Arbeitshilfen für Pilgerleiter

Der Leitgedanke der Wallfahrtszeit 2016 lautet:

„SELIG DIE BARMHERZIGEN“ (MT 5,7)
„ZALIG DE BARMHARTIGEN“

Liebe Pilgerinnen und Pilger,

wer auf dem Hügel Eremos in Galiläa steht und seinen Blich über die Landschaft schweifen lässt, der wird sich der überwältigenden Schönheit dieses Gebietes nicht entziehen können. Da sind die Gipfel der Golanhöhen, da sind die kleine Städtchen und Dörfer, da ist vor allen Dingen der See Genesareth, den die Araber „das Auge Gottes“ nennen. Auf diese Anhöhe verlegt der Evangelist Matthäus die Bergpredigt Jesu, die gleichsam das Programm seines Wirkens ins Wort bringt und mit den Seligpreisungen beginnt. Wie einst Gott von der Höhe des Sinai seinem Volk das Gesetz gegeben hat, so wird auch dem neuen Volk Gottes, der Gemeinde Jesu, vom Berg herab das Gesetz gegeben.

Doch um welches Gesetz geht es hier? – Es geht um das Gesetz der Liebe, einer Liebe die Menschen dazu befähigt, ganz für andere da zu sein, weil sie selbst nichts haben, weil sie leiden und nach Gerechtigkeit hungern, weil sie friedfertig sind, trauern und verfolgt werden, weil sie auf nichts anderes ihre Hoffnung setzen als auf Gott allein und auf seine Barmherzigkeit.

Papst Franziskus hat für das Jahr 2016 ein außerordentliches heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Die Liebe Gottes zu uns Menschen zeigt sich in seiner Barmherzigkeit, ja mehr noch, für Papst Franziskus ist der Name Gottes „Barmherzigkeit“.

Unsere Wallfahrtsstätten im nordwestendeutschen Raum sind in ihren unterschiedlichen geistlichen Akzentuierungen Orte die Pilgern die Begegnung mit Gottes Barmherzigkeit ermöglichen und Menschen einladen, selber barmherzig zu sein. Daher haben die Wallfahrtsrektoren für die Wallfahrten 2016 als Jahresthema die Seligpreisung gewählt:

„Selig die Barmherzigen!“ (Mt 5,7)

Wir alle sind eingeladen, uns auf den Weg der Nachfolge Jesu zu begeben, uns beschenken zu lassen von Gottes Liebe und unsere Welt durch „Werke der Barmherzigkeit“ zu verändern. Und wenn wir selbst arm sind vor Gott, trauernd, friedfertig, barmherzig und verfolgt, dann gilt auch uns Jesu Verheißung: „Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein!“.

Arbeitsgemeinschaft der Wallfahrtsrektoren
im nordwestdeutschen Raum

Die Seelsorger an St. Marien freuen sich auf Sie. Herzlich willkommen in Kevelaer!

Ihr Rolf Lohmann
Domkapitular, Rektor der Wallfahrt

„Freu dich, Maria“

Pilgerheft

für alle Bus-, Fahrrad- und Fußpilger (-innen)

Wir wünschen allen Gottes Segen und Begleitung auf dem Weg nach Kevelaer

 


Freu dich Maria!

 

Einführung

»Not lehrt Beten«

sagt ein bekanntes Sprichwort.

Warum gerade die Not?

Weil gerade die Not uns auf unsere Schwäche hinweist und auf den verweist, der in der Not helfen kann.

Ist unser Problem gelöst oder unsere Not vorüber, gehen wir aber recht schnell wieder zur

Tagesordnung über und vergessen den Dank und die Freude über Gott, der für uns da ist.

Hier können wir viel von den Menschen der Bibel oder aus den Psalmen mit ihren oft überschwänglichen Danksagungen für Gottes Hilfe und Nähe lernen. –

Wir wenden uns gerne an Maria um Hilfe und Fürbitte oder betrachten ihre Schmerzen, um dadurch Kraft für das Tragen von eigenem Leid und eigenen Schmerzen zu gewinnen.

Maria ist aber nicht nur die »Mutter der Schmerzen« oder »die Mutter der immerwährenden Hilfe«, sondern eine Frau, die ganz aus der

Freude über Gott gelebt hat.

Worüber hat sich Maria in ihrem Leben wohl herzlich gefreut?

Wo liegt für Maria der Grund aller Freude?

Lied


Alle:

Wir beten:

Für alle, die um einen verstorbenen Menschen trauern, der ihnen nahe stand.

Für alle, die nicht an eine Auferstehung von den Toten glauben können.

Für alle, die im Sterben liegen und keine Hoffnung haben.

Für alle unsere Verstorbenen, die im Glauben gelebt haben.

Abschluss

V 2

Wir gingen diesen Weg mit Jesus. Jesus geht auch den Weg mit uns. Er geht ihn mit

den Vielen, die ungerecht verurteilt werden, leiden, fallen, gekreuzigt werden und sterben.

Er starb unseren Tod, er will auch unseren Tod besiegen. In dem Vertrauen, das

er in Gott gehabt hat, wollen wir beten mit den Worten, die er uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser…

Leiden und Sterben Jesu sollen nicht umsonst gewesen sein. Der Segen seines Kreuzes komme herab auf uns und verwandle auch unsere Kreuze in das Leben bei Gott.

Dazu segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 


Alle:

Wir beten:

Für Mütter, die voller Schmerz den Tod eines Kindes beweinen müssen.

Für die Menschen, die in einem Bestattungsunternehmen tätig sind.

Für alle, die zur Schmerzensmutter Maria ihre Zuflucht im Leid nehmen.

Für alle, die anderen Menschen bei Tod und Trauer Trost spenden.

  1. Station – Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1 Du hast mich ins tiefste Grab gebracht,

tief hinab in die finstre Nacht.

Wirst du an den Toten Wunder tun? (Ps 88,7.11)

V2

Wir wissen nicht, was die Freunde gedacht haben, als sie Jesu Leichnam in das Grab legten. Sie begruben mit seinem toten Leib vielleicht auch ihre Hoffnung. Sie hatten geglaubt, dass Jesus als Messias Israel erlösen würde. Nun aber war er tot. Wird Gott an den Toten Wunder tun? Viele Menschen, die ihre Verstorbenen bestatten, legen Wert auf eine würdige Gestaltung der Beisetzung. Gräber werden gepflegt und den Toten wird ein ehrendes Andenken bewahrt. Was aber

denken die Menschen, wenn sie am Grab ihrer Lieben stehen? Ist für sie mit dem Tod alles aus? Es ist nicht einfach, angesichts des Todes an ein neues Leben zu glauben.

Wir Christen, die an der Auferstehung festhalten, sollten immer wieder Zeugnis ablegen von dieser Überzeugung, damit die Menschen an den Gräbern nicht trauern müssen, wie jene, die keine Hoffnung haben. Die Grablegung Jesu ist die letzte Station seines Kreuzweges. Sie ist aber nicht der Endpunkt seines Lebens.

 

 

Lektorin 1

In vieler Hinsicht sehen wir in Maria ein Vorbild.

Wir bewundern ihren Glauben, ihr uneingeschränktes Ja zu Gottes Willen, ihre Treue zu Jesus, ihre Stärke im Leid. Auf unserem Pilgerweg betrachten wir Maria als Frau, die aus der Freude lebt, die ihr durch ihren Glauben geschenkt ist.

Wir rufen dankbar und voll Freude:

Herr Jesus Christus, durch Maria bist du zu den Menschen gekommen.

Wir loben dich – alle:  wir preisen dich.

Durch dich kam Freude in die Welt.

Wir loben dich – alle: wir preisen dich.

Die Freude über dich ist auch unsere Kraft.

Wir loben dich – alle: wir preisen dich.

 

Lied

 

Die Botschaft des Engels (Lektorin 2)

Der Engel trat bei Maria ein und sagte: »Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist

mir dir.«

Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: »Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.«

 

Lektorin 1

Der Engel kommt zu Maria, um ihr eine Botschaft der Freude zu bringen:  Gott ist mit ihr.

Maria erschrickt zunächst.

Sie weiß zunächst nicht, was mit ihr geschieht und was die Worte des Engels bedeuten.

Doch: Wer freut sich nicht, wenn er hört, er habe bei Gott Gnade gefunden?

 

 

Wer freut sich nicht, wenn er hört, dass Gott auf ihn schaut, dass er für Gott wichtig ist?

Aus dieser Freude heraus sagte Maria ihr Ja zu der Aufgabe, die ihr Gott zugedacht hat.

(Kurze Stille)

Freuen wir uns bei dem Gedanken, dass Gott auch für uns eine Aufgabe hat?

(Lektorin 2)

Wir haben Grund zur Freude, denn Gott ist auch mit uns.

Wir danken für alle, die offen sind für Gottes Anruf.

Wir danken für alle, deren Glauben uns Vorbild ist.

Wir danken für alle, die Freude in die Welt tragen.

Deshalb beten wir:

Gegrüßt seist du, Maria …

Lied

 

Die Begegnung mit Elisabeth (Lektorin 2)

„Elisabeth begrüßt Maria mit den Worten: »In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ!«

Da sagte Maria: »Meine Seele

preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter … von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan.«

weiter : Lektorin 1

Je länger Maria über die Worte des Engels nachdenkt, umso mehr wächst in ihr die Freude.

Bei der Begegnung mit ihrer Verwandten sprudelt diese Freude dann wie ein Wasserfall aus ihr heraus.

Maria freut sich, dass sie mit jemandem über das sprechen kann, was an ihr geschehen ist.

Elisabeth hat Ähnliches erlebt wie Maria.

 


Alle:

Wir beten:

Für alle, die ihren Idealen treu bleiben und dafür Nachteile in Kauf nehmen.

Für alle Menschen in Hilfs- und Rettungsdiensten, die für andere täglich ihr Leben einsetzen.

Für alle, die auf den Tod zugehen oder im Sterben liegen.

  1. Station – Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;

wie ein kleines Kind bei der Mutter

ist meine Seele still in mir. (Ps 131,2)

V2

Es war wohl der engste Kreis um Jesus, der sich um seine Bestattung kümmerte. Die Evangelien nennen Josef aus Arimathäa, der im Stillen ein Anhänger Jesu war. Die

Überlieferung zeigt auch seine Mutter Maria. Sie hatte ihn geboren, ihn erzogen, war alle Wege mit ihm gegangen, auch wenn sie nicht immer alles verstand. Schon auf

dem Kreuzweg war ihr Herz voller Leid und Trauer. Jetzt, da Jesus am Kreuz gestorben war, wurde sie ganz zur Schmerzensmutter.

Wenn wir einen Menschen verlieren, der uns viel bedeutet hat, erfüllt große Trauer unser Herz. Es ist wichtig, dass wir einfühlsam umgehen mit Trauer und Tod. Manche möchten den Tod verdrängen, schauen sich den Toten nicht mehr an. Maria hat keine Berührungsängste. Sie trägt den Leichnam Jesu auf ihrem Schoß, spürt ihn, umfasst ihn.

Gehen auch wir gut mit den Toten um? Und sagen wir ja zur Trauer, zu einer Trauer in Hoffnung?

 


Alle:

Wir beten:

Für alle, die sich für Recht und Gerechtigkeit einsetzen, um die Kreuze dieser Welt abzuschaffen.

Für alle, die in Situationen stecken, aus denen sie sich nicht befreien können.

Für allein stehende Mütter und Väter, die in ihren Kontakten eingeschränkt sind.

