Tagesthemen einer Fußwallfahrt
1. Tag: Tagesthema: «Ihr werdet meine Zeugen sein.» (Apg. 1,8)
Mein Glaubensbekenntnis
Heute betrachten wir den Vater, den Schöpfer, den Ausgangspunkt
und feiern den Heiligen Hippolit und Pontianus.
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Unser Wallfahrtsthema lehnt sich an das Thema an, welches in diesem Jahr von der Wallfahrtsleitung in Kevelaer als Jahresthema festgelegt wurde. Der Satz: Ihr werdet meine Zeugen sein stammt aus der Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8. Er ist auf dem ersten Blick sehr einfach zugänglich; dennoch fordert er uns auf, uns auf unseren Glauben zu besinnen, denn die Frage steht im Raum: Für wen gebe ich Zeugnis ab? Was prägt meinen Glauben?
Wer ist
der für mich,
für den ich Zeugnis ablege? Zeugnis geben hat einen Inhalt, dieser Inhalt kommt von jemandem, der dahinter steht. Wissen wir eigentlich, für wen wir Zeugnis abgeben, wem wir trauen, uns anvertrauen? Ganz konkret: An wen glauben wir?
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Kv: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
1. An Gott, den guten Vater: Aus seiner Hand die Welt
und auch die Menschen alle,
die Stern am Himmelszelt. Kv
2. An Jesus, Gottes Sohn: der kam in unsre Welt,
erlöst die Menschen alle,
für uns ans Kreuz gestellt. Kv
3. An Gott, den Heilgen Geist: der die zerrissne Welt
und auch uns Menschen alle
mit Gott zusammen hält. Kv
Da das Thema Zeuge sein sehr weit gefächert ist, wollen wir in den kommenden sechs Tagen das Tagesthema an Hand des Glaubensbekenntnisses, des Credos betrachten. Die großen Glaubenwahrheiten, die das Credo anspricht: Vater-Sohn-Heiliger Geist-Kirche-Jüngerschaft wollen wir in den kommenden sechs Tagen verinnerlichen, damit unser Zeugnis echt und getreu wird. Der Kehrvers drückt dies bereits aus. Es verweist ohne Umschweife auf GOTT, der die zentrale Mitte unseres Lebens sein soll: Er,
der das Fundament unseres Lebens darstellen soll. Gerade darum ist die Besinnung auf die Grundlagen unseres Glaubens so wichtig. Während der sechs Tage versuchen wir mit den vielen anderen Gebetsgruppen und unserem Priester Jean die Fundamente unseren Glaubens freizulegen, zu verstärken, damit sie den Stürmen des Alltags Stand halten und wir zu echten Zeugen für IHN werden.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
HIER BIN ICH, HERR – soll unser heutiger Leitsatz sein. Dieser Leitsatz soll uns zu den zentralen Fragen des Glaubens führen. Was ist Glauben? Wir suchen in unserer Skepsis ständig nach einem festen Fundament, einem Standpunkt, einem Standort, um nicht in Unruhe und Unsicherheit zu gelangen. Denn: Ohne zu wissen, wo ich stehe, ist die Gefahr groß, dass ich aus der Bahn geworfen werde. Glauben erlange ich nicht durch Wissen, nicht durch Frömmelei. Echter Glaube braucht nur wenig Kenntnis, wenn er aufrichtig und ehrlich ist. Wo ist der Ort, in dem ich verwurzelt bin? In der Wahl,
was ich glaube, entscheide ich innerhalb der riesigen Auswahl ganz alleine: Sind es Horoskope, die angegriffene Kirche, das einfache Laufen lassen unserer Zeit, der Papst, der Nächste? Nur eines dürfen wir nicht vergessen: Devenir CROYANT = tomber AMOUREUX. (Bischof Jousten)
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
HIER BIN ICH, HERR – und wir stellen uns die Fragen: Wer bin ich heute? Vergleichen wir mal: Was mache ich anders als früher, als die Senioren, als die Jugendlichen, als andere Männer und Frauen? (Pause) Glaube ich AN Gott, d.h. äußerlich? (Pause) Glaube ich IN Gott, d.h. er zieht mich in sich hinein? (Pause) Oder glaube ich GOTT, d.h. dir, meiner gemeinsamen Beziehung mit IHM?
Credo bedeutet: Ich gebe dir mein Herz. Zeuge sein für IHN bedeutet: In seinem Namen unterwegs sein. Ich gebe mein Leben, meine Existenz an diese Beziehung zu Gott. Ich ändere meinen Standpunkt entsprechend meiner Beziehung zu Gott.
Hier bin ich Herr! Und in betender Beziehung zu dir wollen wir unser Leben zum Zeugnis für IHN werden lassen.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
HIER BIN ICH, HERR – und wenn ich zu Gott hin glaube, gebe ich mein Herz in diese Beziehung hinein. Betrachten wir fünf Grundhaltungen, für die Bereitschaft zum Glauben.
1. der Wunsch, IHN zu suchen, denn ER ist auf der Suche nach uns.
2. die Stille, was nicht nur das Abschalten von allem Geräusch bedeutet, sondern positiv einen Raum schafft für SEINE Gegenwart in unserem Leben. Eine große Herausforderung für unsere sechs kommenden Tage.
3. die Großherzigkeit, d.h. eine Bereitschaft für Gott entwickeln, loslassen lernen, lassen und gelassen werden.
