen erlebten, die sie tragen. Dazu zählen besonders auch die vielen Frauen und Männer des internationalen Malteserordens.

Auch in heutiger Zeit sind Mitglieder des Malteserordens und seiner Werke häufig anzutreffen, wenn sich Menschen zu Wallfahrten an heilige Stätten aufmachen. So pilgern jährlich Hunderttausende aus aller Welt nach Lourdes, um Heilung und seelische Stärkung zu erfahren. Ehrenamtliche Helfer/innen der Malteser betreuen die Kranken in Lourdes rund um die Uhr, Ärzte sorgen für die fachliche Zuverlässigkeit, Priester für die geistliche Begleitung.

Reliquienschrein der Bernadette Soubirous in Kevelaer

In Lourdes wird ein Schrein mit Reliquien der Hl. Bernadette Soubirous verehrt. Er erinnert uns an die Offenheit einer jungen Frau für den Anruf Gottes. Durch ihr Ja-Wort, sich in den – nicht einfachen – Dienst nehmen zu lassen, wurde in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von Menschen Hilfe zu Teil. Es ist eindrucksvoll zu sehen und schenkt wahrlich Ermutigung, was ein einzelner Mensch durch sein Leben bewirken kann. Wir sprechen daher in der Katholischen Kirche bewusst auch von Heiligen.

Es kann uns deutsche Staatsbürger und Christen nachdenklich stimmen, dass Papst Pius XI. gerade im Jahre 1933 die Hl. Bernadette heiliggesprochen hat. Das ist eine Lebensbejahung inmitten der Todesschatten jener Zeit, ein Stern in finsterer Nacht.

Vom 6. bis 10. September 2018 dürfen wir im Wallfahrtsort Kevelaer diesem Reliquienschrein eine Heimat schenken. Unter dem Leitgedanken: „Zeichen des Trostes – Lourdes begegnet Kevelaer“ besteht die Möglichkeit des gemeinsamen Gebetes insbesondere für die Kranken an Leib und Seele und die vielen Menschen, die durch die Belastungen ihres Lebens gebrochen sind. Das Trostmotiv verbindet beide Marienheiligtümer miteinander.

In der Zeit vom 6. bis 10. September 2018 werden wir daher in unterschiedlichen Gottesdiensten, z. B.

  • stillen Anbetungen,
  • Predigten und Vorträgen,
  • Vigilfeiern,
  • Segnungen für die Kranken,
  • Lichterprozessionen und mehr

 

auf die Fürsprache der Hl. Bernadette Soubirous miteinander verbunden sein.

Am Fest Mariä Geburt (Samstag, 8. September 2018) und am Sonntag, 9. September 2018, haben wir die Ehre, den emeritierten Bischof von Lourdes, Msgr. Jaques Perrier, in Kevelaer zu begrüßen. Er wird auch den traditionellen päpstlichen Segen erteilen. Ich mache schon heute auf diese festlichen Tage aufmerksam und lade Euch und Sie alle herzlich zur Teilnahme ein. Weitere Informationen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Im Gebet verbunden grüße ich Sie und Euch alle.

Ihr

Domkapitular Gregor Kauling

Wallfahrtsrektor von Kevelaer