 

  1. Station – Jesus stirbt am Kreuz

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

In deine Hände lege ich voll Vertrauen

meinen Geist;

du hast mich erlöst,

Herr, du treuer Gott (Ps 31,6)

V2

Jesus ist seinen Weg zu Ende gegangen, unbeirrbar, konsequent. Es war der Weg der Liebe und der Gewaltlosigkeit. Den Mächtigen seiner Zeit missfiel sein Verhalten. Er hätte sich anpassen sollen, dann wäre ihm nichts geschehen. Aber dann wäre er weder Gott noch sich selbst treu geblieben. Und das war für ihn unvorstellbar. So führte sein Weg nach Golgota.

Sein Tod am Kreuz: In den Augen der Welt ein Scheitern, in den Augen der Gläubigen ein Sieg.

Immer wieder gibt es Menschen, die für ihre Ideale bereit sind, in den Tod zu gehen. Haben wir Ziele, für die es sich lohnt zu leben – und notfalls

auch zu sterben? „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren“ (Mk 8,35), sagt Jesus.

Unsere Zeit braucht Menschen mit Zivilcourage, die zu ihrer Überzeugung stehen, auch wenn sie deshalb verachtet, bedroht und verfolgt werden.

 

 


Gott ist auch auf sie in besonderer Weise zugegangen und hat ihr geschenkt, was sie sich sehnlichst gewünscht hat.

Beide sind erfüllt von der Freude über Gott, der auf den Glauben, den ihm die Menschen entgegenbringen, antwortet.

(Kurze Stille)

Können auch wir uns so herzlich über Gott freuen?

(Lektorin 2)

Wir haben Grund zur Freude, denn Gott beschenkt auch uns.

Wir danken für alle, die ihre Freude mit anderen teilen.

Wir danken für alle, die durch ihr Leben ihre Freude an Gott zeigen.

Wir danken für alle, die sich von der Freude anderer anstecken lassen.

Deshalb beten wir: Gegrüßt seist du, Maria …

Lied

 

Die Geburt Jesu (Lektorin 1)

„Für Maria kam die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe.

Der Engel aber sagte zu den Hirten:

»Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; es ist der Messias, der Herr.«

weiter Lektorin 2

Maria hat Jesus geboren.

Sie ist nicht nur eingebunden in Gottes Pläne, sondern sie spielt darin eine wichtige Rolle.

Maria weiß sich von Gott reich beschenkt, weiß aber auch, dass die Geburt Jesu Freude für die ganze Welt bedeutet.

Jesus ist das größte Geschenk Gottes an die Menschen.

Maria hat uns dieses Geschenk vermittelt.

Ihr Anliegen ist es,dass wir es annehmen und Jesus vertrauen, wie sie der Botschaft des Engels vertraut hat.

Die Worte, die sie bei der Hochzeit zu Kana zu den Dienern gesagt hat, gelten immer: »Was er euch sagt, das tut!« –

 

(Kurze Stille)

Wie ernst nehmen wir diese Worte?

 

(Lektorin 1):

Wir haben Grund zur Freude, denn wir können Gott vertrauen.

Wir danken für alle, die sich über die Geburt eines Kindes freuen.

Wir danken für alle, die uns zu Jesus führen.

Wir danken für alle, die ihre Freude an Gott weiter tragen.

Deshalb beten wir: Gegrüßt seist du, Maria …

Lied

 

Der Besuch der Sterndeuter (Lektorin 2)

„Als die Sterndeuter den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm.“

Weiter: Lektorin 1

Die Sterndeuter sind aufgebrochen zu dem König, von dem sie in ihrem Inneren spüren,

dass er ihrem Leben Sinn und der Welt Frieden gibt.

Das Licht eines Sternes führt sie durch alle Dunkelheit, Ungewissheit und Sehnsüchte zum wirklichen Licht.

Maria zeigt ihnen Jesus.

Sie freut sich über alle, die ihn suchen und als ihren Herrn anerkennen.

Wo er ist, da ist Freude.

(Kurze Stille)

Wo suchen wir Freude, Frieden und die Erfüllung unseres Lebens?

 

(Lektorin 2):

Wir haben Grund zur Freude, denn Gott zeigt sich auch uns.

Wir danken für alle, die Gott suchen.

Wir danken für alle, die Jesus entdecken.

Wir danken für alle, die das Evangelium als Botschaft der Freude verkünden.

 


seine Menschenwürde. Einen Menschen entblößen heißt auch: ihn bloßstellen, fertig machen. Immer wieder werden Menschen bloßgestellt. Manche haben ihre Freude

daran, Fehler anderer zu finden und zu veröffentlichen.

Man scheut auch nicht davor zurück, anderen Fehler anzuhängen. Mit Vergnügen werden Gerüchte weiter getragen. „Ich habe gehört“, heißt es dann, „es wird erzählt…“

Alle:

Wir beten:

Für alle, die bloßgestellt und unwürdig behandelt werden.

Für die Armen in der Welt, denen es an Kleidung, Nahrung und Medikamenten fehlt.

Für alle, die sich in Kleiderstuben und in der Caritas engagieren.

  1. Station – Die Kreuzigung

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Eine Rotte von Bösem umkreist mich.

Sie durchbohren mir Hände und Füße.

Man kann alle meine Knochen zählen;

sie gaffen und weiden sich an mir. (Ps 22,17f)

V2

Menschen kreuzigen, festnageln: Das gibt es bis heute. Immer wieder werden Menschen aufs Kreuz gelegt, zur Bewegungslosigkeit verurteilt. Freiheitsberaubung gibt es in vielfacher Form.

Es gibt Menschen, die vor lauter Pflichten nicht mehr ein noch aus wissen. Wenn Menschen in ihren Mitteln so eingeschränkt sind, dass sie kaum noch irgendwohin kommen, fühlen sie sich wie an ein Kreuz genagelt.

Kreuzigungsszenen können wir fast täglich sehen, das Fernsehen liefert sie uns mit Berichten über Gewalt und Missbrauch ins Haus. Wann endlich hören wir Menschen

auf, Menschen ans Kreuz zu schlagen?

 

Dreimal verleugnet Petrus den Herrn. Dreimal fragt Jesus Petrus: „Liebst du mich?“ Dreimal wird Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Dreimal fällt Jesus unter dem Kreuz. Dreimal heißt: Das Maß des Leidens ist voll.

Wer dreimal fällt, bleibt schließlich liegen. Doch Jesus windet sich wieder empor, geht den Weg weiter mit dem schweren Kreuz auf der Schulter.

Was sind wir bereit, auf uns zunehmen, um Menschen zu helfen?

Vielleicht gehören wir aber auch zu denen, die schon öfters am Ende waren mit ihrer Kraft, weil wir aus Nächstenliebe uns zu viel auf die Schulter gelegt haben.

Alle

Wir beten:

Für Menschen, die mit ihrer Kraft am Ende sind, weil sie sich zu viele Lasten

aufgebürdet haben.

Für Männer und Frauen in Ordensgemeinschaften, die im Dienst an den Mitmenschen auf vieles verzichten..

Für Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Gemeinden, denen immer mehr zugemutet wird.

 

  1. Station – Jesus wird seiner Kleider beraubt

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Sie verteilen unter sich meine Kleider

und werfen das Los um mein Gewand.

Du aber, Herr, halte dich nicht fern!

Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe! (Ps 22,19)

V2

Kleidung schützt, wärmt, schenkt Würde. Einem Menschen die Kleider zu entreißen heißt: ihn schutzlos machen. Er wird verletzbar, ist der Kälte ausgesetzt und verliert


Gegrüßt seist du, Maria …

Lied

 

Der weitere Weg Jesu (Lektorin 1)

„Jesus kehrte mit Maria und Josef nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam.

Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott

und den Menschen.“

Weiter: Lektorin 2

Nach dem Zusammenstoß zwischen dem heranwachsenden Jesus und seinen

Eltern verstärkt sich in Maria die Gewissheit, dass ihr Kind den Weg geht, den Gott von ihm möchte.

Dieses Gefühl betrügt sie auch später nicht, als sie am Leidensweg Jesu steht und zuschauen muss, wie er als Verbrecher hingerichtet wird.

Die Freude über Gott, der auf sie auch in ihrer Niedrigkeit, in ihrem Leid und in ihrem Schmerz schaut, ist tief in ihr Herz eingegraben.

Freude ist und bleibt der tragende Grund ihres Lebens.

(kurze Stille)

Mit welchem Gefühl schauen wir auf unser Leben?

 

(Lektorin 1):

Wir haben Grund zur Freude, denn Gott schaut auch auf uns.

Wir danken für alle, die sich eine optimistische Lebenseinstellung bewahren.

Wir danken für alle Jugendlichen, die ihren Weg finden.

Wir danken für alle, die andere im Gebet begleiten.

Deshalb beten wir:  Gegrüßt seist du, Maria …

 

Lied

 


Die Auferstehung Jesu (Lektorin 2)

„In der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche kamen Maria aus Magdala

und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Der Engel sagte zu den

Frauen: »Fürchtet euch nicht! Jesus, den ihr sucht, ist nicht hier, er ist auferstanden.

« Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer

Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.“

Weiter: Lektorin 1

Wir fragen uns, warum das Evangelium, das so ausführlich über die Begegnungen

anderer Frauen und Männer mit dem Auferstandenen spricht, über eine Begegnung

Marias mit Jesus schweigt.

Vielleicht, weil sie die Einzige ist, die eine eigene Ostererfahrung nicht nötig hat?

Weil sie im Innersten ihres Herzens immer davon überzeugt war, dass der Tod Jesu nicht das Ende, sondern einen Anfang, ja einen Aufbruch bedeutet?

Weil die Osterfreude, die sich den Jüngern schrittweise erschloss, ihr schon lange zur Grundlage ihres Lebens geworden ist?

(kurze Stille)

Was ist für uns die Grundlage unseres Lebens und Glaubens?

(Lektorin 2):

Wir haben Grund zur Freude, denn auch wir leben durch die Auferstehung Jesu.

Wir danken für alle, die miteinander über ihren Glauben sprechen.

Wir danken für alle, die anderen eine Freude bereiten.

Wir danken für alle, die durch ihr Leben die Osterfreude erfahrbar machen.

Deshalb beten wir: Gegrüßt seist du, Maria …

Lied


Ich bin dem Gedächtnis entschwunden wie ein Toter,

ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. (Ps 31,12f)

V2

Es ist gut, wenn Menschen weinen können. Wer weint, zeigt Betroffenheit. Es ist schlimm, wenn wir uns nicht mehr betreffen lassen angesichts des Leids in unserer

Umgebung oder in der Welt. Aber weinen, ohne etwas zu ändern, ist manchmal wenig hilfreich.

Jesus fordert dazu auf, über uns selbst zu weinen, zumal dann, wenn wir nichts unternommen haben oder nichts unternehmen gegen den beklagenswerten Zustand.  Es ist wichtig, beherzt mit dem Leid anderer umzugehen.

Bemühen wir uns darum, unseren Mitmenschen, die traurig sind oder krank, echte Gefühle zu zeigen?

Alle:

Wir beten

Für Menschen, die ungerührt sind gegenüber Elend und Not.

Für alle, die an leidvollen Verhältnissen etwas ändern möchten und denen es an Kraft und Mut fehlt.

Für alle, die auf dem Weg der Umkehr sind und bereit sind, sich zu ändern.

 

  1. Station – Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,

der Leute Spott, vom Volk verachtet.

Alle, die mich sehen, verlachen mich,

verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:

„Er wälze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien!

Der reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat.“ (Ps 22,7-9)


V2

Es ist nicht ohne Sinn, dass der Kreuzweg der Kirche Jesus wiederholt fallen lässt.

Damit wird sein schwerer Leidensweg bis zum Tod zum Ausdruck gebracht. Jesus ist ganz Mensch. Er trägt eine schwere Last. Das Kreuz drückt ihn nieder. Er versucht,

auf den Beinen zu bleiben, nicht aufzugeben. Langsam setzt er einen Schritt vor den anderen. Doch immer mehr sackt er unter dem Kreuz zusammen. Seine Kräfte verlassen ihn. Er ist völlig zerschlagen.