4. die Demut, d.h. nicht uns besser darstellen, als wir sind und die Böcke, die wir schießen, nicht verdecken. Wir brauchen und dürfen Gott nichts vormachen.
5. das Vertrauen in IHN, IHM zutrauen, dass ER uns führt. Stellen wir unsere Seelen auf Empfang, die Frequenz Gottes spricht zu uns im Gebet.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
HIER BIN ICH, HERR – und du stellst die alles entscheidende Frage: Ist unser Glaube der eines großen Flusses, der die Richtung vorgibt und in dem ich einfach mitschwimme, oder: Ist es MEIN Glaube? – Ich glaube und möchte Zeuge sein, aber: Wer bin ich, der das sagt? Welches ist meine Glaubensgeschichte? Als Zeuge für Christus lassen wir uns beschenken, denn Glauben kann man nicht machen.
Glaube ist Geschenk, Gnade. Glaube ist keine Vermutung, sondern wird zu einer Lebenshaltung zu Gott, der liebevoll und vertrauend ist.
Das Vertrauen in unseren Glauben führt zum Inhalt unseres Glaubens. Der Nährboden ist unsere Umgebung: unser Zuhause, unsere Freizeit oder der Arbeitsplatz, unsere Pilgerfamilie unterwegs nach Kevelaer. Der Glaube verwandelt unser Leben und verändert mich ganz persönlich.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
HIER BIN ICH, HERR – und wir glauben an den einen Gott, den dreifaltigen Vater, Sohn und Hl. Geist. Dieser Glaube, für den wir Zeugnis ablegen, richtet sich an eine Gemeinschaft der Liebe, die sich in drei Personen ausdrückt. Wir Christen bauen auf diese Liebesgemeinschaft des dreieinigen Gottes, weil er einen Liebesplan mit MIR und der WELT hat. Gott ist unser Herz, er ist
Vater, weil er Leben spendet und
Mutter, weil er barmherzig ist für die, die umkehren.
Gott ist kein allmächtiger, indem er unser Leben vorher plant. Er ist der dreifaltige
Vater und die machtvolle
Mutter der LIEBE. Gott lebt in seiner selbst gewählten OHNMACHT der Liebe - weil ER uns Menschen die Freiheit gegeben hat, für IHN Zeugnis zu geben oder auch nicht. Wir wollen JA sagen und IHM auf dem Weg der Heiligkeit folgen, so wie Maria und die vielen Heiligen.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
HIER BIN ICH, HERR – und nach so vielen Impulsen und Fragen wird mein Bild von dir klarer. DU bist der Schöpfer, der immer neu und permanent Schaffende. DU bleibst in meinem Leben anwesend und schneidest die Verbindung zu uns nie ab. Wir Menschen haben so einen Draht zu dir nach oben. Wenn wir sündigen tun wir etwas, ohne an dich, den Vater zu denken. DU bist die Mitte unseres Lebens. DIR gilt es, Zeugnis zu geben!
Und weil Gott sprudelnde Liebe ist, ist eines sicher: Nicht wir schaffen uns Gott, sondern er hat das erste und das letzte Wort. ER bringt für uns als seine Zeugen liebevolle Ordnung ins Chaos unseres Alltags. ER hat ordnende Kraft für diejenigen, die dich IHM öffnen. HIER BIN ICH, HERR. Was vom Himmel fällt, will auf der Erde wachsen. Mach mich offen, Herr.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
HIER BIN ICH, HERR – waren die Worte Marias, als der Engel sie über Gottes Plan ansprach. Maria ist etwas Besonderes und die Menschen haben es von Anfang an gespürt und ahnen es auch heute: bei Maria bin ich gut aufgehoben, was sie sagt und tut ist gut für mich. Sie ist Zeugin und verbindet mich mit dem dreieinigen GOTT der himmlischen Welt, dem auch wir Zeugnis ablegen. Maria ist auch unsere Schwester im Glauben. Mensch wie wir musste sie ringen um ihren Glauben und ihre persönliche Antwort geben auf Gottes Initiative. Ihr Ja, einmal gesprochen hat sie Tag für Tag wiederholt und vertieft. Maria hilft uns, unsererseits aus dem Glauben zu leben, reif und stark, demütig und froh; wie Maria und mit Maria.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Zum Abschluss der Meditation zum Tagesthema, beten wir abschließend das CREDO.
2. Tag: Tagesthema: «Ihr werdet meine Zeugen sein.» (Apg. 1,8)
Mein Glaubensbekenntnis: Heute betrachten wir
Jesus Christus, den Sohn, der verwurzelt ist mit dem Vater
und feiern den Heiligen Maximilian Kolbe.
