Feierlichkeiten beginnen traditionell mit einem Pilgerweg

Festliche Einführung von Gregor Kauling als Pfarrer von St. Marien und Rektor der Wallfahrt

Am Sonntag, 19. November, wird Gregor Kauling in sein neues Amt als Pfarrer der Kirchengemeinde St. Marien Kevelaer und Rektor der Wallfahrt eingeführt. Traditionell wird ein kurzer Pilgerweg am Anfang der Feierlichkeiten stehen. Pfarrer Kauling wird von der Hubertuskapelle in der Ortschaft Keylaer in Richtung Kapellenplatz laufen und an der St. Hubertus-Grundschule von den Grundschulkindern in Empfang genommen. Von dort aus geht es weiter zur Nachbarschaft „Kleine Null“ am Hagelkreuz an der Weezer Straße. Diese Nachbarschaft hat seit jeher die ehrenvolle Aufgabe, den neuen Pfarrer als erste Nachbarschaft der Gemeinde zu begrüßen. Dazu werden die Nachbarn die Straße festlich schmücken. Die Feier am Hagelkreuz beginnt um 14.30 Uhr.

Am Hagelkreuz treffen sich auch die Abordnungen der Kevelaerer Gilden, Bruderschaften, Vereine und Verbände, um den neuen Wallfahrtsrektor zu begrüßen. Auch die Kinder der Kindergärten St. Hubertus und St. Marien werden dort auf ihren künftigen Pastor warten.

Vom Kapellenplatz aus wird dann unter der Begleitung des Kevelaerer Musikvereins die festliche Prozession der Priester, Messdiener und der auswärtigen Bruderschaften am Hagelkreuz eintreffen. Alle gemeinsam begleiten dann Gregor Kauling auf seinem Weg zum Kapellenplatz. Der erste Gang des künftigen Pfarrers wird zur Gnadenkapelle führen, wo er eine Kerze zu Ehren der Gottesmutter entzünden wird.

Das Festhochamt zur Einführung beginnt um 15.00 Uhr in der Basilika. Der Definitor des Dekanates Goch, Pfarrer Berthold Engels, wird die Amtseinführung übernehmen. Die traditionelle Übergabe der Hirtenschaufel ist Aufgabe des stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands, Dr. Edmund Bercker. Die verschiedenen Ensembles der Basilikamusik werden den Festgottesdienst unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer feierlich gestalten.

Nach dem Amt werden die Fahnenschwenker der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften den neuen Pfarrer mit dem Fahnenschwenken auf dem Kapellenplatz ehren. Beim anschließenden Empfang im Petrus Canisius-Haus werden alle Gäste die Möglichkeit haben, Pfarrer Kauling persönlich zu begrüßen.

 

Wallfahrtstag für Paare im Rahmen des Jubiläumsjahres

Wallfahrtstag für Paare im Rahmen des Jubiläumsjahres

Segnungsgottesdienst und literarisch-musikalische Stunde in der Beichtkapelle

Die Kirchengemeinde St. Marien lädt im Rahmen des Jubiläums „375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt“ zu einem Wallfahrtstag für Paare am Dienstag, 3. Oktober, ein. Treffpunkt zu dieser ganz besonderen Wallfahrt am Tag der Deutschen Einheit ist um 11.30 Uhr der Brunnenhof zwischen Basilika und Beichtkapelle. Unter dem Leitgedanken „Zeit für die Liebe“ stehen der Wallfahrtstag und die Segensfeier, die um 12 Uhr in der Beichtkapelle beginnt. In diesem Segnungsgottesdienst darf für das gemeinsame Glück mit dem geliebten Menschen gedankt und Gott um seinen Segen für die weitere gemeinsame Zukunft gebeten werden. Da jedem einzelnen Paar der Segen Gottes zugesprochen wird, kann eine Paarsegnung wie eine Kraftquelle  für den weiteren gemeinsamen Lebensweg wirken. Die musikalische Gestaltung der Segensfeier hat der Familienchor der Basilikamusik unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer übernommen.

Wer mag, kann nach dem Gottesdienst mit anderen Paaren ins Gespräch kommen und die Feier bei einem Glas Sekt oder Saft im Garten des Priesterhauses nach- und ausklingen lassen. Anschließend ist ausreichend freie Zeit für ein gemeinsames Mittagessen in den Kevelaerer Restaurants oder für einen Spaziergang durch die Wallfahrtsstadt, bevor um 15 Uhr erneut die Beichtkapelle Treffpunkt zum Abschluss des Wallfahrtsstages ist.

„Grundton Liebe“ ist die literarisch-musikalische Stunde überschrieben. Der Schauspieler Sebastian Aperdannier liest Texte rund um das Thema Liebe, zwischen den Texten erklingt Orgelmusik, die man so auch nicht jeden Tag in einer Kirche hört. Die Feier endet mit einem kurzen Gebet und der Verabschiedung an der Gnadenkapelle.

Eine Anmeldung zum „Wallfahrtstag für Paare“ ist nicht erforderlich. Das Vorbereitungsteam der Gemeinde St. Marien freut sich auf alle Paare, die an einem (oder noch besser) an den beiden Angeboten des Wallfahrtstages teilnehmen möchten.