Auch heute fallen Menschen zu Boden, weil sie die Last, die ihnen aufgebürdet wurde, nicht mehr tragen können. Denken wir an die Opfer von Gewalt, denken wir an diejenigen, die sich Tag und Nacht um einen Kranken

kümmern.

An Menschen, die ohne Hoffnung sind auf Arbeit und Anerkennung.

Vielleicht hat auch mancher von uns die Erfahrung gemacht, dass nichts mehr ging. Jesus ist wieder aufgestanden.

Uns verleiht diese Station Hoffnung. Sie will uns nach einem Zusammenbruch ermutigen, wieder aufzustehen und weiterzugehen.

Alle:

Wir beten:

Für die Menschen, die müde und erschöpft und ohne Lebensperspektive sind.

Für die Verzweifelten, die aus den Sackgassen ihres Lebens nicht herausfinden.

Für alle, die sich in Schuld verstrickt haben und nicht mehr weiterwissen.

Für alle, die trauern und keine Hoffnung haben.

 

  1. Station – Jesus und die weinenden Frauen

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Zum Schrecken bin ich geworden den Freunden,

wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir

 


Die Aufnahme in den Himmel  (Lektorin 1)

„Jesus sagte: »Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten. Wenn ich einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir

holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Ich werde euch wieder sehen, dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.«

 

weiter:  Lektorin 2

Gott hat jedem Menschen nicht nur einen Anfang, sondern auch ein Ziel geschenkt, das wir nur allzu leicht aus den Augen verlieren.

Er möchte, dass wir dieses Ziel nicht verfehlen.

Daher hat Jesus gesagt, er komme wieder um alle zu holen, die zu ihm gehören.

Wenn das geschieht, haben wir das Ziel unseres Lebens erreicht:

die vollkommene und ewige Freude, die uns geschenkt ist durch ein Leben in der unmittelbaren Nähe Gottes.

Maria ist in diese Freude eingegangen.

An ihr ist schon geschehen, was Jesus uns und allen Menschen versprochen hat: »Geh’ ein in die Freude deines Herrn!«

(kurze Stille)

Können wir uns freuen auf ein Leben in der Nähe Gottes?

(Lektorin 1)

Wir haben Grund zur Freude, denn wir haben Gott zum Ziel.

Wir danken für alle, die uns ein Leben mit Jesus beispielhaft vorleben.

Wir danken für alle, die keine Angst vor dem Sterben haben.

Wir danken für alle, die immer wieder an diese Verheißung erinnern.

Deshalb beten wir: Gegrüßt seist du, Maria …

 

Lied


Lektorin 2

Wir haben gespürt: Wenn wir von Maria sprechen, sprechen wir auch von uns selbst.

Wie Maria möchte Gott auch uns beschenken.

Wie Maria können auch wir unseren Weg mit Gott gehen.

Wir können unser »Ja« zu seinen Plänen sagen,

denn sie führen uns zur Freude.

Betrachten wir das »Gegrüßt seist du Maria« unter diesem Aspekt:

Lektorin 1 und Lektorin 2 im Wechsel:

V 1: Gegrüßt seist du, Maria –

V 2: Freu dich! Gott ruft dich mit Namen. Er nimmt dich ernst.

V 1: Du bist voll der Gnade –

V 2: Gott schenkt dir mehr als du ahnst. Er gibt es dir ganz umsonst.

V 1: Der Herr ist mit dir –

V 2: Er lässt dich nie allein. Treu geht er mit dir deinen Weg.

V 1: Du bist gebenedeit unter den Frauen –

V 2: Du bist gesegnet. In dir wirkt Gottes Kraft.

V 1: Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus –

V 2: Wir beten Jesus an und preisen dich, der du ihn zu den Menschen getragen

hast.

V 1: Heilige Maria, Mutter Gottes –

V 2: Dein Ja zu Gott ist uns Vorbild.

V 1: Bitte für uns Sünder –

V 2: Hilf uns zu glauben.

V 1: Jetzt und in der Stunde unseres Todes –

V 2: Begleite uns ins ewige Leben.

A: Amen.)

 


Vielleicht gehörte sie zu den Frauen, die Jesus sehr nahe standen und ihm folgten:

Veronika, wie sie die Überlieferung nennt, drängt sich durch die johlende Menge und die schwer bewaffneten Soldaten. Direkt vor Jesus bleibt sie stehen, sieht ihn an. Sein Gesicht ist von Blut und Schweiß bedeckt. Sie nimmt ein Tuch und drückt es vorsichtig auf sein Gesicht.

Es wird überliefert, dass sich Jesu Antlitz in diesem Tuch abgezeichnet hat. Mehr noch als auf dem Tuch hat sich für Veronika das Bild von Jesus in ihrem Herzen abgezeichnet: Sie sah in dem schmerzverzerrten Gesicht des Herrn auch die

Liebe, die von ihm ausging.

Suchen nicht auch wir das Angesicht Gottes? Jetzt ist er für uns verborgen.

Er begegnet uns aber im Antlitz Jesu und in den vom Leid gezeichneten Gesichtern zahlreicher Menschen.

Was Veronika tat, ist keine kleine Geste und doch mehr als bloßes Hinsehen. Jeden kann sie anregen, mitmenschlich zu handeln.

Alle:

Wir beten:

Für alle, die sich vom Leid anderer ergreifen lassen und helfen wollen.

Für alte und kranke Menschen, denen es schwer fällt, Hilfe anzunehmen.

Für Menschen, die Zeugen von Unfällen werden.

Für alle, die den Kreuzweg Jesu betrachten.

  1. Station – Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1 Kraftlos bin ich und ganz zerschlagen,

ich schreie in der Qual meines Herzens.

Ich bin dem Fallen nahe,

mein Leid steht mir immer vor Augen. (Ps 38,9.18)

 


V2

Simon von Zyrene wurde dazu gezwungen, Jesu Kreuz zu tragen.

Auch heute werden Menschen dazu gezwungen, das Kreuz anderer mit zu tragen. Es bleibt ihnen keine Wahl.

Pflegende Angehörige haben sich ihre Aufgabe oft nicht ausgesucht. Nicht immer ist ein Pflegeheim möglich.

Wie viele Menschen haben sich ihr Leben ganz anders vorgestellt: freier, schöner.

Doch dann kam ein Kreuz, das sie zwang, auf die Verwirklichung ihrer Pläne zu verzichten.

An wen denke ich, wenn ich Simon von Zyrene vor mir sehe? Wer ist bei uns Simon? Könnte ich ihn vielleicht für eine Weile ablösen? Warum finden Familien mit verwirrten älteren Menschen so selten Christen, die sich für das Mittragen des Kreuzes anbieten?

Sind wir uns dessen bewusst, dass jedes Mittragen eines Kreuzes Segen bringt?

Alle:

Wir beten:

Für alle, die den Schwachen helfen, im Leben zurechtzukommen.

Für die Angehörigen von Kranken, die sich oft bis zur Erschöpfung einsetzen.

Für alle, die in Krankenhäusern und Sozialstationen tätig sind.

Für alle, die auf Selbstverwirklichung verzichten müssen, weil sie für andere in die Presche springen.

  1. Station – Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Ich bin hingeschüttet wie Wasser,

gelöst haben sich all meine Glieder.

Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.

Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe,

die Zunge klebt mir am Gaumen,

du legst mich in den Staub des Todes. (Ps 22,15f)

 


Abschlussgebet:

Lasst uns beten:

Herr unser Gott, wir stehen als Schwestern und Brüder Jesu vor dir.

Wo er auf die Menschen zuging, entstand Freude und Friede.

Wir möchten zu einer Welt beitragen, in der Freude und Friede herrschen.  Schau auf unseren Glauben und auf unseren guten Willen.

Segne uns, unsere guten Absichten und Vorsätze und füge hinzu, was fehlt. Gott und Vater, du bist unsere Freude.

Lass uns und alle, für die wir bei dieser Wallfahrt beten, aus dieser Freude leben.  Herr Jesus Christus, du bist unsere Hoffnung.

Lass in uns und in allen, die uns am Herzen liegen, die Hoffnung nicht untergehen.

Heiliger Geist, ohne dich ist unsere Freude oberflächlich, unser Friede trügerisch. Beschenke uns und alle, die uns um ein Gebet gebeten haben, mit deiner Kraft und Stärke.

So segne uns der gute Gott: Im Namen des Vaters …

Gelobt sei Jesus Christus.

In Ewigkeit. Amen.

 

Liedanhang

 

Segne Du Maria

 

Segne Du Maria, segne mich Dein Kind.
Dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find!
Segne all mein Denken, segne all mein Tun,
|: Lass in Deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn! 😐

  1. Segne Du Maria, alle die mir lieb,
    Deinen Muttersegen ihnen täglich gib!
    Deine Mutterhände breit auf alle aus,
    |: Segne alle Herzen, segne jedes Haus! 😐
  1. Segne Du Maria, jeden der da ringt,
    Der in Angst und Schmerzen, Dir ein Ave bringt.
    Reich ihm Deine Hände, dass er nicht erliegt,
    |: Dass er mutig streite, dass er endlich siegt! :/

 Maria, breit den Mantel aus

Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorüber gehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

2. Dein Mantel ist sehr weit und breit,
er deckt die ganze Christenheit,
er deckt die weite, weite Welt,
ist aller Zuflucht und Gezelt.

V2

In den Stunden seiner größten Erniedrigung ist sie in seiner Nähe. Sie geht seinen Kreuzweg mit, leidet mit ihm. In einem bestimmten Augenblick begegnen sich ihre Blicke.

Jesu Mutter spürt in diesem Augenblick die Weissagung des Simeon: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,35). Wir können uns vorstellen,

dass das Gefühl Mariens Jesus viel bedeutete: Sie schenkt ihm ihre Liebe in dem Augenblick, als er sonst nur Hass und Verachtung erfährt.

Wenn jemand leidet, körperlich oder seelisch, ist es gut, wenn mitfühlende Menschen bei ihm sind. Häufig sind es Verwandte, Eltern, Geschwister, die Kranken und Leidenden beistehen, aber auch gute Freunde oder Freundinnen. Maria erweist sich ihrem Sohn gerade auf seinem Kreuzweg als Mutter.

Können nicht auch wir Menschen in Not Bruder und Schwester und Mutter sein?

Alle:

Wir beten:

Für alle, die von anderen ausgegrenzt und verachtet werden wegen ihrer Herkunft,

ihrer Überzeugung oder ihrer Behinderung.

Für junge Menschen, die schwer erkrankt sind, ohne Aussicht auf Genesung.

Für Mütter, die mit ansehen müssen, wie ihre Kinder leiden.

Für die Bewohner von Pflegeheimen und ihre Betreuer und Pfleger.

 

  1. Station – Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

In der Bedrängnis rief ich zum Herrn;

der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht.

Sie stießen mich hart, sie wollten mich stürzen;

der Herr aber hat mir geholfen. (Ps 118,5.13)


V2

Auch wir können auf unserem Lebensweg, der gelegentlich wie ein Kreuzweg sein kann, fallen.

Es kann eine Krankheit sein, die uns bedrückt, oder eine Sorge.

Denken wir einmal darüber nach: Wann hatte ich ein Kreuz zu tragen und lag schließlich am Boden?

Was gab mir Kraft, um wieder aufzustehen?

Fallen gehört zu unserem Leben. Doch die Botschaft dieser Kreuzwegstation lautet für jeden: Du kannst fallen, aber auch wieder aufstehen.

Alle:

Wir beten:

Für Menschen, die oftmals schwer zu tragen haben: Eltern mit behinderten Kindern,

Alleinerziehende, Verschuldete.