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Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Kommen wir noch mal kurz auf unsere gestrige Meditation über GOTT den VATER zurück. Sehen wir inzwischen klarer, wo unsere Wurzeln sind, oder zumindest sein sollten? Darum stellen wir uns aufs Neue die Frage: Für wen bin ich Zeuge, gebe ich Zeugnis ab? Wo hat mich Gottes Ruf getroffen? Da ist nämlich unser Startpunkt, von da an geht’s weiter mit IHM. Und wenn wir den roten Faden mit Gott verloren haben, dann müssen wir zum Ursprung zurück – zur guten ersten Erfahrung mit dem Fundament unseres Glaubens, damit GOTT wieder zu meinem GOTT, JESUS zu meinem JESUS und der HEILIGE GEIST zu meinem HEILIGEN GEIST werden kann. Wir müssen loslassen, um uns von Jesus beschenken lassen zu können, denn: Neuer Wein gehört in neue Schläuche. (Mt 9, 14)
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
So ist unsere Wallfahrt Einladung zur Besinnung, zur Standortbestimmung und auch eine Hilfe vor Entscheidungen. Vielleicht ist es gut, einmal den heutigen Tag aus diesem Blickwinkel anzugehen und unser Leben in seine führende Hand zu legen? Der VATER, den wir gestern betrachtet haben, ist GEHEIMNIS, und dieses Geheimnis führt uns HEIM. Weil wir aber keinen Gott sehen können, ohne die Person Jesus kennen zu lernen, müssen wir auf den Mann aus Nazareth schauen. Jesus hat die schützende Schale um Gott weggenommen. Wir kommen nur zu Gott mit einer innigen Beziehung zu Jesus: sein Wort, seine Taten und seine Anwesenheit in der Eucharistie sind das Bild Gottes bis heute. So wie Jesus gelebt hat, ist Gott: Und dieser Jesus ist Teil der dreifaltig
einenden Liebe.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
CHRISTUS BEGEGNEN, DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT – soll unser heutiger Leitsatz sein - weil Jesus Christus in einer einzigartigen Art die Menschen- und Gottesbeziehung lebt. Wir bleiben ein Leben lang seine Schüler und lernen aus der Frohen Botschaft, dem Evangelium. Diese Frohe Botschaft erinnert uns mit jedem Satz daran, dass jeder von uns unendlich kostbar vor Gott ist. Wenn wir nicht auf Gott zugehen, kommt ER in Jesus auf uns zu, in Form der Mensch gewordenen LIEBE. Das ist mehr als Moral und Ethik. Jesu Liebe zu Gott dem Vater und uns Menschen setzt Kräfte frei, die eine tiefe Liebe unter uns Menschen ermöglicht, so, damit wir unter uns ein Herz und eine Seele werden. (Apg 4,32)
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
CHRISTUS BEGEGNEN, DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT – denn es heißt: Wer mich sieht, sieht Gott! (Joh. 12,45). Unsere eigene Persönlichkeit ist oft gespalten in weltlich und göttlich, in materiell oder spirituell. Jesus lädt uns ein, mit IHM zu gehen und zu versuchen, EINS zu werden. Lassen wir uns von Jesus führen, um als Tochter oder Sohn verwandelt zu werden. Aber wer führt die Menschen zu IHM? Wir sind angehalten, in diesen stürmischen Zeiten der Kirche Zeuge zu sein für IHN, nicht das negative anklagen, sondern die Frohe Botschaft mit Leben zu füllen, damit Jesu Wort auch 2010 noch gesprochen und gelebt wird.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
CHRISTUS BEGEGNEN, DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT – Im Credo beten wir über Jesus: empfangen und geboren – sowie: gelitten und gestorben. Damit ist das ganze Spektrum des Lebens zusammengefasst. Und Maria, die Mutter ist dabei, sie war empfangsbereit, schaffte das aber auch
nicht alleine. Ihr Faden nach oben hatte immer Bestand: ER sendet aus - wir müssen empfangen, wie bei Maria. Wir verstricken uns oft in Aktionismus,
statt empfangsbereit zu sein und Gott schaffen zu lassen. Maria ist diejenige, die erst reagiert, wenn Gott das Seine getan hat. In dieser Haltung ist sie für ihren Sohn Jesus ganz auf Gott gerichtet, auch wenn sie nicht versteht. ER begleitet sie, aber sie begleitet IHN auch sein Leben lang, in Leiden und Kreuz, im Warten auf die Auferstehung und im Pfingstsaal. Warten und Beten sowie Handeln und Beistehen. Das ist der marianische Auftrag Gottes an uns 190 Zeugen für IHN auf dem Weg nach Kevelaer.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
CHRISTUS BEGEGNEN, DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT – dies können wir immer wieder in der heiligen Messe. Sie verbindet das Wort und das Sakrament, so kommen Himmel und Erde zusammen. In jeder Eucharistiefeier sammelt sich die gesamte Heilsgeschichte des Ersten und des Neuen Testamentes. Die Messe ist daher durch nichts zu ersetzen. Wenn die Messe die Mitte unserer Wallfahrt, ja die Mitte unseres Lebens ist, dann brennen wir nicht aus! Beten wir in diesen Pilgertagen darum ganz besonders für Priesterberufungen, die uns das Geschehen im Abendmahlsaal immer wieder neu aktualisieren.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
CHRISTUS BEGEGNEN, DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT – Wollen wir IHM wirklich begegnen? Dem leidenden Christus, geschlagen, gekreuzigt, gestorben, begraben: Bei Jesus ist es genau wie bei uns Menschen: Wer nach unten rutscht, der kann kaum noch aufgehalten werden. Jesus antwortet mit seinem Tun auf die Frage aller Fragen der Menschen heute und aus allen Zeiten: Warum? – Warum konnte ER sich nicht selbst helfen? Weil Gott sich am Kreuz durch IHN ganz und gar aus Liebe ausziehen musste. Auch für Jesus blieb nichts, nur eines: der VATER und der GEIST gingen mit. Gott engagiert sich mit Haut und Haar, bis heute und für uns heute. Der Kreuzestod hilft uns Menschen, dass wir uns nicht festfahren, es ist der einzige Weg aus dem Dunkel ins Licht.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Wir müssen CHRISTUS BEGEGNEN, DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT – nur ER kann die Steine vor den Gräbern unseres Lebenswegs wegwälzen. Mit der Auferstehung setzt Gott neu an, die Vollendung des Lebens beginnt am Ostermorgen. Der morgige Sonntag ist auch nach 2000 Jahren immer noch der Einbruch der neuen Welt. Werden wir uns neu bewusst, wie sehr die Auferstehung alles Sichtbare der Wirklichkeit übersteigt. Die Auferstehung braucht Erklärungen, Jesus gibt sie immer wieder, angefangen hat ER in Emmaus. ER ist nicht zu fassen. Und dennoch ist die Auferstehung Grund und Fels unseres Glaubens. All das ist das Geheimnis der Liebe Gottes. Derjenige, der sich hingibt, bringt neues Leben hervor. Eine alte Weisheit und Wahrheit. Als Zeuge für IHN bringen wir den Durchbruch des Lebens in unsere Welt!
