"Raum geben" lautet das Motto der Wallfahrtszeit 2026
Viele Wallfahrtsverantwortliche sind schon lange vor dem eigentlichen Wallfahrtstermin mit der inhaltlichen Vorbereitung beschäftigt. Wir stellen hier einige Impulse und Materialen zur Vorbereitung zu Verfügung. Sie können die Dokumente ganz einfach herunterladen. Die Materialsammlung wird in der nächsten Zeit ergänzt um Versionen in anderen Sprachen und um die Bezugsquelle der Arbeitshilfe 2026 aus dem Hause Butzon & Bercker.
Gedanken zum Wallfahrtsmotto
Seit einigen Jahren ist es spürbar geworden: „Es wird eng!“. Diese Redewendung hat unterschiedliche Bedeutung und Anwendung in unserem Sprachgebrauch. Immer aber geht es bei Enge darum, dass eine Situation auftritt, die uns vor Herausforderungen stellt. „Es wird eng!“ sagt jemand. Er meint damit, dass man in Schwierigkeiten gerät, wenn zum Beispiel eine knappe Deadline bevorsteht. Wenn eine unangenehme Situation droht – also, die Lage sich zuspitzt. Wenn man im Alltag unter Druck gerät oder die Zeit knapp wird, dann gilt das ebenso. „Es wird eng“, das kennen wir aus dem Straßenverkehr. In Zeiten der leeren Kassen merken wir das auch in unserem Sozialsystem, der Gesellschaft, der Weltwirtschaft und vielleicht auch in unserem eigenen Geldbeutel am Ende des Monats. Anderen ist es beim Dialog, unserem Miteinander und im politischen Leben längst zu eng geworden. Auch unser Klima sendet uns ähnliche Botschaften: „Das wird eng!“, wenn das mit der Wahrung der Schöpfung noch irgendwie gelingen soll.
Enge nimmt uns Raum. Aber da, wo Raum fehlt, bringt eine Erfahrung von Enge auch immer ein ganzes Bündel an weiteren Sorgen und Ängsten mit sich. Ja, die Zeiten, in denen wir leben, lassen den Eindruck von Enge durchaus zu. Vielleicht ist es genau deswegen gut und richtig, wenn die Weite im Wallfahrtsjahr 2026 im Mittelpunkt steht. Wer sich auf einen Pilgerweg macht, der gibt den Fragen, Sorgen, Nöten und Anliegen einen Raum. Dieser Raum wird zu dem Ort, an dem Hoffnung, Tröstung und Mut wieder möglich sind. Das gilt für unsere persönlichen Anliegen, aber auch in den Sorgen und Herausforderungen dieser Welt, unserer Zeit und auch der Kirche. Wenn Jesus im Evangelium sagt: „Kommt und seht!“ (Joh. 1,37), dann öffnet er uns den Raum für eine solche Erfahrung. Da ist dann wieder Platz für unsere Neugierde, unsere Fragen und Anfragen. Auf die Frage: „Wo wohnst du?“ antwortet er eben nicht mit einem Vortrag oder einer sachlichen Erklärung. Jesu Antwort ist die Einladung zu einer persönlichen Erfahrung. In der Bibel im Johannesevangelium geht es aber noch weiter: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen!“. Das bedeutet ja: Der Raum, den uns unser Gott öffnet, der bietet uns viele Möglichkeiten und lässt auch Platz für uns; in aller Unterschiedlichkeit. Da ist Raum für unsere Sehnsucht. Raum für unseren Dank. Es gibt Raum für unsere Sorgen und Anliegen. Raum für Neues und Altbewährtes.
Für das Wallfahrtsjahr 2026 freuen wir uns in Kevelaer auf alle Menschen, die zu uns kommen. Wir öffnen dazu gerne unsere Räume. Den Kapellenplatz mit der Gnadenkapelle. Das Fenster mit dem Blick auf das kleine Bild vom großen Trost. Wir öffnen Räume der Stille und des Gebetes. Wir freuen uns auf Räume der Begebung und der festlichen Gottesdienste. Auch die Musik wird uns im kommenden Jahr wieder viele Klangräume hier in Kevelaer öffnen.
Fühlen Sie sich alle eingeladen und willkommen auf dem Kapellenplatz. Vielleicht ist eine Wallfahrt oder der Besuch an diesem besonderen Ort genau der richtige Schritt, um den vielen Erfahrungen von Enge dieser Zeit zu begegnen.
Herzlich willkommen in Kevelaer!