Für Menschen, die in Schuld geraten sind und keinen Weg mehr sehen.

Für die Kranken zu Hause oder in den Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Für Menschen, die von anderen verspottet, angegriffen oder niedergeknüppelt werden.

 

  1. Station – Jesus begegnet seiner Mutter

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern,

den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt;

die Schmähungen derer, die dich schmähen,

haben mich getroffen. (Ps 69,9-10)

V2

Die Menschen haben kein Mitgefühl mit Jesus. Sie treiben und schlagen ihn. Die Zuschauer weiden sich am Leid der Verurteilten. Dann aber begegnet Jesus seiner Mutter

 


Wenn das Brot, das wir teilen …

  1. Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht,  und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,  dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,  dann wohnt er schon in unserer Welt.  Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht  in der Liebe, die alles umfängt, in der Liebe, die alles umfängt.
    2. Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt, und die Not, die wir lindern, zur Freude wird, dann hat Gott . . .
    3. Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält, und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, dann hat Gott . . .
    4. Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt, und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott . . .

Suchen und Fragen …

Suchen und fragen, hoffen und sehn, miteinander glauben und sich verstehn, lachen, sich öffnen, tanzen, befrein. 1.-3. So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.  So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.

  1. Klagende hören, Trauernde sehn, aneinander glauben und sich verstehn, auf unsre Armut lässt Gott sich ein. So spricht Gott sein Ja . . .
  2. Planen und bauen, Neuland begehn, füreinander glau­ben und sich verstehn, leben für viele, Brot sein und Wein. So spricht Gott sein Ja . . .

Maria, Maienkönigin ….

Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen. O segne ihn mit  holdem Sinn und uns zu seinen Füßen! Maria, dir empfehlen wir, was grünt und blüht auf Erden, lass uns in dieser Pracht und Zier das Werk des Schöpfers ehren.

Behüte auch, Maria rein, du größte aller Frauen, das Gottesvolk, die Kinder dein, im Glauben und Verrauen zu Jesus Christus, deinem Sohn, dem Retter und Befreier. Lobpreis durch ihn in Ewigkeit des Vaters Macht und Treue!

 

Ich lobe meinen Gott

  1. Ich lobe meinen Gott,  der aus der Tiefe mich holt, damit ich

lebe. Ich lobe meinen Gott,  der mir die Fesseln löst,  damit ich frei bin. Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern; die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt.

Refrain:

Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.

  1. Ich lobe meinen Gott,  der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Ich lobe meinen Gott,  der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.  Ehre sei . . .
  2. Ich lobe meinen Gott,  der meine Tränen trocknet, dass ich lache. Ich lobe meinen Gott,  der meine Angst vertreibt, damit ich atme. Ehre sei . . .

Zeige uns den Weg

  1. Zeige uns den Weg, wenn der Morgen winkt; zeige uns den Weg, wenn die Sonne sinkt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.
  2. Zeige uns den Weg, wenn uns nichts bedrückt; zeige uns den Weg, wenn uns manches glückt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.
  3. Zeige uns den Weg, wenn wir ratlos sind; zeige uns den Weg, wenn uns nichts gelingt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.
  4. Zeige uns den Weg hier in dieser Zeit; zeige uns den Weg in die Ewigkeit. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.


Manche Leute tragen auch ein Kreuz einfach nur deshalb, weil sie es anderen nicht aufbürden möchten. Sie sagen „Es geht!“, und wissen oft, dass es fast gar nicht mehr geht. Sie tun ihren Mund nicht auf, meinen, Gott hat es so gefügt.

Wer nachdenkt, weiß um die vielen Kreuze in der Welt, die Menschen zu tragen haben.

Alle:

Wir beten:

Für die Trauernden, die um einen lieben Verstorbenen weinen, die allein sind und

niemanden haben, der sie tröstet.

Für die kranken und leidenden Menschen, aber auch für alle, die im Alter gebrechlich

geworden sind.

Für alle, die ein Kreuz tragen, von dem niemand weiß als Gott allein.

 

  1. Station – Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Sie vergelten mir Gutes mit Bösem;

Ich bin verlassen und einsam.

Als ich stürzte, lachten sie

und taten sich zusammen. (Ps 35,12.15)

V2

Dass Menschen zusammenbrechen, wenn ihnen die Last, die sie tragen, zu schwer wird, ist uns geläufig. Jesus, der Sohn Gottes, war in seinem Leiden ganz Mensch. Er hat seine Göttlichkeit nicht zu Hilfe genommen, um es leichter zu haben. Er hatte nur seine menschlichen Kräfte zur Verfügung, und die sind begrenzt. Ihm bleibt nichts erspart.

Das alles nimmt er in Kauf für uns. Und er steht wieder auf, geht den Kreuzweg weiter mit letzter Kraft.


Alle:

Wir beten:

Für all diejenigen, die heute ungerecht verurteilt werden und nicht die Möglichkeit haben, sich zu wehren.

Für die Arbeitslosen in unserem Land, die gerne eine Aufgabe hätten, aber bislang

keine Chance bekamen.

Für alle um ihres Glaubens oder wegen ihrer Rasse Verfolgten und Verurteilten in der ganzen Welt.

Für die Flüchtlinge, Heimatlosen und Abschiebehäftlinge in unseren Gefängnissen.

  1. Station – Jesus trägt sein Kreuz

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen?

Auf dich allein will ich harren.

Ich bin verstummt,

ich tue den Mund nicht mehr auf.

Denn so hast du es gefügt. (Ps 39,8.10)

V2

Wie viele Menschen tragen heute ihr Kreuz?

Kranke tragen ein Kreuz. Viele leiden nicht nur körperlich, sondern seelisch.

Oft fühlen sie sich isoliert. In gesunden Tagen kamen Freunde, die mit ihnen feierten und Schönes erlebten. Aber jetzt ist ihre Zahl klein geworden.

Auch alte Leute tragen oft ein Kreuz: Die Kräfte haben nachgelassen,

Angehörige und Bekannte sind gestorben. Dann ist da das Kreuz der Trauer. Es ist

besonders schwer zu tragen, wenn niemand da ist, der Trost spendet oder Nähe schenkt.


Freu dich du Himmelskönigin

Freu dich du Himmelskönigin, freu dich, Maria!

Freu dich, das Leid ist all dahin. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria!

Den du zu tragen würdig warst, freu dich, Maria!

Der Heiland lebt, den du gebarst. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria

Er ist erstanden von dem Tod, freu dich, Maria!

Wie er gesagt, der wahre Gott. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria

Bitt Gott für uns, so wird’s geschehn, freu dich, Maria!

Dass wir mit Christus auferstehn. Halleluja

Bitt Gott für uns, Maria!

Magnificat (Kanon)

Magnificat, magnificat,
Anima mea dominum, anima mea dominum.

Magnificat, magnificat,
magnificat, anima mea dominum.

Magnificat, magnificat,
magnificat, anima mea.

 

Sagt an, wer ist doch diese

Sagt an, wer ist doch diese, die vor dem Tag aufgeht, die überm Paradiese als Morgenröte steht.
Sie kommt hervor aus Fernen, geziert mit Mond und Sternen, im Sonnenglanz erhöht.

Sie ist die edle Rose, ganz schön und auserwählt,
die Magd, die makellose, die sich der Herr erwählt.
O eilet, sie zu schauen, die schönste aller Frauen,
die Freude aller Welt.

Den Herren will ich loben

Den Herren will ich loben, es jauchzt in Gott mein Geist; denn er hat mich erhoben, dass man mich selig preist. An mir und meinem Stamme hat Großes er vollbracht, und heilig ist sein Name, gewaltig seine Macht.

Barmherzig ist er allen, die ihm in Ehrfurcht nahn; die Stolzen lässt er fallen, die Schwachen nimmt er an. Es werden satt aufstehen, die arm und hungrig sind; die Reichen müssen gehen, ihr Gut verweht im Wind.

Jetzt hat er sein Erbarmen an Israel vollbracht, sein Volk mit mächtgen Armen gehoben aus der Nacht. Der uns das Heil verheißen, hat eingelöst sein Wort. Drum werden ihn lobpreisen die Völker fort und fort.

 

Kreuzweg mit 14 Stationen

„Du leidest mit an unserem Kreuz“

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Wann immer wir das Kreuzzeichen machen, erinnern wir uns unbewusst an den letzten Gang Jesu, der ihn ans Kreuz führte. Wir wollen heute auf diesem Kreuzweg seinen Weg bewusst mitgehen. Wir wollen sein Leiden und Sterben vor fast 2000 Jahren betrachten – aber den Blick nicht davor verschließen, wo auch heute noch Menschen leiden wie er, wo er selbst in ihnen leidet.

  1. Station – Jesus wir zum Tod verurteilt

V1 Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich

A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V1

Sie haben mir ohne Grund ein Netz gelegt,

mir ohne Grund eine Grube gegraben.

Ruchlose Zeugen treten auf.

Man wirft mir Dinge vor,

von denen ich nichts weiß. (Ps 35,7.11)

V2

Auf welcher Seite stehen wir, stehe ich? Verurteile auch ich Menschen?

Stammtischparolen sind überall möglich! Sätze wie „Die sind doch selber schuld“, kommen schnell aus unserem Mund. „Wer Arbeit finden will, der findet sie auch!“

So werden Arbeitslose zu arbeitsscheuen Menschen verurteilt.

Auch Schweigen, Unterlassung von Hilfeleistung kann Kreuzigung bedeuten.

„ Maria, Mutter der Barmherzigkeit“

Gebetsheft für die

St. Vitus – Wallfahrt

nach Kevelaer

am Samstag, den 21. Mai 2016

Segensbitte am Beginn der Wallfahrt
Du Gott des Aufbruchs,

segne uns, wenn wir dein Rufen vernehmen, wenn deine Stimme lockt, wenn dein Geist uns bewegt zum Aufbrechen und Weitergehen.
Du Gott des Aufbruchs,

begleite und behüte uns, wenn wir aus Abhängigkeiten entfliehen, wenn wir uns von Gewohnheiten verabschieden, wenn wir festgetretene Wege verlassen, wenn wir dankbar zurückschauen und doch neue Wege wagen.
Du Gott des Aufbruchs,

wende uns dein Angesicht zu, wenn wir Irrwege nicht erkennen, wenn Angst uns befällt, wenn Umwege uns ermüden, wenn wir Orientierung suchen in den Stürmen der Unsicherheit.
Du Gott des Aufbruchs,

leuchte auch unserem Weg, wenn die Ratlosigkeit uns fesselt, wenn wir fremde Lande betreten, wenn wir Schutz suchen bei dir, wenn wir neue Schritte wagen auf unserer Reise nach innen.
Du Gott des Aufbruchs,

mach uns aufmerksam, wenn wir mutlos werden, wenn uns Menschen begegnen, wenn unsere Freude überschäumt, wenn Blumen blühen, die Sonne uns wärmt, Wasser uns erfrischt, Sterne leuchten auf unserem Lebensweg.
Du Gott des Aufbruchs,

sei mit uns unterwegs zu uns selbst, zu den Menschen, zu dir. Segne uns mit deiner Güte und zeige uns dein freundliches Angesicht. Begegne uns mit deinem Erbarmen, und leuchte uns mit dem Licht deines Friedens auf allen Wegen. Amen.

 

Einführung

Im „Jahr der Barmherzigkeit“ wollen wir auf dem Weg nach Kevelaer

Darüber nachdenken, beten und miteinander sprechen, wie und wo wir selbst barmherzig mit anderen umgehen können und wo wir selbst bedürftig nach der Barmherzigkeit Gottes und unserer Mitmenschen sind.