Handzettel

Salzburger Erzbischof feiert festliches Pontifikalamt in der Kevelaerer Marienbasilika

Salzburger Erzbischof feiert festliches Pontifikalamt in der Kevelaerer Marienbasilika

„Primas Germaniae“ besucht die Wallfahrtsstadt

 

Am Sonntag, 3. September, zelebriert der Erzbischof von Salzburg/Österreich, Franz Lackner, das festliche Pontifikalamt in der Kevelaerer Marienbasilika. Das Hochamt beginnt um 10 Uhr in der Pfarr- und Wallfahrtskirche am Kapellenplatz.

Franz Lackner, geboren 1956 in der Steiermark, absolvierte zunächst eine Elektrikerlehre und war als UNO-Soldat für ein halbes Jahr auf Zypern stationiert, bevor er nach einer fünfjährigen Ausbildung an einem humanistischen Abendgymnasium 1984 Novize des Franziskanerordens wurde. Die zeitliche Profess folgte bereits ein Jahr später, die ewige Profess im Jahr 1989. Im Juni 1991 empfing Lackner die Priesterweihe. Es folgten der Magister der Theologie und das Philosophie-Studium an der Päpstlichen Universität des Franziskanerordens in Rom.

Im Jahr 1999 wurde Franz Lackner zum Provinzial der österreichischen Franziskanerprovinz gewählt und übernahm eine Professur für Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Heiligenkreuz. Am 23. Oktober 2002 erfolgte die Ernennung zum Weihbischof der Diözese Graz-Seckau. Das Salzburger Domkapitel wählte ihn schließlich im Herbst 2013 zum Nachfolger Alois Kothgassers als Erzbischof, die feierliche Amtsübergabe fand am 12. Januar 2014 im Salzburger Dom statt.

Erzbischof Lackner ist der Metropolit der Kirchenprovinz Salzburg. Ihm steht sowohl der Ehrentitel „Legatus natus“ (geborener Legat) als ständiger Botschafter des Heiligen Stuhls als auch der des „Primas Germaniae“ (Primas von Deutschland) zu. Seit März 2015 ist Erzbischof Lackner stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz.

Das Festhochamt in Kevelaer wird von Chor und Orchester der Basilikamusik unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer feierlich gestaltet. Es erklingt die Missa in B-Dur, KV 275, von W. A. Mozart.

Münchener Weihbischof erteilt den Päpstlichen Segen zur äußeren Feier von Mariä Himmelfahrt

Münchener Weihbischof erteilt den Päpstlichen Segen zur äußeren Feier von Mariä Himmelfahrt

Gläubige sind zum Einzelsegen eingeladen

Am Hochfest „Mariä Himmelfahrt“ wird das Patronatsfest der Kevelaerer Pfarr- und Wallfahrtskirche in der Marienstadt gefeiert. Das Festhochamt beginnt am Dienstag, 15. August, um 10.00 Uhr in der Marienbasilika. Hauptzelebrant und Prediger wird der Rektor der Kevelaer-Wallfahrt, Weihbischof Rolf Lohmann, sein. Im Anschluss an das Festamt und auch nach der Festandacht, die am Nachmittag um 15.00 Uhr in der Basilika beginnt, besteht für alle Gläubigen die Möglichkeit, den Einzelsegen zu empfangen.

Zur äußeren Feier des Patroziniums am Sonntag, 20. August, kommt Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg aus der Erzdiözese München und Freising in die Marienstadt. Das Pontifikalamt mit Predigt beginnt um 10.00 Uhr in der Basilika und wird von Chor und Orchester der Basilikamusik festlich gestaltet. Unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer erklingt die Festmesse in F-Dur von Robert Führer. Nach dem Festamt erteilt der Weihbischof von den Stufen vor dem Hauptportal der Basilika aus den Päpstlichen Segen. Auch am Tag der äußeren Feier von „Mariä Himmelfahrt“ wird nach der Festandacht, die um 15.00 Uhr in der Basilika beginnt, der Einzelsegen erteilt.

Das Festkonzert zum Patrozinium der Basilika gestaltet Basilikaorganist Elmar Lehnen am Sonntag, 20. August, ab 16.30 Uhr in der Basilika.

 

Nicht „die“ – WIR Interreligiöse Friedenswallfahrt 2017

 

Dieses beeindruckende Rad, eine Stahlskulptur mit Namen „Engel der Kulturen“, geschaffen von den Künstlern Carmen Dietrich und Gregor Merten, wird im 375. Jahr der Wallfahrt in Kevelaer mit allen Friedenspilgern auf dem Weg sein.

 

Das Rad des Friedens bewegen, Hand anlegen, es ins Rollen bringen. Nicht das Trennende thematisieren, sondern das Gemeinsame, das Verbindende betonen. Das wird sichtbar werden mit dieser Skulptur und durch das Miteinander der Religionen bei dieser dritten interreligiösen Friedenswallfahrt in Kevelaer.

 

In der ganzen Welt ist dieses Performance-Kunstobjekt seit 2008 unterwegs. Abraham-Karawane nennt sich diese Reise. Am Sonntag, den 27.August 2017 soll in Kevelaer vom Marienpark aus, ab 17.00 Uhr, wieder etwas Ähnliches starten. Die Karawane der Friedenspilger der drei abrahamitischen Religionen: Juden, Christen und Muslime. 2015 vom verstorbenen Friedensaktivisten Dr. Rupert Neudeck mitinitiiert – in Erinnerung an Martin Luther King, der an jenem 27. August 1963, anlässlich des Marsches auf Washington von 250.000 Menschen, die für Arbeit und Freiheit unterwegs waren, sein historisches „I have a dream“ sprach.