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
CHRISTUS BEGEGNEN, DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT bedeutet: Erleuchtung, Licht, Orientierung, Sinn, Halt, Freude, Vertrauen und Glauben haben. Wenn die Frohe Botschaft des Jesus von Nazareth im Menschen verwurzelt ist, dann lässt sie ihn leben und ausstrahlen. Die innere Kraft, die sich geschützt entwickeln kann, gibt dem äußeren Tun und Leben sein Fundament. Viele Menschen sehen das nicht ein und verlagern alles auf das Äußere und jagen unaufhörlich neuen Dingen und Erlebnissen nach. Dabei liegt das wahre Glück in uns selbst und der Weg "dorthin" ist nicht weit. Wenn unser Credo von Tod und Vollendung spricht, so rückt der Richter alles ins rechte Licht und
repariert auch die Beulen unseres Lebens in Christus aus. Er sieht vom Ursprung her, Er will seine Schöpfung in seiner Liebe bewahren. Darum hat der Tod für uns keinen Stachel mehr. Das Licht des Himmels hier auf Erden leuchten zu lassen, nimmt das vorweg, was wir nach der Auferstehung leben. Jesus richtet uns
auf und richtet uns
aus. Das ist der Auftrag an seine Zeugen.
Einen guten Tag voll des "inneren Lichtes" sei uns beschieden, in der Gewissheit, wem wir unser Zeugnis geschenkt haben.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Zum Abschluss der Meditation zum Tagesthema, beten wir abschließend das CREDO.
3. Tag: Tagesthema: «Ihr werdet meine Zeugen sein.» (Apg. 1,8)
Mein Glaubensbekenntnis
Heute betrachten wir Maria, die Trägerin des Heiligen Geistes
und feiern das Fest Aufnahme Mariens in den Himmel.
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Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Heute, an unserem Ankunftstag in Kevelaer möchten wir von unserem Wallfahrtsthema den Heiligen Geist in den Vordergrund rücken. Nach den Tagen des Nachdenkens über GOTT und seinen Sohn JESUS, betrachten wir heute am Festtag Maria Aufnahme in den Himmel MARIA, die Trägerin des HEILIGEN GEISTES, den ersten Tabernakel, das einfache Mädchen Myriam, die Gott mit JA geantwortet hat und Zeugnis ablegte für IHN.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM GEIST MIT MARIA EINEN RAUM GEBEN ist unser Leitsatz für heute. Dieser Heilige Geist hat dafür gesorgt, dass Maria diesem Gott ihr Leben verschrieben hat. Das ist eine ganze Lebenshaltung. Gott ist in sich nicht
einfältig, sondern
dreifaltig: Vater-Sohn-Heiliger Geist. Er ist schon in sich Dialog und Gemeinschaft. Er, der Gemeinschaft ist, bietet uns den Glauben als Geschenk an. Die Sprache, in der Gott sich an uns – wie an Maria – wendet, ist nur sehr selten ein lauter Sturm wie beim Pfingstfest. Diese Kraft, diese Energie kann wie bei Elija ein leises Verwehen sein oder ist wie bei Maria der Tipp des Engels, der sie wie ein AHA-Effekt überkommen hat. Einzige Bedingung ist: empfangsbereit sein!
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Ganz gleich wie es auch war: Der Heilige Geist ist eine Energie, die aussendet und etwas in Bewegung setzt. Das ist bei uns genauso möglich wie bei Elija oder Maria. Er kann all das beleben, was in unserem Leben tot ist, Er kann das verbinden, was in unserem Leben getrennt ist, Er kann das vergeben und versöhnen, was bei uns getrennt uns zerstritten ist. Der Heilige Geist wirkt da, wo Christen offen sind für die Taten Gottes. Wenn wir IHN gestalten lassen, können WIR selbst nur noch stauen.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM GEIST MIT MARIA EINEN RAUM GEBEN heißt: sich nicht dem Heiligen Geist versperren. ER rollt von Innen auf und keine Macht kann Ihn aufhalten. Das hat uns Pfingsten gezeigt. Nur eine Haltung ist für uns Gläubige die einzig wichtige und richtige: die Erwartung. Wer nichts mehr erwartet, versperrt sich dem Heiligen Geist. Dies ist die einzige wirkliche Sünde, die wir begehen können - zu sagen: Es gibt Ihn nicht, ich sperre alles aus, was Gott in meinem Leben lebendig werden lassen kann. Das heißt: Ich glaube nur noch an mich selbst. An meine Höhenflüge und an meine Tiefen, aus die ich alleine nicht mehr herauskomme. Der Geist ist aber der ganz andere: Er packt uns. Die Flammen als seine Zeichen lassen uns richtig reden. ER setzt in Bewegung.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM GEIST MIT MARIA EINEN RAUM GEBEN: Heute, am Fest Maria Himmelfahrt, steht die Mutter Gottes für uns wie eine Brücke hinein in unser Thema. Sie hat verstanden, was es heißt im schlichten und treuen Verweilen in Gottes Freundschaft, im Geheimnis seiner Liebe zu leben und Zeuge für IHN zu sein.