Das Matthäus-Evangelium beschreibt im 25. Kapitel das Weltgericht: Christus sitzt auf dem Thron und richtet die Menschen nach ihren Taten.

Aus eben dieser so genannten Gerichtsrede Jesu entwickelten sich die klassischen sieben „Werke der Barmherzigkeit“:

Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden,

Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten.

Neben diesen „leiblichen Werken“ kennt die Kirche

auch „geistliche Werke“ der Barmherzigkeit:

Unwissende lehren, Zweifelnde beraten, Trauernde trösten,

Sünder zurechtweisen, Beleidigern gern verzeihen,

Lästige geduldig ertragen, für Lebende und Verstorbenen beten.

Als im Jahr 2006/2007 der 800. Geburtstag der Heiligen

Elisabeth von Thüringen (1207-1231) gefeiert wurde, stellte der Erfurter Bischof Joachim Wanke die „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“ vor.

Sie basieren auf einer Umfrage, welches Werk der Barmherzigkeit heute besonders notwendig sei.

Das Ergebnis förderte folgende „Werke der Barmherzigkeit für heute“ zutage:

Einem Menschen sagen:

Du gehörst dazu.

Ich höre dir zu.

Ich rede gut über dich.

Ich gehe ein Stück mit dir.

Ich teile mit dir.

Ich besuche dich.

Ich bete für dich.

Die folgenden Zitate stammen aus der Predigt von Bischof Joachim Wanke am 18.11.2006 im Erfurter Dom zur Eröffnung des Elisabeth-Jahres im Bistum Erfurt

  1. Statio: Du gehörst dazu
  1. Vorbeter/in:

„Was unsere Gesellschaft oft kalt und unbarmherzig macht, ist die Tatsache, dass in ihr Menschen an den Rand gedrückt werden: die Arbeitslosen, die Ungeborenen, die psychisch Kranken, die Ausländer usw. Das Signal, auf welche Weise auch immer ausgesendet: „Du bist kein Außenseiter!“ „Du gehörst zu uns!“ – z. B. auch zu unserer Pfarrgemeinde – das ist ein sehr aktuelles Werk der Barmherzigkeit.“

  1. Verbeter/in

An-Denken…

Weil ich selber kein Außenseiter sein will, meide ich

die Außenseiter, denn „sage mir, mit wem du umgehst,

dann sage ich dir, wer du bist“, meint ein Sprichwort.

Vielleicht ist es meine Angst, die den anderen zum

Außenseiter macht…

 

Weiter-Denken…

Jesus sah Zachäus. Er sagte ihm: „Komm! Denn ich

muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ Zachäus nahm Jesus freudig bei sich auf.  Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten:

„Er ist bei einem Sünder eingekehrt.“

Jesus aber sagte zu Zachäus: „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

  1. Vorbeter/in

Rosenkranzgesätz: … der uns zur Gemeinschaft berufen hat.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der uns zur Gemeinschaft berufen hat. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

  1. Statio : Ich höre dir zu

1.Verbeter/in:

„Eine oft gehörte und geäußerte Bitte lautet: „Hab doch einmal etwas Zeit für mich!“; „Ich bin so allein!“; „Niemand hört mir zu!“ Die Hektik des modernen Lebens, die Ökonomisierung von Pflege und Sozialleistungen zwingt zu möglichst schnellem und effektivem Handeln. Es fehlt oft – gegen den Willen der Hilfeleistenden – die Zeit, einem anderen einfach einmal zuzuhören. Zeit haben, zuhören können – ein Werk der Barmherzigkeit, paradoxerweise gerade im Zeitalter technisch perfekter, hochmoderner Kommunikation so dringlich wie nie zuvor!“

  1. Vorbeter/in:

An-Denken…

Wer nicht Hören kann, lernt nicht Sprechen: Wenn ich

nicht höre, kann ich auch selber nichts mitteilen. Und:

Weiß ich eigentlich, was mein Gegenüber – wirklich – meint?

 

Weiter-Denken…

„Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber

sagen“ (afrikanische Weisheit). Ich will helfen, wo ich

gefragt bin, und tun, was ich kann, um Leben zu

fördern: Zuhören, weil ich so anderen helfe und selber

Hilfe erfahren kann.

  1. Vorbeter/in:

Rosenkranzgesätz: … der ein offenes Ohr für der Not der Menschen hat.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der ein offenes Ohr für die Not der Menschen hat.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

 

  1. Statio: Ich rede gut über dich
  2. Vorbeter/in:

„Jeder hat das schon selbst erfahren: In einem Gespräch, einer Sitzung, einer Besprechung – da gibt es Leute, die zunächst einmal das Gute und Positive am anderen, an einem Sachverhalt, an einer Herausforderung sehen. Natürlich: Man muss auch manchmal den Finger auf Wunden legen, Kritik üben und Widerstand anmelden. Was heute freilich oft fehlt, ist die Hochschätzung des anderen, ein grundsätzliches Wohlwollen für ihn und seine Anliegen und die Achtung seiner Person. Gut über den anderen reden – ob nicht auch Kirchenkritiker manchmal barmherziger sein könnten?“

  1. Vorbeter/in

An-Denken…

Es tut gut, wenn man Gutes über sich hört, wenn man anerkannt wird. –

Wer redet gut über mich? Wer redet gut mit mir?

Wann habe ich zuletzt einem anderen etwas Gutes gesagt, ihn gelobt, ihm meine Wertschätzung ausgedrückt?

 

Weiter-Denken…

Reden und Hören: „Gott, der Herr, gab mir die Zunge

eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken

durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er

mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger“.

 

  1. Vorbeter/in

Rosenkranzgesätz: … der mit nur einem Wort unsere Seele heilt.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der mit nur einem Wort unsere Seele heilt.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

 

  1. Statio: Ich gehe ein Stück mit dir

1.Vorbeter/in

„Vielen ist mit einem guten Rat allein nicht geholfen. Es bedarf in der komplizierten Welt von heute oft einer Anfangshilfe, gleichsam eines „Mitgehens der ersten Schritte, bis der andere Mut und Kraft hat, allein weiterzugehen. Das Signal dieses Werkes der Barmherzigkeit lautet: „Du schaffst das! Komm, ich helfe dir beim Anfangen!“ Unsere Sozialarbeiter der Caritas wissen, wovon ich rede. Aber es geht hier nicht nur um soziale Hilfestellung. Es geht um Menschen, bei denen vielleicht der Wunsch da ist, Gott zu suchen. Sie brauchen Menschen, die ihnen Rede und Antwort stehen und die ein Stück des möglichen Glaubensweges mit ihnen mitgehen.“

2.Vorbeterin:

An-Denken…

Wer hätte je Laufen gelernt, wenn ihn nicht jemand an die Hand genommen hätte? – Ich nicht, aber mein Gegenüber auch nicht!

 

Weiter-Denken…

Die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus:

Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg

in ein Dorf namens Emmaus. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen.

Später sagen sie: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn erschloss?“

Kein Weg ist schwer mit einem Freund

  1. Vorbeter/in:

Rosenkranzgesätz: … der als Wegbegleiter auch heute mit uns unterwegs ist.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der als Wegbegleiter auch heute mit uns unterwegs ist.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

5.Statio: Ich teile mit dir

 

  1. Vorbeter/in

 

„Es wird auch in Zukunft keine vollkommene Gerechtigkeit auf Erden geben. Es braucht Hilfe für jene, die sich selbst nicht helfen können. Das Teilen von Geld und Gaben, von Möglichkeiten und Chancen wird in einer Welt noch so perfekter Fürsorge notwendig bleiben. Ebenso gewinnt die alte Spruchweisheit gerade angesichts wachsender gesellschaftlicher Anonymität neues Gewicht: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude!“

 

  1. Vorbeter/in:

An-Denken…

Sankt Martin: In einem strengen Winter begegnete er

einem armen, unbekleideten Bettler, der um Hilfe bat.

Martin teilte mit dem Schwert seinen Mantel und gab

dem Frierenden eine Hälfte. In der Nacht darauf, so

will es die Legende, sah der Heilige im Traum Christus

bekleidet mit dem Mantelstück. – Und was teile ich?

 

Weiter-Denken…

„Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen;

denn an solchen Opfern hat Gott Gefallen“ (Hebräerbrief, Kapitel 23).

„Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen

Menschen Gutes tun“ (Galaterbrief, Kapitel 6).

 

  1. Vorbeter/in:

 

Rosenkranzgesätz: … der das Leben mit uns teilt.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der das Leben mit uns teilt.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

 

  1. Statio: Ich besuche dich
  1. Vorbeter/in

„Meine Erfahrung ist: Den anderen in seinem Zuhause aufsuchen ist besser, als darauf warten, dass er zu mir kommt. Der Besuch schafft Gemeinschaft. Er holt den anderen dort ab, wo er sich sicher und stark fühlt. Die Besuchskultur in unseren Pfarrgemeinden ist sehr kostbar. Lassen wir sie nicht abreißen! Gehen wir auch auf jene zu, die nicht zu uns gehören. Sie gehören Gott, das sollte uns genügen.“

 

2.Vorbete/in:

An-Denken…

Der Kranke antwortete Jesus: „Herr, ich habe keinen

Menschen.“ – Kenne ich eigentlich die Menschen in

meiner Umgebung, in meiner Nachbarschaft?

Weiter-Denken…

„Entzieh dich nicht den Weinenden, vielmehr trauere

mit den Trauernden! Säume nicht, den Kranken zu

besuchen, dann wirst du von ihm geliebt“ (Jesus Sirach,

  1. Kapitel).

 

 

  1. Vorbeter/in:

 

Rosenkranzgesätz: … der gesagt hat: wo zwei oder drei in meinem Namen vesammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der gesagt hat: wo zwei oder drei in meinem Namen vesammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

 

  1. Statio: Ich bete für dich

 

1.Vorbeter/in

„Wer für andere betet, schaut auf sie mit anderen Augen. Er begegnet ihnen anders. Auch Nichtchristen sind dankbar, wenn für sie gebetet wird. …Sag es als Mutter, als Vater deinem Kind: Ich bete für dich! Tun wir es füreinander, gerade dort, wo es Spannungen gibt, wo Beziehungen brüchig werden, wo Worte nichts mehr ausrichten. Gottes Barmherzigkeit ist größer als unsere Ratlosigkeit und Trauer.“

 

2.Vorbeter/in:

An-Denken…

42 Prozent der Deutschen glauben laut einer Umfrage an die Kraft des Gebets. Weit mehr als 40.000 Internet-Nutzer besuchen alljährlich das Fürbittbuch im katholischen Online-Nachrichtenmagazin „kirchensite.de“. Ordensleute beten für die dort eingetragenen Anliegen. Ein Nutzer schrieb der Redaktion: „Ich möchte im Namen aller bekannten und insbesondere im Namen aller unbekannten Nutzer dafür danken, dass ihr diese Möglichkeit geschaffen habt“.

Weiter-Denken…

Beten hilft immer, wenn es vom Vertrauen auf Gott getragen ist: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet“, sagt Jesus.

Und der Psalmbeter sagt: „Gehört hat der Herr mein Flehen, der Herr nimmt mein Beten an“.

– Aber überlassen wir es Gott, wie er uns und anderen helfen will.

 

  1. Vorbeter/in:

Rosenkranzgesätz: … der auch für seine Feinde gebetet hat.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der auch für seine Feinde gebetet hat.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

 


“Wer sich auf den Weg macht…
…braucht ein Ziel“

Pilgerheft für alle Bus-, Fahrrad- und Fußpilger (-innen)
Wir wünschen allen Gottes Segen und Begleitung auf dem Weg nach Kevelaer!

„Maria –  eine besondere Mutter“

Gemeinsames Gebet zum Beginn des Pilgertages

Maria, du Mutter Christi und unsere Mutter!
Besser als wir weißt du um das, was uns bewegt.