„Hier von Kevelaer aus, dem Ort der Perspektive für die „Afflicti“, die Geschlagenen und Geschundenen unserer Zeit“, so betont es der Rektor der Wallfahrt, Weihbischof Rolf Lohmann, „ist es allen drei Religionen von Beginn an ein Anliegen gewesen, sich klar zu positionieren gegen immer mehr Waffen oder andere Gewalt, gegen Terror -ob politisch von links oder rechts, oder im Namen der Religionen. Wir bitten unseren Schöpfergott bei dieser Friedenswallfahrt, dass er uns immer mehr zu wirklichen, authentischen Werkzeugen seiner Ehrfurcht vor dem Leben, seines Gewaltverzichts, seiner Dialogbereitschaft, Gerechtigkeit und damit seines Friedens macht. Mit dieser Intention wollen wir unseren gemeinsamen Friedenspilgerweg 2017 gehen. Froh, engagiert betend, singend und musizierend. Als Rektor der Wallfahrt lade ich alle Menschen guten Willens zu diesem besonderen Miteinander in Kevelaer herzlich ein!“

Flyer Interreligiöse Friedenswallfahrt 2017

Gregor Kauling wird neuer Wallfahrtsrektor in Kevelaer

Pfarrer aus Dinslaken wird Nachfolger von Rolf Lohmann

Kevelaer/Dinslaken (pbm/cb). Dechant Gregor Kauling, derzeit Pfarrer in St. Vincentius

Dinslaken, wird Pfarrer und Wallfahrtsrektor im niederrheinischen Marienwallfahrtsort

Kevelaer. Der 53-jährige Kauling wird damit Nachfolger von Rolf Lohmann, der am 8. Juli

zum Bischof geweiht wurde und als Weihbischof für den Niederrhein zuständig sein wird.

Dechant Kauling wurde am 3. Juni 1964 in Haltern am See geboren. Nach dem Abitur schloss

er zunächst ein ingenieurwissenschaftliches Studium der Stadtplanung an der RWTH Aachen

ab. Zum Priester geweiht wurde Kauling 1999, zunächst war er dann eingesetzt in der Pfarrei

St. Jakobus und St. Ludgerus in Ennigerloh, St. Mauritius (Enniger) und St. Margaretha (Ostenfelde).

Noch im gleichen Jahr arbeitete er mit im Leitungsteam an der Internationalen

Akademie für Evangelisation der Gemeinschaft Emmanuel in Altötting.

Im Jahr 2000 wurde Kauling Kaplan in Ahaus, St. Mariä Himmelfahrt, im folgenden Jahr

Kaplan in St. Laurentius und St. Marien in der Seelsorgeeinheit Warendorf. 2003 wurde er

Pfarrverwalter in St. Marien und Kooperator in St. Laurentius. Nach Dinslaken wechselte

Kauling 2009 als Pfarrer in die Pfarrei Heilig Geist; 2011 wurde er von Bischof Dr. Felix

Genn zum Dechanten im Dekanat Dinslaken bestellt. Im gleichen Jahr wurde er zusätzlich

Pfarrer in Dinslaken St. Vincentius und ist seit 2012 Pfarrer der fusionierten Pfarrei St. Vincentius

Dinslaken.

Die Übernahme der neuen Aufgabe als Wallfahrtsrektor in Kevelaer ist noch für das laufende

Jahr geplant, der Termin wird voraussichtlich Mitte November sein.

Pressedienst Bistum Münster 13.07.17

 

Dechant Gregor Kauling, derzeit Pfarrer in Dinslaken, wird neuer Wallfahrtsrektor in Kevelaer.

(Archivfoto: Bischöfliche Pressestelle / Martin Büttner)

 

375. Jubiläum sind 375 Jahre Verbundenheit zwischen Kevelaer und Luxemburg

„Nie vergessen wir die Tage, welche wir auf der Heide am Niederrhein bei der ‘Trösterin der Betrübten’ verbracht haben“

 

Von Marc Jeck, Luxemburg

«Ohne Luxemburg ist Kevelaer nicht zu denken», sagt der Rektor der Wallfahrt in Kevelaer, Domkapitular Rolf Lohmann. Seit 1642 wird eine Ikone der Luxemburger Stadt- und Landespatronin im niederrheinischen Kevelaer verehrt[1]. Der 375. Jahrestag der Einsetzung des Kevelaerer Gnadenbildes symbolisiert somit ein gutes Stück marianische Vernetzung zwischen der Europastadt Luxemburg und dem „Europa des Glaubens“ Kevelaer.

Bereits 1895 zeichnet Michel Engels die ‘Trösterin der Betrübten’ vor die Skyline der Städte Luxemburg und Kevelaer[2]. 1920 würdigt der Ehrendomherr der Kathedrale Michael Faltz die « innigen Bande des Tochterbildes mit dem Mutterbilde »[3]. In seiner Dissertation über die Kevelaerer Wallfahrtsgesänge aus dem 17. und 18. Jahrhundert hat Rainer Killich 1992 der « engen Freundschaft zwischen Kevelaer und Luxemburg » ein Kapitel gewidmet[4]. Nicolas Wirtz spricht anlässlich des 350. Jubiläums der Kevelaer-Wallfahrt von der « marianischen Verwandtschaft » zwischen Luxemburg und Kevelaer[5].

Erst das Aufkommen der Eisenbahn erleichtert den gegenseitigen « Wallfahrtsverkehr ». Nicht umsonst befindet sich wohl gerade im Luxemburger Bahnhofsviertel ein Fassaden-Relief mit der Darstellung der «N(otre)-D(ame) de Kevelaer»[6].