Lassen wir uns von ihr führen, an die Hand nehmen. Es ist August,
Erntezeit und damit verbunden die Einladung zum
Danken. Lassen wir uns mitnehmen auf einen Weg, der sich als gut erweist, wenn man ihn vertrauensvoll in der Liebe Gottes geht. Diese Liebe Gottes soll das Fundament und der Rahmen unseres Lebens sein.
Die Liebe hört niemals auf " so lesen wir im Korintherbrief. Die Liebe hört niemals auf" und sie ist unser einzig wirklicher Auftrag, unsere Berufung, unsere Grundlage. So beginnt der Himmel auf Erden, dort wo geliebt wird und wir Gott gestatten, durch uns hindurch zu lieben.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM GEIST MIT MARIA EINEN RAUM GEBEN: MARIA steht im Mittelpunkt des Geschehens, wenn wir den Heiligen Geist betrachten. Maria, die Mutter, die Gott so sehr vertraut, dass sie auch ungelöste Fragen aushält und eine ungewisse Zukunft vertrauensvoll angehen kann. Maria, die Frau des Glaubens! Heute lädt sie uns in der Messe ein, durch ihr Magnifikat Gott zu loben. Lob und Dank fällt uns im Alltag nicht so leicht, bitten und kritisieren, das kommt häufiger vor. Auch in der Beziehung zu Gott haben wir allerlei Wünsche an ihn, und auch manchmal Unzufriedenheit und Kritik. Heute könnten wir uns vornehmen, in Kevelaer am Gnadenbild eher mal zu loben und zu danken und vielleicht Zeit für eine stille Anbetung in einer der vielen Kirchen oder Kapellen zu finden, und dies dann auch im neuen Jahr nach Kevelaer öfter zu versuchen. Wir haben mehr Gründe zu danken, als wir denken - wir sollten nur mehr darauf achten. Auch das ist Pilgern: den Heiligen Geist wirken lassen, die Dinge mal anders sehen und das Positive herauslesen und es erwähnen.
Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter". Das lässt sich auch moderner und aktueller ausdrücken, versuchen wir es in einem Augenblick der
Stille. (Pause)
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM GEIST MIT MARIA EINEN RAUM GEBEN: Heute, am Sonntag, dem Tag des Herrn wird das in Kevelaer besonders deutlich. Maria ist immer präsent und verweist auf IHN, den wir heute Nachmittag in der Tischgemeinschaft, der heiligen Messe feiern. Wir Christen versammeln uns um das lebendige Brot und drücken diese Gemeinschaft aus im Miteinander in Christus. Das ist etwas Einmaliges: die
beiden Dimensionen Gott-Mensch werden
durch eine dritte Dimension aufgesprengt: die von
Mensch zu Mensch mit Gott und über Gott. Dafür können wir füreinander beten, dafür dürfen wir in jedem Nächsten vor, neben, hinter uns immer auch das Gesicht den guten Vaters im Himmel entdecken. Denn: jeder von uns trägt im Innersten seiner Seele ein Kämmerchen mit sich, in dem Gott wohnt. Wenn wir wissen, wem wir unseren Glauben geschenkt haben, aber keine Gemeinschaft mit den Menschen leben, tun wir nicht Gottes Willen.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Zum Abschluss der Meditation zum Tagesthema, beten wir abschließend das CREDO.