Besser als wir selbst kennst du die Nöte unserer Zeit, die uns bedrängen.

Bei dir finden wir Antwort auf alle Fragen.

Bei dir finden wir Christus, die Mitte deines Lebens, die Mitte unseres Lebens, die Mitte der Welt.

Mutter der Welt, du kennst die Friedlosigkeit unserer Zeit.

Mutter der Kirche, du kennst die Glaubensnot der Menschen .

Mutter der Menschen, du kennst die vielen Probleme, die den Menschen unserer zeit zu schaffen machen:

Isolation und Vereinsamung, Hunger nach Leben, Suche nach Lebenssinn, mangelnde Ehrfurcht vor Gott und den Menschen, Stolz und Machthunger und die Vielfalt der Eindrücke, die täglich neu auf uns einwirken.

Weil du alle Nöte und Fragen kennst, bitten wir dich zu Beginn unseres Pilgertages:

Führe uns und alle Menschen zu Jesus Christus, denn dort finden wir die Mitte des Lebens, die Mitte unseres Glaubens.

Und wer die Mitte gefunden hat, der hat alles gefunden, was für unser Leben notwendig ist. Amen

Lied: Suchen und Fragen …

  1. Suchen und fragen, hoffen und sehn, miteinander glauben und sich verstehn, lachen, sich öffnen, tanzen, befrein. 1.-3. So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.  So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.
  2. Klagende hören, Trauernde sehn, aneinander glauben und sich verstehn, auf unsre Armut lässt Gott sich ein. So spricht Gott sein Ja . . .3. Planen und bauen, Neuland begehn, füreinander glau­ben und sich verstehn, leben für viele, Brot sein und Wein. So spricht Gott sein Ja . . .
  1. Station

Wie soll das geschehen?

Der Engel sprach zu Maria:

Fürchte dich nicht, Maria;  denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Siehe,  du wirst empfangen und einen Sohn gebären und sollst ihm den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.  Gott der Herr wir ihm den Thron seines Vaters David geben. Herrschen wird er über das Haus Jacob in Ewigkeit. Und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria aber fragte den Engel: Wie soll dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

 

Meditation:

Maria hat Angst, jeder Mensch hat Angst:
Angst vor unangenehmen Störungen,
Angst vor einer einschneidenden Veränderung,
Angst überfordert zu werden,
Angst, Gott könnte einen beim Wort nehmen.
Angst kommt immer vom Menschen. Gott macht niemals Angst. Gott nimmt die Angst.
„Fürchte dich nicht, Maria“  und immer wieder „Fürchtet euch nicht“ – denn stärker als alle Angst -ist Gnade./
Habt Mut und Vertrauen und eure Angst wird begnadete Angst.
Der Mensch wird aufgeschlossen und frei für die Begegnung mit Gott.
Er wird fähig für das; was Glauben eigentlich meint.
Siehe, du wirst empfangen:
Glaube ist immer und zuerst ein Empfangen von Gott her – ohne unser Verdienst, ohne unsere Leistung, ohne jeden Anspruch.„Siehe du wirst empfangen“ – Maria versteht dieses Wort konkret. Sie soll in ihrem Schoß Leben empfangen. Gott wirkt dieses Leben – für die verlobte Frau eine ungeheure Zumutung.

Gott will ein Zeichen setzen  und mit diesem Zeichen sagen:
Heilung und Rettung des Menschen ist nicht möglich allein durch den Menschen.
Das Leben, das bleibende Leben, ist weder machbar noch zu erzwingen. Der Mensch muss es empfangen. Er muss es immer wieder neu annehmen aus der Hand Gottes.

Das klingt alles so einfach, aber die Wirklichkeit ist hart.
Maria stellt für uns alle die Frage: wie soll dies geschehen?

Als Glaubende dürfen wir fragen. Ratlosigkeit ist keine Schande.

  1. Rosenkranzgesätz:

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus,

der unsere Ängste und Fragen in Gnade verwandelt

Lied:         

Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen. O segne ihn mit  holdem Sinn und uns zu seinen Füßen! Maria, dir empfehlen wir, was grünt und blüht auf Erden, lass uns in dieser Pracht und Zier das Werk des Schöpfers ehren.

Behüte auch, Maria rein, du größte aller Frauen, das Gottesvolk, die Kinder dein, im Glauben und Verrauen zu Jesus Christus, deinem Sohn, dem Retter und Befreier. Lobpreis durch ihn in Ewigkeit des Vaters Macht und Treue!

  1. Station

Kein Platz für sie

„In jenen Tagen geschah es, das ein Erlass von Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis aufzeichnen zu lassen. Es war das erste Mal das so etwas geschah. Jeder zog in die Heimat seiner Vorfahren, um sich dort aufzeichnen zu lassen. Auch Josef machte sich auf den Weg. Von der Stadt Nazareth in Galiläa ging er nach Bethlehem in die Stadt Davids, die in Judäa liegt. Josef stammte aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich mit Maria seiner Verlobten eintragen lassen. Sie erwartete ein Kind. Während sie sich dort aufhielten kam für sie die Zeit der Entbindung. Sie gebar einen Sohn, ihren Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe. Denn in der Herberge war kein Platz für sie.“

Meditation:

Maria erwartet ein Kind, aber sonst erwartet es niemand.

Im Gegenteil: das Kind und seine Mutter sind höchst unerwünscht. Erwünscht sind an berühmten Orten gut zahlende Gäste, aber Schwangere- und arm noch dazu!?

Der letzte Platz wäre ihnen gut genug, aber nicht einmal in der Herberge ist Platz für sie. Kein Platz für Leute ohne Beziehungen, kein Platz für Leute ohne Namen.

Warum musste auch Gott ausgerechnet so klein werden, ein Kind kleiner Leute?

Nicht zu klein ist die Familie für den Erlass des Kaisers: unter der Rücksicht von Steuergeldern wird keiner übersehen – nicht einmal Gott. Unter welchen Umständen das Kind geboren werden soll, interessiert niemanden. Das Kind kommt zur Welt, außerhalb der Stadt, in einer Höhle oder in einem Stall.

Die an ihn glauben, tun gut daran, ihn  nicht nur drinnen zu suchen, sondern auch draußen. Nicht nur im geschlossenen, heiligen Bezirk, sondern auch in der Weite einer ungesicherten Welt. Niemand wusste das besser, als seine Mutter. „Sie gebar einen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe/ denn in der Herberge war kein Platz für sie.

  1. Rosenkranzgesätz:

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus,

der das Kind kleiner Leute werden wollte

Lied: Zeige uns den Weg

  1. Zeige uns den Weg, wenn der Morgen winkt; zeige uns den Weg, wenn die Sonne sinkt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.2. Zeige uns den Weg, wenn uns nichts bedrückt; zeige uns den Weg, wenn uns manches glückt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.

    3. Zeige uns den Weg, wenn wir ratlos sind; zeige uns den Weg, wenn uns nichts gelingt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.

    4. Zeige uns den Weg hier in dieser Zeit; zeige uns den Weg in die Ewigkeit. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.

  2. Station

Maria sucht ihren Sohn

„Die Eltern Jesu reisten jedes Jahr zum Osterfest nach Jerusalem. Als Jesus zwölf Jahre alt war, zogen sie mit ihm hinauf. Nach den Festtagen machten sie sich auf den Heimweg. Aber Jesus blieb ohne Wissen seiner Eltern in Jerusalem. Sie dachten er sei irgendwo im Pilgerzug. Einen ganzen Tag lang suchten sie ihn vergeblich unter ihren Verwandten und Bekannten. Dann erst kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen endlich, fanden sie ihn im Tempel. Er saß bei den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und stellte ihnen Fragen. Alle, die ihn hörten, gerieten außer sich über sein Verständnis und seine Antworten. Als seine Eltern ihn erblickten, erschraken sie. Seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich heben dich mit Schmerzen gesucht.“

Meditation:

Maria macht sich Sorgen um ihr Kind, verständliche Sorge, aber doch zu viel Sorge. Die Zeit des kindlichen Gehorsams ist vorbei. Das Kind ist kein Kind mehr. Der zwölfjährige macht sich selbstständig und übt seine Mündigkeit. Ohne Wissen seiner Eltern geht er eigene Wege.

Er weiß was er will.  Er praktiziert nur das was seine Eltern ihn gelehrt haben: Gehorsam gegenüber dem Gewissen. Die Freiheit des Gewissens geht ihm über alles, denn Gott führt jeden Menschen anders und einzigartig.

Viele reden allerdings von ihrem “Gewissen“ und meinen nur ihr  Bauchgefühl. Gewissen ist aber immer geprüftes Wissen,  eine Überzeugung umso fester, je mehr sie bedacht wurde – auch vor Gott.

Für Jesus steht der Gehorsam gegenüber Gott über allen menschlichen Gehorsam. Man muss Gott mehr gehorchen als allen Obrigkeiten.

Konflikte sind dabei unvermeidbar.

Die Eltern Jesu erschrecken und fragen vorwurfsvoll: was hast du uns angetan? Warum dies alles? Wir haben dich mit Schmerzen gesucht.

Sie werden ihn noch oft suchen: manchmal vergeblich, wie auf der Pilgerreise, weil sie am falschen Ort  suchen.

Und: sie werden suchen und ihn finden – aber ihn kaum wieder erkennen, weil er so fremd und anders ist.

  1. Rosenkranzgesätz:

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,

Jesus, der uns manchmal fremd und verborgen bleibt.
Lied: Ich lobe meinen Gott

1. Ich lobe meinen Gott,  der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Ich lobe meinen Gott,  der mir die Fesseln löst,  damit ich frei bin. Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern; die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt. Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.
2. Ich lobe meinen Gott,  der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Ich lobe meinen Gott,  der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.  Ehre sei . . .

3. Ich lobe meinen Gott,  der meine Tränen trocknet, dass ich lache. Ich lobe meinen Gott,  der meine Angst vertreibt, damit ich atme. Ehre sei . . .

Lied: Segne du Maria (s. Liedheft vom letzten Jahr)


Segensbitte am Beginn der Wallfahrt
Du Gott des Aufbruchs,

segne uns, wenn wir dein Rufen vernehmen, wenn deine Stimme lockt, wenn dein Geist uns bewegt zum Aufbrechen und Weitergehen.
Du Gott des Aufbruchs,

begleite und behüte uns, wenn wir aus Abhängigkeiten entfliehen, wenn wir uns von Gewohnheiten verabschieden, wenn wir festgetretene Wege verlassen, wenn wir dankbar zurückschauen und doch neue Wege wagen.
Du Gott des Aufbruchs,

wende uns dein Angesicht zu, wenn wir Irrwege nicht erkennen, wenn Angst uns befällt, wenn Umwege uns ermüden, wenn wir Orientierung suchen in den Stürmen der Unsicherheit.
Du Gott des Aufbruchs,

leuchte auch unserem Weg, wenn die Ratlosigkeit uns fesselt, wenn wir fremde Lande betreten, wenn wir Schutz suchen bei dir, wenn wir neue Schritte wagen auf unserer Reise nach innen.
Du Gott des Aufbruchs,

mach uns aufmerksam, wenn wir mutlos werden, wenn uns Menschen begegnen, wenn unsere Freude überschäumt, wenn Blumen blühen, die Sonne uns wärmt, Wasser uns erfrischt, Sterne leuchten auf unserem Lebensweg.
Du Gott des Aufbruchs,

sei mit uns unterwegs zu uns selbst, zu den Menschen, zu dir. Segne uns mit deiner Güte und zeige uns dein freundliches Angesicht. Begegne uns mit deinem Erbarmen, und leuchte uns mit dem Licht deines Friedens auf allen Wegen. Amen.