 

Der erste gewichtige Austausch zwischen Kevelaer und Luxemburg geschah anlässlich des 200. Jubiläums der Erwählung der Consolatrix Afflictorum zur Stadtpatronin Luxemburgs. Am 21. April 1866 schrieb der Kevelaerer Rektor Joseph an Ackeren an den apostolischen Vikar und späteren (ersten) Bischof von Luxemburg Nikolaus Adames « einen längeren  Brief », wo die Intention bekundet wird, eine Delegation aus dem niederrheinischen Wallfahrtsort nach Luxemburg zu schicken und « als geringes Zeichen der Verehrung und Teilnahme eine in Silber gravierte Kopie des Tochterbildes der Mutter zu Füßen zu legen »[7]. Der preußisch-österreichische Krieg hinderte jedoch die Kevelaerer daran, den Jubiläumsfeierlichkeiten beizuwohnen. Somit mußte das 16 x 12 cm große Weihegeschenk mit der Post versandt werden. Noch heute ziert diese Silberplatte mit dem Gnadenbild von Kevelaer alljährlich den Votivaltar während der « Muttergottesoktav », nicht zu Füßen der Mater Filiae sondern hoch über dem Gnadenbild hängend.

 

«Kevelaria Luxemburgo»

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: 300 Pilger aus Kevelaer reisen im Kontext der Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt des Jahres 1891 – die öffentliche Zeigung der Tuchreliquie von 1891 ist übrigens vom damaligen Luxemburger Bischof Jean J. Koppes initiiert worden[8] – ins benachbarte Luxemburg zur «Mutter der Tochter». «Als die Kevelaerer Pilgerschar am Luxemburger Bahnhof in einer numerischen Stärke von etwa 100 Personen eintraf, staunten die Wallfahrer nicht schlecht, als sie dort vom kompletten Klerus des Domes und einer stattlichen Anzahl Luxemburger erwartet und schließlich in einer feierlichen Prozession in den Dom geführt wurden»[9]. Die Kevelaerer hatten eine 33 Pfund schwere Kerze dabei mit der Inschrift «Kevelaria Luxemburgo, filia matri, anno 1891, sept. 30»[10].

 

Der Gegenbesuch der Luxemburger erfolgte im August 1892 – pünktlich zum 250. Jubiläum der Kevelaerer Wallfahrt. Und auch die mit der Eisenbahn angereisten Luxemburger – 200 Laien und 70 Geistliche – hatten ein Geschenk für die Filia matri: Die Wallfahrer «zogen betend hin zur Gnadenkapelle, wo der Bischof (Koppes) eine Votivkerze opferte und der Mutter Jesu ein sinniges Geschenk darbrachte. Es bestand aus zwei Rosenzweigen in stark vergoldetem Silber und trug auf weißem Email die Aufschrift: ‘Mater Ex Lvcilibvrgo Filiae In Kevelaer Gratvlans Ista Donavit’.» Für das kostbare Exvoto, das zuvor in einem Luxemburger Juweliergeschäft ausgestellt worden war[11], ist das Email nach den Grundsätzen der Rheinischen Schule ausgeführt worden[12]. Dieses Weihegeschenk ziert bis auf den heutigen Tag das Gnadenbild in Kevelaer.

 

«Nie vergessen wir die Tage, welche wir auf der Heide am Niederrhein bei der Trösterin der Betrübten verbracht haben »[13], so lautet das Fazit der Pilgerfahrt im August 1892, die sowohl in Luxemburg als auch in Kevelaer in den Medien einen gebührenden Niederschlag gefunden hatte.

Der Pilgerzug von 1892 ist nicht nur für die gemeinsame Wallfahrtsgeschichte von großer Bedeutung. Der Besuch in Kevelaer hat die Luxemburger auch in die Bilderwelt des Künstlers Friedrich Stummel (1850-1919) entführt. Drei Jahre später wird der Kunstmaler aus Kevelaer mit der Ausschmückung des Altarraumes der Kathedrale U.L.F. von Luxemburg beauftragt. In der ikonografischen Deklinaison der Hochzeit von Kana hat sich Friedrich Stummel als Schriftgelehrter im Porträt verewigt. Mit dem Lehrmeister des Luxemburger Malers Nicolas Brücher hält ein gutes Stück Kevelaer für immer Einzug in die Heimstätte der ‘Trösterin der Betrübten’.

Wenn der Erste Weltkrieg den «Kevelaer-Luxemburg-Express» etwas abbremste, so gab es immer wieder Pilger aus Luxemburg, die nach Kevelaer kamen bzw. Pilger vom Tochterbild, die an den Luxemburger Gnadenort reisten. Eine gewichtige Begegnung, die in der Sekundarliteratur kaum beachtet wurde, war der Besuch des Bischofs Peter Nommesch im September 1922 in Kevelaer. Zehntausende Pilger brachten dem Luxemburger Oberhirten nach der Lichterprozession vor dem Priesterhaus am Kapellenplatz eine ergreifende Ovation dar[14]. Als Vikar an der Kathedrale weilte Peter Nommesch öfters in Kevelaer, hatte der Geistliche doch «tätigen Anteil» an den Stummelschen Ausmalungen im Liebfrauendom.