4. Tag: Tagesthema: «Ihr werdet meine Zeugen sein.» (Apg. 1,8)
Mein Glaubensbekenntnis
Heute betrachten wir die Gemeinschaft der Kirche
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Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Das Tagesthema am heutigen 5. Tag haben wir schon vor langer Zeit festgelegt. Jetzt im August nach den Stürmen, die über die Mutter Kirche hinweggefegt sind, fällt es nicht leicht, darüber eine Katechese zu bringen. Trotzdem wollen wir uns auch heute weder auf das CREDO besinnen und die Quellen der ersten Christen betrachten. Wir haben den Tag unter das Leitmotiv gestellt: DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT! Heute betrachten wir die Gemeinschaft der Kirche, die als Leib Christi die Gemeinschaft der Gläubigen ist. Es ist kein exklusiver Verein, sondern Trägerin der Liebe Gottes zu den Menschen durch die Zeit. Dafür gibt es Zeichen, die Sakramente, u.a. das Bußsakrament. Können wir uns als Zeugen vor der Größe der Liebe Gottes
zu uns und der Gemeinschaft der Gläubigen berühren lassen? Denn: Das eine geht nicht ohne das andere.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Die Kirche wird im Credo nach dem Heiligen Geist genannt. Wir beten: Ich glaube an die Kirche. Sie gehört zur Präsenz der Gläubigen, bis zur Wiederkunft und sie ist Gegenstand des Glaubens, weil Gott es so gewollt hat. DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT, hat Gott eine Gemeinschaft geschaffen, um seine Präsenz in der Welt zu bezeugen. Das bedeutet aber nicht, dass die Christen eine Gruppe der Besseren sind. Die menschliche Seite der Kirche lässt immer wieder den fehlenden Draht zu Gott, der die Liebe ist, erkennen. Zeugen für IHN legen Wert darauf, dass Gott die Mitte ist, dass Gott die Wurzel ist, die durch SEIN WORT und SEIN BROT vielerlei gute und fruchtbare Blüten tragen kann.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Die Kirche steht auf den Fundamenten der Dreifaltigkeit Vater-Sohn-Heiliger Geist, aber auch auf den der 12 Apostel, die Jesus selbst gerufen und gesandt hat. DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT muss die Kirche eine missionarische Kirche sein und bleiben. Unsere Türen müssen offen bleiben, damit die Menschen, die nicht glauben, auch dabei sein können. Die Apostel am Beginn und alle, die die Kirche in 2000 Jahren mit ihrer Frohen Botschaft getragen haben, laden uns ein, für unseren Glauben heute Zeugnis zu geben, in dieser Zeit, in dieser Welt. Sie ermutigen uns, den Glauben weiter zu geben an die junge Generation. Dieses Zeugnis ist eine bleibende und dauernde Aufgabe. Jemand sagte einmal sehr treffend:
Wir erfinden die Zeit und die Kirche nicht neu, wir stehen auf den Schultern unserer Vorfahren".
Dies gibt uns Mut und Vertrauen. Wir stehen nicht am Anfang - doch sehen wir auch unsere Verantwortung. Es gibt so viele, die ohne Geschichte nur im HEUTE leben wollen. Ihnen klar zu machen, dass wir aus den Wurzeln heraus das Heute und Morgen zu gestalten haben, ist keine leichte aber eine lohnenswerte Aufgabe.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Einst kam der Rabbi von Roptchitz am großen Sabbath vor dem Passahfest vom Gebetshaus mit erschöpften Schritten nach Hause. Was hat dich so müde gemacht?" fragte seine Frau. Es war die Predigt", antwortete er. Ich musste über die Armen sprechen, über ihre vielen Bedürfnisse für das kommende Passahfest. Ungesäuertes Brot und Wein und alles ist schrecklich teuer in diesem Jahr."
Und was hast du mit deiner Predigt erreicht?", fragte seine Frau.
Die Hälfte von dem, was nötig ist", antwortete er. Die Armen sind jetzt bereit zu empfangen. Aber was die andere Seite angeht, ob die Reichen bereit sind zu geben - das weiß ich noch nicht." (Erzählung der Chassidim)
Stehen wir nicht oft vor ähnlichen Situationen: Wir erkennen, was zu tun ist, haben aber selbst nicht die Kraft es zu tun und finden auch nicht unbedingt Ohren, die hören wollen und Hände, die anpacken. So geht es auch mit der Kirche und ihren Christengemeinden: Die Situation ist wie sie ist, die Not ist erkannt, doch wer wird anpacken? Oder sind es immer die gleichen Engagierten, die für alles gerade stehen müssen?
Auch hier gilt: DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT beginnt die eine Seite zu verstehen, wird die andere es auch begreifen und mitmachen? Und: wo stehen wir, gerade jetzt, wo die Kirche anfällig geworden ist?
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Viele Christinnen und Christen sind genauso erschrocken, wenn man Christentum praktiziert, wie wenn man es in Zweifel stellt". (Samuel Butler)
Das ist eigenartig, ja paradox: Christen sind aufgebracht, wenn man das Christsein echt praktiziert, genauso wie wenn man es in Frage stellt. Wir stehen zwischen den Fronten und Skepsis überwiegt in beiden Richtungen. Denken wir mal darüber nach: Was gefällt uns am christlichen Weg, an der Kirche? Und was stört uns? Wenn Kirche wirklich versucht, konsequent Kirche zu sein – wenn GOTT INS SPIEL KOMMT - wenn Christen versuchen, aus dem Evangelium zu leben, dann ecken sie an. Nicht nur bei Ungläubigen, sondern vielfach in den Reihen der eigenen Leute. Hatte Jesus nicht schon das Sprichwort gebraucht: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt"? (Lk 4,24) Und was haben die Leute aus Nazareth mit Jesus gemacht? Auch Johannes schreibt im Prolog seines Evangeliums: Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf". (Joh 1, 11)
Achten wir mal besser darauf, was wir unter gelebtes Christentum" verstehen!