 

Geh mit uns – Litanei

Jesus,
du Begleiter deiner Jünger – Alle: geh mit uns!
du verborgener Begleiter –
du unerkannter Begleiter –
du verstehender Begleiter –
du besorgter Begleiter –
du zielbewusster Begleiter –
du geduldiger Begleiter –
du brüderlicher Begleiter –
du göttlicher Begleiter –
wenn wir Gott nicht mehr begreifen –
wenn wir enttäuscht sind von Gottes Wegen –
wenn unser Glaube erstirbt –
wenn unsere Hoffnung erlischt –
wenn unsere Liebe verstummt –
wenn der Zweifel an uns nagt –
wenn die Verzweiflung nach uns greift –
wenn es ausweglos wird –
wenn es hoffnungslos wird –
wenn es sinnlos wird –
wenn wir ratlos geworden sind –
wenn unsere Augen nicht mehr weitersehen –
wenn unsere Füße nicht mehr weitergehen –
wenn unsere Herzen ausgebrannt sind –
wenn wir niedergeschlagen sind –
wenn wir alles aufgeben wollen –
wenn alles zum Davonlaufen ist – Geh mit uns!

 

„Zu Tisch“ – mit Maria

1.Meditation

Lektor(in) 1: Bibelstelle (Johannes 2,1-11)

Die Hochzeit zu Kana

„Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert.

Die Mutter von Jesus war dabei, und auch Jesus war mit seinen Jüngern dazu eingeladen.

Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte seine Mutter zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr!“ Jesus erwiderte ihr: „Frau, das ist meine Sache, nicht deine! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“

Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: „Tut alles, was er euch befiehlt!“ Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein, von denen jeder etwa hundert Liter fasste. Man brauchte sie wegen der Reinigung, die das Gesetz vorschreibt. Jesus sagte zu den Dienern: „Füllt diese Krüge mit Wasser!“ Sie füllten sie bis an den Rand. Dann befahl er ihnen: „Jetzt nehmt eine Probe davon und bringt sie dem Mann, der für das Festessen verantwortlich ist.“ Sie brachten ihm eine Probe, und er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam zu sich und sagte: „Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben!“ So vollbrachte Jesus in Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger kamen zum Glauben an ihn.“

Lektor(in) 2: Gedanken

Zu Tisch mit Maria bei einer Hochzeit.

Zusammen mit vielen anderen Gästen sitzt Maria an einem Tisch.

Sie kennt die Gastgeber, das Hochzeitspaar und ihre Familie.

Sie will die Freude mit anderen teilen.

Sie ist in guter Stimmung.

Doch irgendetwas stimmt plötzlich nicht mehr.

Trotz der allgemein guten Stimmung nimmt sie aufmerksam wahr, dass ein Mangel entsteht, dass etwas nicht mehr ausreichend vorhanden ist.

Plötzlich fehlt etwas am Tisch.

„Sie haben keinen Wein mehr“.

War es wirklich nur der Wein?

War es vielleicht auch die Lebensfreude?

Oder eine Perspektive?

Oder fehlte die echte Erfahrung von Gemeinschaft, von Vertrauen, von Angenommensein?

Wenn man miteinander isst, an einem nah Tisch nah beieinander  sitzt, den anderen in die Augen schauen kann, wird schnell deutlich wie die Stimmung ist.

Maria lässt sich nicht täuschen von der guten Laune.

Sie kümmert sich und greift ein. Sie weist auf den Mangel hin und verschließt davor nicht die Augen.

Sie riskiert einen Streit, eine ordentliche Abfuhr, die ihr Jesus vor allen Leuten erteilt. Keine schöne und friedlich selige Atmosphäre

Maria wird mir zum Vorbild. Sie erkennt den Mangel und bittet Jesus: Hilf!

Sie lässt auch nach seiner Abweisung nicht locker, sondern vertraut darauf, dass ER den Mangel beheben kann.

Jesus erwartet auch von mir, dass ich ihn um Hilfe bitte.

Nicht nur für meine eigenen Anliegen, sondern auch dafür, was ich in meiner Umgebung als Mangel wahrnehme.

Ich trage Verantwortung für die Welt in der ich lebe.

Auch wenn die Antwort nicht so ausfällt, wie ich sie mir vorstelle, so möchte ich wie Maria daran festhalten, dass Jesus helfen wird, und alles vorbereiten, dass SEINE Hilfe ankommt.

Lektor(in) 1:

Rosenkranzgesätz: … der Wasser in Wein verwandelt hat.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der Wasser in Wein verwandelt hat.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

Lektor(in) 2: Gebet

Maria, du Mutter Christi und unsere Mutter!
Besser als wir weißt du um das, was uns bewegt.

Besser als wir selbst kennst du die Nöte unserer Zeit, die uns bedrängen.

Bei dir finden wir Antwort auf alle Fragen.

Bei dir finden wir Christus, die Mitte deines Lebens, die Mitte unseres Lebens, die Mitte der Welt.

Mutter der Welt, du kennst die Friedlosigkeit unserer Zeit.

Mutter der Kirche, du kennst die Glaubensnot der Menschen.

Mutter der Menschen, du kennst die vielen Probleme, die den Menschen unserer Zeit zu schaffen machen:

Isolation und Vereinsamung, Hunger nach Leben, Suche nach Lebenssinn, mangelnde Ehrfurcht vor Gott und den Menschen, Stolz und Machthunger und die Vielfalt der Eindrücke, die täglich neu auf uns einwirken.

Weil du alle Nöte und Fragen kennst, bitten wir dich:

Führe uns und alle Menschen zu Jesus Christus, denn dort finden wir die Mitte des Lebens, die Mitte unseres Glaubens.

Und wer die Mitte gefunden hat, der hat alles gefunden, was für unser Leben notwendig ist.

Amen

  1. Mediation

Lektor(in) 1: Bibelstelle (Lk 22, 14-30)

Das letzte Abendmahl

„Als die Stunde gekommen war, begab er sich mit den Aposteln zu Tisch.

Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen.

Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis das Mahl seine Erfüllung findet im Reich Gottes.

Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den Wein und verteilt ihn untereinander!3

Denn ich sage euch: Von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt.

Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

Doch seht, der Mann, der mich verrät und ausliefert, sitzt mit mir am Tisch.

Der Menschensohn muss zwar den Weg gehen, der ihm bestimmt ist. Aber weh dem Menschen, durch den er verraten wird.

Da fragte einer den andern, wer von ihnen das wohl sei, der so etwas tun werde. Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei. Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste und der Führende soll werden wie der Dienende. Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.

In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt. Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat:

Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.“

Lektor(in) 2: Gedanken:

 

Zu Tisch mit Maria – beim Letzten Abendmahl

Offiziell wird Maria nicht genannt. Wir haben im Kopf das Bild von den 12 Aposteln, von 12 Männern, die mit Jesus am Tisch sitzen.

Nehmen wir aber einmal sicher an: Maria war in diesem wichtigen Moment, in den letzten Stunden im Leben Jesu in seiner Nähe.

Oft genug hatte er bei seinen letzten Auftritten ein düsteres Bild gemalt, hatte vom Gericht gesprochen, vom Ende.

Sie war angespannt, hatte Angst um ihren Sohn, der gradlinig bei seiner Botschaft blieb und Widerstand erzeugte.

Vielleicht hat sie ihm geraten: halt den Mund, sei nicht so vorlaut, du bringst dich und uns in Gefahr.

Oder: sie ahnte, dass er sich nicht von seinem Weg abbringen ließ, nicht abbringen lassen konnte.

Zu sehen, dass sie das Leid, den Verrat nicht mit mütterlicher Sorge abwenden kann, wird sie viel Kraft gekostet haben.

Sie wird am Tisch gesessen haben mit dem Gedanken, dem Wunsch: wenn ich schon nichts ändern kann, wenn ich dich deinen eigenen Weg gehen lassen muss: ich bleibe bei dir! Ich verlasse dich nicht!

Das Ende vor Augen wird sie sich erinnert haben an die vielen Prophezeiung die sie seit der Geburt Jesu gehört hatte: ein Schwert wird dein Herz durchbohren, es wird nicht einfach werden mit diesem Sohn …

Ich sehe Maria vor mir, wie sie bei aller Angst und Verzweiflung Jesus durch ihr Dasein Kraft geben will, wie sie ihn am Tisch anschaut und mit ihren Augen sagt: ich gehe diesen Weg mit dir, ich laufe nicht weg, du bist auch jetzt mein Kind. Ich kann nichts ändern, nichts dir abnehmen, aber ich bin da. Bis zum Schluss.

Ich teile deinen Schmerz, deine Enttäuschung, deine Angst – aber ich teile auch deinen Glauben und das Vertrauen, dass wir von Gottes Hand gehalten sind.

Lektor(in) 1: Rosenkranzgesätz: … der gesagt hat: Tut dies zu meinem Gedächtnis

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der gesagt hat: „tut dies zu meinem Gedächtnis!“

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

3.Meditation

Lektor(in) 1: Bibelstelle: Apg 1, 12-14, 2, 1-4

Das Pfingstereignis

„Nach der Himmelfahrt Jesu kehrten sie vom Ölberg zurück nach Jerusalem. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus und Simon, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen, wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden vom Hl. Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist eingab.“

Lektor(in) 2: Gedanken

Zu Tisch mit Maria – am Pfingsttag

Es gibt Bilder, die zeigen, wie Maria mit den Aposteln und Jüngerinnen Jesu an einem runden Tisch sitzt.

Sie wissen alle nicht, wie es weitergehen soll.

Was können sie von der Botschaft Jesu nach seinem Tod noch fortsetzen?

Wer soll welche Aufgaben übernehmen?

Soll man sich der Gefahr aussetzen, selbst angefeindet zu werden und wie Jesus zu enden?

Wohin mit der Trauer um die vielen zerstörten Hoffnungen, die mit Jesu Namen verbunden sind?

Sie beratschlagen, sie beten, sie halten zusammen, sie wollen auf keine Stimme verzichten. Sie holen alle an einen Tisch, die bereit sind, an einer Lösung zu arbeiten. Auch Maria und andere Frauen.

Aber so recht kommt es nicht zum Durchbruch.

Nur zum Durchhalten.

Gemeinsam diese Durststrecke im Gebet aushalten – mehr passiert zunächst nicht.

Und dann kommt mit dem Pfingstsegen Gottes endlich die Begeisterung zurück. Das Warten und das Aushalten haben sich gelohnt!

Von dieser Begeisterung wird niemand ausgeschlossen.

Diese Begeisterung ist Trost in der Trauer und ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft.

Jesus ist nicht tot!

Er lebt in den Männern und Frauen, die nicht irre werden an Durststrecken, die Gott um Lösungen bitten, die diesem Gott mehr zutrauen und alle Hoffnung auf IHN setzen.

Gottes Geist macht es ihnen und uns möglich, von Jesu Botschaft zu sprechen.

Gottes Geist bewegt, löst den ein oder anderen Sturm aus, macht lebendig und zuversichtlich.

Auch heute!

 

Lektor(in) 2: Rosenkranzgesätz: … der uns auch heute begeistern will.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der uns auch heute begeistern will.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

Abschluss:

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.