«Den Zugang zur Empore ist beim Hochamt ausschließlich den Sängern aus Kevelaer vorbehalten»

 

Im Jahre 1933 (Christus-Jahr; Heilig-Rock-Wallfahrt Trier) pilgerten 500 Kevelaerer im Rahmen einer Pfarrwallfahrt nach Luxemburg[15]. Eine Luxemburger Delegation weilte erneut in Kevelaer im Kontext des gewichtigen Pax Christi-Kongreßes des Jahres 1948, der unter dem Vorsitz des Bischofs von Lourdes ein Stück deutsch-französische Versöhnungsgeschichte schrieb. Drei Jahre später bildeten 150 Pilger aus Kevelaer eine zahlenmässig starke Gruppe in der Schlussprozession der «Muttergottesoktav»: es war die erste Teilnahme der Kevelaerer in der «Oktav» nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weitere Höhepunkte waren die 300-Jahrfeier der Erwählung der Gottesmutter zur Stadtpatronin Luxemburgs (1966) sowie das 350. Jubiläum der Kevelaer-Wallfahrt (1992). Am 14. Mai 1966 pilgerten 700 Kevelaerer zum Mutterbild und hatten im Gepäck eine Votivkerze mit dem Schriftzug „Matrem Jubilantem Filia Peregrinans salutat“ (Die pilgernde Tochter grüßt die jubilierende Mutter) und eine in Gold gefasste Elfenbeinplatte, auf der das Bild der Trösterin der Betrübten in Gold aufgelegt ist[16]. Der Kevelaerer Basilika-Chor und Orchester gestalteten das Festhochamt in der 1963 konsekrierten Kathedrale von Luxemburg mit u.a. Joseph Haydns Theresienmesse. Bereits 1933 hatte eine große Sängerschar vom Niederrhein auf der Empore der ehemaligen Jesuitenkirche Platz genommen: «Den Zugang zur Empore ist beim Hochamt ausschließlich den Sängern aus Kevelaer vorbehalten, denen der verfügbare Raum nicht einmal genügen wird»[17].

Der Besuch von 300 Kevelaerer am 10. Mai 2014 anlässlich des „Kevelaerer Tages“ in der Stadt Luxemburg reiht sich die Reihe der denkwürdigen Gegenbesuche ein, die seit 1891 in unregelmässigen Zeitintervallen die Freundschaft zwischen den beiden Marienwallfahrtsstätten immer wieder neu beflügelt haben. Die Basilikamusik, der Männerchor und der Musikverein feierten ein Fest der Freude und gestalteten die „Nacht der Kathedralen“ in Luxemburg. Als Dank wurde die gewichtige Delegation aus Kevelaer von der Stadt Luxemburg in den unterirdischen Bock-Kasematten, der Wiege der Stadt Luxemburg, empfangen während auf dem „Place d’Armes“ der Verkehrsverein aus Kevelaer die Werbetrommel mit Infomaterial – und einem Pilgertropfen – rührte.

Jahr für Jahr sind die Pilger aus Kevelaer ein fester Bestandteil der Oktavfeierlichkeiten. Mit ihren goldenen Medaillen mit dem Abbild der „Trösterin der Betrübten“ sind sie authentische Zeugen für eine gelebte Marienfrömmigkeit und gern gesehene Gäste in der ehemaligen Festungsstadt. Seit Jahren wird die Gruppe durch das engagierte Ehepaar Koppers aus Kevelaer nach Luxemburg und Echternach geführt.

Im Zugehen auf das 375. Jubiläum wurde im Jahr 2014 auf Initiative des Historikers Marc Jeck eine Straße im Europaviertel der Hauptstadt des Großherzogtums nach dem niederrheinischen Gnadenort benannt.

Auf eine besondere Ikone der Kevelaer-Luxemburg-Beziehungen sollte zum Schluss hingewiesen werden: das «Kevelaer-Evangeliar» aus dem Hause Polders, das 1991 der Kathedrale von Luxemburg geschenkt wurde. «Viele Stifter haben aus großer Dankbarkeit, Freude und Ehre für die Kevelaerer Himmelskönigin, der Tochter der Mutter von Luxemburg, dieses Evangeliar fertigen lassen, mit vielen Überlegungen des Pastors Richard Schulte-Staade», schreibt der Goldschmied Wilhelm Polders aus Kevelaer[18]. Anlässlich des 100. Jahrestages der ersten Wallfahrt der Kevelaerer kam das Evangeliar nach Luxemburg. Im Rahmen des «Kevelerer Tages» in Luxemburg am 10. Mai 2014 präsentierte der emeritierte Wallfahrtsrektor Richard Schulte Staade einem breiteren Publikum das prachtvolle Stück.

Und so wird am 3. Juni 2017 ein Stück weit an der Kevelaer-Luxemburg-Geschichte weitergeschrieben, wenn eine Delegation von rund 75 Pilger aus Luxemburg an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilnimmt.

[1] Ein Kupferstich der Luxemburger Madonna, die heute in der dortigen Kathedrale zur Verehrung einlädt, wurde während des Dreißigjährigen Kriegs von Soldaten an den Niederrhein gebracht. Der Pfarrer von Geldern setzte es schließlich am 1. Juni 1642 in den vom Kaufmann Hendrik Busmann in der Kevelaerer Heide errichteten Bildstock ein. Seitdem wird Luxemburg als die „Mutter“ der „Tochter“ Kevelaer bezeichnet.

[2] Siehe Titelseite in HELD Louis: Maria, die Mutter Jesu, die Trösterin der Betrübten in ihrem Gnadenbild zu Luxemburg und Kevelaer. Luxemburg 1895.