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT müssen wir uns im Geist Jesu in den Alltag aufmachen. Wir sind die Kirche, der heilige Leib Christi. Es ist an uns, Sein Werben um uns anzunehmen. Dann drückt sich dieser Geist in uns aus als Leben, als Lebendigkeit, als neue Lebensqualität, als Neuheit des Menschen. Wenn Paulus schreibt: Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm. (Röm 8,9), dann meint er genau das: Mit Christus als Zeuge für IHN hinaus in die Welt ziehen, bringt Gemeinschaft. Wir sind nie alleine, und hier liegt der große Optimismus unseres Glaubens, unserer Kirche. Wir sind die um den Herrn versammelten.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT, muss auch die Kirche sich für den Kleinsten und Unbedeutendsten interessieren. Es ist die Aufgabe der Frohen Botschaft. Dieser Maßstab steht genau umgekehrt zu den Regeln der Welt, wo das Gesetz des Stärkeren gilt. Die Kirche muss die Menschen (1) zum Vertrauen an den Vater, (2) zum Glauben an Christus, (3) zur Offenheit im Heiligen Geist führen. Dafür ist Vertrauen nötig. Gerade in dieser Zeit müssen wir uns als Kirche, als Zeugen für IHN, für die Weggelaufenen interessieren und auf sie zugehen. Alle diejenigen, die von der Kirche enttäuscht sind, müssen wir Gottes Barmherzigkeit und Versöhnungsbereitschaft bezeugen. Das ist nicht einfach, aber hier ist der Brennpunkt für die Echtheit der Christengemeinde. Halten wir das aus? Bezeugen wir die Frohe Botschaft auch in den Stürmen unserer Zeit?
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DAMIT GOTT INS SPIEL KOMMT wird Jean jetzt mit uns das Sakrament der Versöhnung feiern. Es ist ein Sakrament der Kirche. Als Zeugen, erfüllt vom Geist Gottes mitten in der Welt, müssen wir auch mal raus. Dieses rausgehen aus uns selbst verursacht oftmals wunderbare Entdeckungen. Das raus aus dem Haus - rein in die Welt verursacht aber auch manchen Unfall, macht uns traurig. Bitten wir darum um den Heiligen Geist. Wer sich vom Geist Gottes leiten lässt, der wird nicht beim Jammern und Klagen stehen bleiben. Er wird darauf aus sein, die verborgenen Wege Gottes zu entdecken und mitzugehen, auch durch Wüsten. Gottes heilige Geistkraft öffnet den Horizont und weitet den Blick, macht Mut und gibt Hoffnung, bildet Gemeinschaft und schafft Versöhnung. Deshalb ist es so wichtig, um den Heiligen Geist zu bitten, zugleich aber auch die nötige Offenheit und Bereitschaft für ihn zu haben.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Zum Abschluss der Meditation zum Tagesthema, beten wir abschließend das CREDO.
5. Tag: Tagesthema: «Ihr werdet meine Zeugen sein.» (Apg. 1,8)
Mein Glaubensbekenntnis
Heute betrachten wir die Gemeinschaft der Kirche
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Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Heute, am sechsten und letzten Tag unserer Wallfahrt feiern wir den Einstieg in den Alltag. Und auch unser Thema Ihr werdet meine Zeugen sein, schließt mit einer Betrachtung, die das
Aussenden in sich trägt. Heute betrachten wir unseren Auftrag, als Gläubige Zeugnis in der Welt abzugeben. Dies soll nie gekünzelt oder kopiert sein. Wir brauchen wahrhaftige Zeugen, verwurzelt und mutig. Und wenn es nicht klappt: wieder aufstehen, sich auf Christus besinnen und neu in die Welt ziehen. DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN soll unser heutiger Leitsatz sein. Singen wir:
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN bedeutet: Natürlich sollen wir die Welt entdecken lernen, die große und die kleine Welt in der wir leben. Doch soll dabei die Reise nach innen nicht verloren gehen, denn genau IM Menschen - in jedem Menschen - liegt der verborgene Schatz allen Glücks. Wohl allen, die auf ihrem Lebensweg Menschen begegnen, die ihnen auf diese Entdeckungsreise die rechten Begleiter und Ermutiger sind: Eltern, Freunde, Lehrer, Erzieher, Seelsorger… Wer einmal auf die Spur, auf den Geschmack gekommen ist wird diesen Weg beharrlich ein Leben lang weiter gehen und auf wunderbare Erkenntnisse stoßen. Dies wird dann oft zum Ansporn, sie Anderen weiter zu geben und Zeuge zu werden.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN heißt auch: Die christlichen Zeugen, die Gemeinschaft der Gläubigen kennzeichnen sich durch ihr Gebet, durch ihr Gespräch mit dem himmlischen Vater aus. Manchmal sehen Menschen das Gebet eher als Zeitverlust. Gebet ist aber eine andere Form von Einsatz für die Liebe. Heute und in den kommenden Tagen und Wochen zu Hause wollen wir Pilger ganz besonders das Gebet pflegen, vertiefen, erneuern und ausstrahlen lassen.