[3] FALTZ Michael: Heimstätte U.L. Frau von Luxemburg. Luxemburg 1948 (3. Auflage). Seiten 14-18.

[4] KILLICH Rainer: Adrian Poirters ‘Het Pilgrimken van Kevelaer’. Rekonstruktion historischer Kevelaerer Wallfahrtsgesänge aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Münster 2001, Seiten 28-31.

[5] WIRTZ Nicolas: Luxemburg und Kevelaer ‘marianisch verwandt’. In : Consolatrix afflictorum. Das Marienbild zu Kevelaer. Kevelaer 1992, Seite 275.

[6] Die Herkunft und der Auftraggeber des Gnadenbildes von Kevelaer in der rue de Strasbourg im Luxemburger Bahnhofsviertel konnten u.W. bis dato nicht festgestellt werden.

[7] FALTZ Michael. Luxemburg. (Anm. 10).

[8]Die Trierer Kirche hatte gerade den Hauptstoß des Bismarckschen Kulturkampfes hinter sich, als sich der Luxemburger Bischof öffentlich auf dem Katholikentag 1887 in Trier für eine « andächtige Verehrung » des Heiligen Rockes aussprach und somit seinen Freund, den Trierer Bischof Dr. Felix Korum, zur Wiederausstellung der Tunica Domini ermutigte. An der Wallfahrt 1891 beteiligten sich rund 30.000 Luxemburger, die zum ersten Mal das Bahnnetz für das Wallfahren benutzten.

[9] KILLICH Rainer. Münster. (Anm. 11).

[10] Luxemburger Wort vom 30. September 1891, Seite 2.

[11] Luxemburger Wort vom 11. August 1892, Seite 2.

[12] « Im Gegensatz zur französischen Schule (Limoges) wählt die rheinische hellere, dem Auge wohltuendere Farben ».

[13] FALTZ Michael. Luxemburg. (Anm. 10)

[14] Luxemburger Wort vom 9. September 1922, Seite 3.

[15] KILLICH Rainer. Münster. (Anm.11).

[16] KILLICH Rainer. Münster. (Anm. 11).

[17] Luxemburger Wort vom 20. Mai 1933, Seite 3.

[18] Brief vom 10. März 2014 von Wilhelm Polders an den Autor.

Pilgerportal wird mit symbolischen Hammerschlägen geöffnet

Pilgerportal wird mit symbolischen Hammerschlägen geöffnet

Kurienkardinal Marc Ouellet eröffnet die Kevelaerer Wallfahrtszeit im Jubiläumsjahr 2017

 

Mit drei symbolischen Hammerschlägen und den in drei Sprachen Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten „Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser“ öffnet der Kardinalpräfekt der römischen Kongregation für die Bischöfe, Marc Kardinal Ouellet, am Montag, 1. Mai, unmittelbar vor dem um 10 Uhr beginnenden Pontifikalamt das Pilgerportal der Kevelaerer Marienbasilika. Gemeinsam mit Kardinal Ouellet wird der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, zur Eröffnung der Wallfahrtszeit in die Marienstadt kommen.

Kardinal Ouellet eröffnet mit den symbolischen Hammerschlägen eine ganz besondere Wallfahrtszeit, denn in der Marienstadt wird in diesem Jahr das Jubiläum „375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt 1642-2017“ gefeiert. Am Hauptfesttag des Wallfahrtsjubiläums am Samstag, 3. Juni, wird das Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ in der sogenannten „Marientracht“ durch die Straßen der Wallfahrtsstadt getragen.

Marc Ouellet, 1944 in La Motte/Kanada geboren, studierte Philosophie und Pädagogik sowie Katholische Theologie in Montrael. Am 25. Mai 1968 empfing er das Sakrament der Priesterweihe. Nach zwei Jahren in der Gemeindeseelsorge und einer Sprachausbildung in Spanisch lehrte er von 1970 bis 1971 Philosophie in Bogotá/Kolumbien. 1972 trat Ouellet der Ordensgemeinschaft der Sulpizianer bei. Verschiedene Lehrtätigkeiten und Leitungsaufgaben führten ihn in den Folgejahren unter anderem nach Manizales/Kolumbien, Montreal, Rom, Passau, Cali/Kolumbien und Edmonton/Kanada. Ab 1996 lehrte Ouellet an der römischen Lateranuniversität, an der er 1997 zum Titularprofessor ernannt wurde. Am 3. März 2001 spendete Papst Johannes Paul II. ihm im Petersdom die Bischofsweihe, ein Jahr später folgte die Ernennung zum Erzbischof von Québec. Am 21. Oktober 2003 nahm Papst Johannes Paul II. ihn in das Kardinalskollegium uf. Papst Benedikt XVI. berief Kardinal Ouellet am 30. Juni 2010 zum Kardinalpräfekten der Kongregation für die Bischöfe und zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika. Papst Franziskus bestätigte Ouellet im Zuge seiner ersten Neuordnung der Kurie als Kardinalpräfekt der Bischofskongregation.

Nach der Öffnung des Pilgerportals wird in der großen Wallfahrtskirche das festliche Pontifikalamt gefeiert. Chor und Orchester der Marienbasilika werden die Eucharistiefeier unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer mit W. A. Mozarts „Krönungsmesse“ musikalisch feierlich gestalten.

Im Anschluss an das Pontifikalamt wird der Rektor der Kevelaer-Wallfahrt, Domkapitular Rolf Lohmann, die Pilger im Forum Pax Christi begrüßen. Der erste Tag der Kevelaerer Wallfahrtszeit ist alljährlich auch der Pilgertag von zahlreichen Kolpingfamilien aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Im Rahmen des folgenden Wortgottesdienstes wird Kardinal Oellet die Predigt zur Wallfahrtseröffnung halten.

Am Nachmittag des 1. Mai wird um 15 Uhr die erste Pilgerandacht der neuen Wallfahrtszeit in der Basilika gefeiert. Zum feierlichen Abschluss des ersten Wallfahrtstags im Jubiläumsjahr 2017 beginnt um 16.30 Uhr ein Orgelkonzert in der Marienbasilika. Es spielt der langjährige Basilika-Organist Prof. Wolfgang Seifen, Berlin.

Auch in der Wallfahrtszeit 2017 wird es in Kevelaer täglich vier feste, von der Wallfahrtsleitung gestaltete Gottesdienste für alle Pilgergruppen geben: das feierliche Pilgeramt mit Predigt um 10 Uhr in der Basilika, die Pilgermesse um 11.30 Uhr in der Kerzenkapelle, die Pilger-andacht mit Predigt um 15 Uhr in der Basilika sowie das Marienlob um 18 Uhr in der Kerzenkapelle.

Pilgergruppen können nach Absprache mit der Wallfahrtsleitung auch künftig außerhalb dieser festen Zeiten eigene Gottesdienste in einer der Kevelaerer Kirchen feiern.

Mysterienspiel “Mensch! Maria!” wird im Kevelaerer Jubiläumsjahr welturaufgeführt

Mysterienspiel “Mensch! Maria!” wird im Kevelaerer Jubiläumsjahr welturaufgeführt 

Die größte Geschichte der Menschheit auf dem Kapellenplatz

 

Seit etwas über einem Jahr laufen die Überlegungen und Planungen zu einem besonderen Highlight innerhalb der Festwoche „375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt 1642-2017“: Ein Mysterienspiel entsteht zum Wallfahrtsjubiläum. Die Idee wurde von Basilikaorganist Elmar Lehnen und dem Theologen Dr. Bastian Rütten entwickelt. Die Tradition des Mysterienspieles kennt man seit dem Altertum. Es handelt sich dabei um eine dramaturgisch-musikalische Darstellung von Glaubensinhalten. Das klingt den „Machern“ aber zu antiquiert. Bei „Mensch! Maria! – Ein Mysterienspiel zu einem ganz normal-besonderen Menschen“, so der Titel des Spiels, soll es darum gehen, die Geschichte Gottes mit Maria ins Heute zu holen.

So erzählt dieses Mysterienspiel in verschiedenen Akten aus dem Leben Mariens. „Ganz bewusst haben wir den Untertitel gewählt“, so Elmar Lehnen. Gerade das mache die Person Maria so besonders, so ansprechend, so wertvoll. So spielen etwa auch ihre Lebensfragen in dem fast zweistündigen Stück eine zentrale Rolle. Basilikaorganist Elmar Lehnen, der die Musik komponiert, vertonte dazu eine Arie mit dem Titel „Was sind die wichtigen Fragen?“. Dieses musikalische Thema taucht innerhalb des Mysterienspieles immer wieder auf.

Der gesamte Kapellenplatz wird bei den Aufführungen von „Mensch! Maria!“ zu einer Bühne. Der Zuschauer wird von der ersten Minute an auf eine Reise durch die Lebensstationen Mariens mitgenommen. Von der Geburt Mariens, der Verkündigung durch den Engel Gabriel, über den Besuch bei Elisabeth. Auch der pubertierende Jesus stellt seine Mutter auf die Probe. Ein Sohn der –auch wenn er Gotteskind ist- ganz anders denkt und handelt, als seine Mutter sich das wünschte. Weitere Stationen sind die Wallfahrt nach Jerusalem und die Hochzeit zu Kana, aber auch der Kreuzweg und Tod ihres Sohnes Jesus.

Während des gesamten Stückes wechseln sich unterschiedlichste stilistische Formen ab. Das ganze Mysterienspiel wird von Anfang bis Ende musikalisch untermalt. Elmar Lehnen komponiert dazu seit Monaten eine Musik, die eindrucksvoll auf die jeweiligen Szenen eingeht und die jeweiligen Stimmungen aufnimmt, verstärkt und ausdrückt. Neben viele Arien wird es auch Tänze und große Massenszenen mit zahlreichen Mitwirkenden und Statisten aus der Kevelaerer Bürgerschaft geben. So etwa bei der Wallfahrt nach Jerusalem.

Die Person der Gottesmutter Maria ist natürlich auf ganz besondere Weise mit dem Ort Kevelaer verbunden. „Trotzdem erkennt man auch hier die kirchliche Umbruchssituation“, so der Theologe Bastian Rütten. Mit „Mensch Maria“ soll ein Versuch gemacht werden, wie die kirchliche Verkündigung der Frohen Botschaft auf neue und andere Weise geschehen kann. Die Geschichte ist die größte Geschichte der Menschheit. Die Musik erinnert (ganz bewusst) manchmal an Filmmusik.