So ist dieser letzte Tag unserer diesjährigen Wallfahrt eine einzige pilgernde Gebetsgemeinschaft mit der Bitte um das Kommen des Heiligen Geistes in uns selbst, der Kirche und der Welt zu beten. Vielleicht mit diesen oder ähnlichen Worten:
Herr, erwecke Deine Kirche und fange bei mir an. Mach lebendig unsere Gemeinde und fange bei mir an. Lass Frieden und Gotteserkenntnis überall auf Erden kommen und fange bei mir an. (J. Pohlen)
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Als Jesus nicht mehr sichtbar unter den Jüngern weilte, waren sie damals und die Kirche heute gut ausgerüstet für den Auftrag in der Welt. Sie haben das neue österliche Leben Christi empfangen, leben davon und können DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN. Jetzt braucht es noch einen Anstoß, damit alles in Bewegung gerät und beweglich bleibt. Dafür bleibt uns folgende Bitte:
Komm Heiliger Geist, ja kommt und bewege uns, damit wir in Freiheit und Mut auftreten als erneuerte Menschen und heilende Gemeinschaften. Komm, Heiliger Geist, denn ohne Dein Wirken bleiben wir stehen, erstarren wir und strahlen nichts aus. Komm, Heiliger Geist, mach aus uns begeisterte Zeugen der Liebe Gottes in dieser Welt und für diese Welt. (J. Pohlen)
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN heißt in der Liebe Gottes leben. Die Liebe führt zum ewigen Leben. Weil die Liebe keine Grenzen hat, hat das Leben auch keine Grenzen. Darum beten wir im Credo in der Gewissheit, dass wir auf das ewige Leben hin unterwegs sind. Die Ewigkeit ist die zur Entfaltung gekommene Blüte. Wir werden hinein geboren in die Fülle des Lebens. Wir leben dann außerhalb der Dimension Art, Raum und Zeit. Die Eucharistie, die wir heute Morgen gefeiert haben, ist Vorausbild des kommenden Lebens. So hängt alles zusammen, und in diesem dichten Netzwerk von Vater-Sohn-Heiliger Geist-Kirche und Jüngerschaft sind wir als Zeugen getragen. Das Wort der Frohen Botschaft möchte uns Richtschnur sein.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen". (Mt 18,20)
Wie oft beten und singen wir nicht diesen Vers aus dem Evangelium? Glauben wir auch, was wir da sagen? Wenn Jesus die Mitte ist, dann haben wir als Zeugen seine Schlüsselgewalt, zu binden und zu lösen, dann sind unsere Gemeinschaften SEINE Gemeinschaften und SEIN Wort ist unsere Lebensregel. Das zeigt sich dann an der geschwisterlichen Atmosphäre. Beim Start in den Alltag heute Abend möchten wir über unseren persönlichen Glauben nachdenken und auch über unser Kirche und Gemeindesein" - beides gehört zusammen, wenn Jesus die Mitte ist. Schreiben wir zu Hause an unserer eigenen Frohen Botschaft weiter. Unser eigenes Leben ist das 5. Evangelium:
DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN – setzen wir diesen Vorsatz für den Start in unseren Alltag heute Abend unter der himmlischen Schirmherrschaft von Maria und Josef. Beide haben Jesus in das Leben der Menschen hinein begleitet und in den Glauben eingeführt. Später dann haben sie von ihm gelernt, dem himmlischen Vater in allem zu vertrauen. Beide können uns helfen, als Christen zu wachsen, erwachsen zu werden und zu leben. Seien wir in der kommenden Zeit dankbar und nicht allzu fordernd. Danken wir für alle Hilfen, für unseren Glauben, für die Kirche, ganz gleich wie bruchstückhaft sie ist. Sie gibt uns Leitung und Stabilität in dieser stürmischen Zeit. Gehen wir vertrauensvoll und verantwortungsvoll in die Zukunft, wie Maria und Josef damals in ihrer kleinen Familie.
Wer sein Leben einsetzt, kennt keine Ausweglosigkeit , sagte Frère Roger Schutz aus Taizé. Sich ganz geben in allem was wir sind und haben ist mehr, als überall zu sein und scheinen zu wollen oder nur auf Leistung und Verdienst zu starren. Sich geben ist der Lohn in sich. So geben wir dem Evangelium unser Gesicht.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN bedeutet: Frucht bringen in Liebe . Darum geht es in unserem Leben und Zusammenleben als Christen. Die Wallfahrt möchte dieses neue Leben in uns entfalten. Haben wir zugelassen, uns zu öffnen und mitzuwirken. Das neue Jahr vor uns ist eine einmalige Chance uns zu entscheiden. Bitten wir Maria, die Mutter des Lebens, uns bei dieser Haltung zu unterstützen.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
In einem neueren geistlichen Lied ist folgender Text die Grundlage:
Wir setzen auf die Liebe,
wenn Sturm uns in die Knie zwingt und niemand mehr im Dunkeln singt.
Wir setzen auf die Liebe,
wenn Glut nicht kalte Kriege taut und niemand einem anderen traut.
Wir setzen auf die Liebe,
wenn Furcht allein das Tun regiert und niemand Kopf und herz riskiert.
Wir setzen auf die Liebe,
wenn nur das Hörensagen lenkt und niemand sich den Mund verbrennt.
Wir setzen auf die Liebe,
wenn Angst durch unsere Knochen kriecht und niemand mehr den Anfang übt.
Wir setzen auf die Liebe,
wenn Frieden sich auf Hassen reimt und Mitleid nur ein Fremdwort bleibt.
Wir setzen auf die Liebe. (Thomas Laubach)
Seien wir Zeugen für IHN, indem wir seiner Frohen Botschaft der Liebe zu Hause ein Gesicht geben.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
DEM EVANGELIUM DEIN GESICHT GEBEN heißt sich auf Gott stützen. Wir werden als Zeugen fester, stabiler und können, ähnlich wie auf einer Leiter, die Sprossen der Leiter zum Himmel auch im Alltag an der Hand Mariens nehmen. Das glauben wir als Zeugen und können so laut und deutlich sagen: Das glaube ich. AMEN.
Lied: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.
Zum Abschluss der Meditation zum Tagesthema, beten wir abschließend das CREDO.
(Quelle: Kevelaer-Bruderschaft Eupen und Umgebung/D. Havenith)