Bis die Uraufführung über die Bühne gehen wird, gibt es für die Kevelaerer Kreativen noch viel zu tun. Textpassagen müssen abgestimmt werden, Partituren ausgeschrieben und gedruckt werden, Drehbücher werden überarbeitet und Szenen werden einstudiert. Auch die technische Umsetzung der Beschallung und Bestuhlung des Kapellenplatzes beschäftigt ein ganzes Team. Erste musikalische Proben haben bereits stattgefunden und ließen erahnen, welch ein besonderes Ereignis im nächsten Jahr in Kevelaer stattfinden wird.

 

Aufführungen

Im Rahmen der Festwoche „375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt 1642-2017“ wird es zwei Aufführungen von „Mensch! Maria!“ geben. Am 10. und 11. Juni 2017 wird sich der Kapellenplatz jeweils ab 20 Uhr zu einem Festspielplatz verwandeln. Einlass ist an beiden Tagen um 19 Uhr.

www.menschmaria.de

Eintrittskarten

Karten für die Uraufführungen gibt es ab dem ersten Adventswochenende, 26. November 2016, an der Pforte des Priesterhauses am Kapellenplatz und – ab dem 28. November – auch im Kevelaer Marketing im Rathaus, Peter-Plümpe-Platz. Die Karten kosten – je nach Tribünenkategorie – zwischen 29,- und 49,- Euro. Auf der sogenannten „VIP-Tribüne“ steht ein begrenztes Kontingent an besonderen Eintrittskarten in Verbindung mit einem attraktiven Rahmenprogramm zur Verfügung. Informationen dazu und Kartenbestellungen sind auch telefonisch oder online möglich: beim Kevelaer-Marketing unter der Rufnummer 02832-122-152, E-Mail: kevelaer.marketing@stadt-kevelaer.de; beim Priesterhaus unter der Rufnummer 02832-93380, E-Mail: info@wallfahrt-kevelaer.de).

 

Das sagen die Verantwortlichen zu „Mensch! Maria!

„Ein multiprofessionelles und hochengagiertes Team bereitet dieses Projekt vor, das  volle Fahrt aufgenommen hat“. (Elmar Lehnen)

„Das wird etwas ganz Besonderes“. (Bastian Rütten)

„Die existenziellen Fragen und Sorgen der Menschen waren auch die Fragen und Sorgen Mariens. Das macht es spannend und überraschend aktuell“. (Domkapitular Rolf Lohmann)

„Die Geschichte Gottes mit Maria ist zwar uralt, aber auch urjung. Sie ist eine Geschichte von Suchen und Fragen, Hoffen und Bangen, Tasten und Finden“. (Bastian Rütten)

„Im Leben Marias riecht es oftmals mehr nach Erde, als nach Himmel. Maria war ein normaler Mensch von nebenan“. (Bastian Rütten)

„Diese Aufführungen sollen keine Einmaligkeit behalten, denn das Mysterienspiel soll im Abstand von einigen Jahren regelmäßig aufgeführt werden. Dazu soll und muss das Drehbuch fortgeschrieben werden. Es ist – genau wie die Geschichte Gottes mit den Menschen – nie fertig“. (Domkapitular Rolf Lohmann)

 

Autoren und Ausführende

Bastian Rütten

Text: Sebastian Rütten

Musik: Elmar Lehnen

Solisten: Annette Gutjahr (Mezzosopran – Maria); Wiltrud de Vries (Sopran); Bernhard Scheffel (Tenor); Alan Parkes (Bass)

Chor KALOBRHI, Nettetal; Theaterchor Niederrhein

Rheinisches Oratorienorchester

Sprecher: Dirk Tecklenborg

Musikalische Gesamtleitung: Elmar Lehnen

Regie und Produktionsleitung: Peter van Aar

 

Heiliger Geist im Schattendasein der Christen

Heiliger Geist im Schattendasein der Christen

Pfr. Karl Sendker hält die diesjährigen Fastenpredigten in der Basilika

Die diesjährigen Fastenpredigten in St. Marien Kevelaer hält Pfarrer Karl Sendker, langjähriger Pfarrer von St. Amandus Herongen und seit 2008 im Seelsorgeteam der Pfarr- und Wallfahrtsgemeinde. Die Predigtreihe steht unter dem Rahmenthema „Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes“.

Ein Leben ohne die Kraft des elektrischen Stroms ist heute in der Gesellschaft und auch im Leben des Einzelnen praktisch undenkbar. „Genauso können wir als einzelne Christen und als Kirche unseren Glauben nur leben aus der Kraft des Heiligen Geistes, ohne den Heiligen Geist läuft in der Kirche nichts“, erklärt Pfarrer Sendker. Neben Gott, dem Vater, und Jesus Christus, dem menschgewordenen Gottessohn, führe der Heilige Geist jedoch im Bewusstsein der Christen gleichsam ein Schattendasein, so der Prediger weiter. „Man weiß über ihn kaum etwas, ganz zu schweigen davon, dass wir seine Kraft in unserem Leben wirkmächtig erfahren“. Die Fastenpredigten dieses Jahres sollen helfen, diese Lücke ein wenig zu schließen. Im Einzelnen sind folgende Predigten geplant:

Mittwoch, 8. März 2017                    „Ihr werdet Kraft empfangen“

Mittwoch, 15. März 2017                  „Der Geist ruft in uns: Abba, lieber Vater“

Mittwoch, 22. März 2017                  „Wie ein Feuer …“

Mittwoch, 29. März 2017                  „Der Geist macht lebendig“

Die Predigten beginnen jeweils um 20.00 Uhr in der Basilika.

Download Flyer: Fastenpredigt 2017-Flyer