Amen

 


Segensbitte am Beginn der Wallfahrt
Du Gott des Aufbruchs,

segne uns, wenn wir dein Rufen vernehmen, wenn deine Stimme lockt, wenn dein Geist uns bewegt zum Aufbrechen und Weitergehen.
Du Gott des Aufbruchs,

begleite und behüte uns, wenn wir aus Abhängigkeiten entfliehen, wenn wir uns von Gewohnheiten verabschieden, wenn wir festgetretene Wege verlassen, wenn wir dankbar zurückschauen und doch neue Wege wagen.
Du Gott des Aufbruchs,

wende uns dein Angesicht zu, wenn wir Irrwege nicht erkennen, wenn Angst uns befällt, wenn Umwege uns ermüden, wenn wir Orientierung suchen in den Stürmen der Unsicherheit.
Du Gott des Aufbruchs,

leuchte auch unserem Weg, wenn die Ratlosigkeit uns fesselt, wenn wir fremde Lande betreten, wenn wir Schutz suchen bei dir, wenn wir neue Schritte wagen auf unserer Reise nach innen.
Du Gott des Aufbruchs,

mach uns aufmerksam, wenn wir mutlos werden, wenn uns Menschen begegnen, wenn unsere Freude überschäumt, wenn Blumen blühen, die Sonne uns wärmt, Wasser uns erfrischt, Sterne leuchten auf unserem Lebensweg.
Du Gott des Aufbruchs,

sei mit uns unterwegs zu uns selbst, zu den Menschen, zu dir. Segne uns mit deiner Güte und zeige uns dein freundliches Angesicht. Begegne uns mit deinem Erbarmen, und leuchte uns mit dem Licht deines Friedens auf allen Wegen. Amen.

 

Liebe Pilgerin, lieber Pilger!

Wir brechen heute auf ganz unterschiedlichen Wegen auf, um zur Gottesmuter nach Kevelaer zu gelangen.

Wir sind nicht auf der Flucht, sondern nehmen uns ganz bewusst Zeit für diesen Aufbruch.

In diesem Jahr wollen wir aber neben den eigenen Anliegen, die wir mit uns tragen, an die Menschen denken, die

„not-gedrungen“ auf der Flucht sind.

Kinder, Frauen und Männer fliehen vor Gewalt, vor Verfolgung, vor Terror und vor der Armut.

Sie brechen auf, weil sie nach einer Zukunft suchen.

Sie sind Gefahren ausgesetzt, die einige von uns aus der eigenen Geschichte kennen.

Sie brechen auf ins Ungewisse.

Sie kommen bei uns an und bitten um Schutz und Hilfe.

Diese Menschen nehmen wir gedanklich heute mit zu Maria, zur Schutzmantelmadona, die uns – aber auch alle Menschen unterwegs – unter ihren behütenden Mantel nehmen soll.

Heilige Maria, bitte für uns!

 

 

 

1.Meditation: Maria – Frau in der Fremde

Lektor(in) 1: Bibelstelle (Lk 2, 1-7)

Die Herbergssuche

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen.

Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

Lektor(in) 2: Gedanken

Weil in der Herberge kein Platz für sie war …

In weihnachtlichen Krippenspielen, die von Kindern aufgeführt werden, ist das die Szene, in der Maria und Josef an eine Tür klopfen, Josef um ein Quartier bittet und ein – meist wohl genährter – Wirt griesgrämig und mit vor der Brust verschränkten Armen da steht und die Gäste ablehnt.

Mit Glück finden die werdenden Eltern doch noch eine Unterkunft und Jesus wird geboren.

Das Haus ist voll – damals in der Herberge, als wegen der Volkszählung so viele Menschen unterwegs waren,

und heute sagen wir in Europa, in Deutschland, in Mönchengladbach:

das „Schiff“ ist voll, da ist kein Platz mehr für noch mehr Menschen, die sich auf Booten gezwungenermaßen auf den Weg machen.

Wo sollen wir Wohnraum schaffen, wo sollen wir Arbeitplätze schaffen, wer bezahlt das alles???

So wie der Wirt im Weihnachtskrippenspiel haben wir die Rolle der Ablehnenden übernommen.

Wir rechnen und zählen nach und kommen zu dem Ergebnis:

mehr geht nicht!

Hier ist kein Platz mehr.

Vielleicht fühlen wir uns in dieser Rolle gar nicht wohl.

Sie tun uns ja leid, diese Flüchtlinge, diese Vertriebenen, …

aber uns fehlen Lösungsideen, Alternativen, wie wir mit dem Andrang, mit der Not, mit den Herbergssuchenden unserer Zeit umgehen können.

Maria hat die Abweisung, die zugeschlagene, die verschlossene Tür am eigenen Leib erlebt. Sie fand mit Josef nur eine Notunterkunft, einen Stall, eine Hütte.

Ihr vertrauen wir die Menschen an, die bei uns anklopfen, die uns um ein Dach über dem Kopf bitten.

Ihr vertrauen wir auch die Menschen an, die sich um praktische Hilfen bemühen, die die Augen nicht verschließen und die Tür zu ihren Herzen nicht verschließen.

Lektor(in) 1:

Rosenkranzgesätz: … der in einer Notunterkunft geboren wurde.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der in einer Notunterkunft geboren wurde.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

Lektor(in) 2: Gebet

Wir beten gemeinsam:

Guter Vater,
beschütze alle Menschen, die auf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung und Hunger sind. Sei Du ihnen Zuflucht und Heimat, wenn sie nicht mehr wissen wohin.
Deinen Gläubigen aber gib Kraft und Mut, Heimatlosen Heimat und Stummen eine Stimme zu geben. Öffne unsere Herzen für all jene, die bei uns ihre Zuflucht suchen.
Denn in Deiner Familie gibt es keine Fremden, sondern nur Brüder und Schwestern.
Amen.

Lied: Suchen und Fragen (Liedheft Seite 7)

2. Meditation: Maria – Frau auf der Flucht

Lektor(in) 1: Bibelstelle (Mt 2, 6-13)

Die Flucht nach Ägypten

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.

Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. …

Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot. Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa

Lektor(in) 2: Gedanken

 

Vielleicht verdrängen wir das manchmal:

Jesu Kindheit war alles andere als behütet, als geborgen und geschützt. Er wird gespürt haben, dass seine Eltern in großer Angst und Sorge um ihr Leben waren.

Was das bedeutet, haben Kinder und Familien in den Weltkriegen auch bei uns erlebt:

Sich aufmachen ins Ungewisse, nicht freiwillig wegziehen müssen, auf der Flucht nur ein paar Habseligkeiten mitnehmen zu können, das Ziel nicht zu kennen…

Die Strapazen nimmt man nur auf sich, wenn es keine andere Lösung mehr gibt.

Menschen geben den Schutz der gewohnten Umgebung, der Heimat auf und gehen ein großes Wagnis ein.

Manchmal bietet die Heimat aber auch keinen Schutz mehr: da, wo Kriege und Terror die Menschen zum Wegziehen, zur Flucht zwingen.

Männer und Frauen geben ihren gesamten Besitz auf, um von Schleppern in Sicherheit gebracht zu werden.

Auf den Bildern im Fernsehen, in den Zeitungen sehen wir Familien, kleine und große Kinder, die vor dem Tod in der Heimat fliehen und dabei oft genug dann doch sterben: ertrinken, verdursten und verunglücken.

Maria hat als Mutter große Angst um das Leben ihres Sohnes gehabt. Sie suchte mit Josef nach Sicherheit und Schutz in einem fremden Land, in Ägypten.

Ihr vertrauen wir die vielen Kinder an, die in Sicherheit und Geborgenheit aufwachsen sollten, die aber schon viel zu früh Gewalt und Terror kennenlernen müssen.

Lektor(in) 1:

Rosenkranzgesätz: … der schon als Kind um sein Leben fürchten musste.

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der schon als Kind um sein Leben fürchten musste.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

Lektor(in) 2: Gebet

Wir beten gemeinsam:

Herr, unser Gott, bei dir finden wir eine bleibende Heimat. Lass alle Menschen, die in dieser Welt heimatlos sind, deine tröstende Gegenwart spüren und zeige auch uns immer wieder, wo unsere Herzen zuhause sind. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lied: Maria, breit den Mantel aus (Liedheft Seite 2)

3.Meditation: Maria – Frau auf dem Weg

Lektor(in) 1: Bibelstelle: Lk 2, 41-52

Der 12-jährige Jesus im Tempel

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.

Lektor(in) 2: Gedanken

Nein, Maria war wirklich keine Frau, die ich mir an einem Ort, fest eingespannt in das Alltagsgeschäft vorstellen kann.

Immer ist sie unterwegs:

Sie pilgert mit anderen Gläubigen, sie begleitet ihren Sohn, als er sein öffentliches Auftreten beginnt, immer wieder macht sie sich auf.

Sie entdeckt Neues, sie versteht nicht immer alles sofort, was ihr unterwegs passiert, was sie hört und sieht.

Sie bleibt suchend und mitgehend mit Blick auf ihren Sohn.

Sie hat eine Ahnung davon, dass sie bei dem Gott Jesu eine Heimat finden kann, die sie für viele Strapazen ihres Lebensweges  entschädigt.

Sie wandert „ohne Ruh, der ewigen Heimat zu“.

Bei allem, was ihr auf ihrem Lebensweg begegnet, bleibt sie offen für neue Entscheidungen, für neue Einsichten über den Gott, dem sie sich schon als junge Frau ganz anvertraut hat, von dem sie Großes erwartet, mit dem sie sich verbündet hat.

Ihr vertrauen wir uns an, wenn wir wie heute als Pilger und Pilgerinnen unterwegs sind, wenn wir nachdenken über unseren Lebensweg, über unsere Heimat, der wir ein Leben lang entgegen gehen.

Wir bitten um Segen für jeden Schritt, den wir auf Gott und die Menschen an unserer Seite zugehen.

 

Lektor(in) 1:

Rosenkranzgesätz: … der auch heute mit uns auf dem Weg ist.

 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu, der auch heute mit uns auf dem Weg ist.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

(10x)

Abschluss:

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.

Amen

Lied: Zeige uns den Weg (Liedheft Seite 6)


Segne Du Maria

Segne Du Maria, segne mich Dein Kind.
Dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find!
Segne all mein Denken, segne all mein Tun,
|: Lass in Deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn! 😐

  1. Segne Du Maria, alle die mir lieb,
    Deinen Muttersegen ihnen täglich gib!
    Deine Mutterhände breit auf alle aus,
    |: Segne alle Herzen, segne jedes Haus! 😐
  2. Segne Du Maria, jeden der da ringt,
    Der in Angst und Schmerzen, Dir ein Ave bringt.
    Reich ihm Deine Hände, dass er nicht erliegt,
    |: Dass er mutig streite, dass er endlich siegt! :/

Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorüber gehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

2. Dein Mantel ist sehr weit und breit,
er deckt die ganze Christenheit,
er deckt die weite, weite Welt,
ist aller Zuflucht und Gezelt.

„Zur Hoffnung berufen“

Kevelaer – Wallfahrt

der Pfarre St. Vitus,

Mönchengladbach

am 21. Mai 2011

Pilgerheft für alle Bus-, Fahrrad- und Fußpilger (-innen)

Wir wünschen allen Gottes Segen und Begleitung auf dem Weg nach Kevelaer!

 

 

Segensgebet

 

Kraft zum Unterwegssein wünsche ich uns:

Gottes Bestärkung in unserem Leben.

Vertrauen zum Miteinander wünsche ich uns:

Gottes Verheißung, sein Volk zu sein.

Begeisterung zum Aufbruch wünsche ich uns:

Gottes Wegbegleitung und Segen.

Und mit diesen guten Wünschen und auf die Fürsprache unserer Wegbegleiterin Maria segne Gott alle Wege, die wir heute gehen oder fahren:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wenn das Brot, das wir teilen …


  1. Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht,  und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,  dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,  dann wohnt er schon in unserer Welt.  Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht  in der Liebe, die alles umfängt, in der Liebe, die alles umfängt.
    2. Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt, und die Not, die wir lindern, zur Freude wird, dann hat Gott . . .
    3. Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält, und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, dann hat Gott . . .
    4. Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt, und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott . . .

Suchen und Fragen …

Suchen und fragen, hoffen und sehn, miteinander glauben und sich verstehn, lachen, sich öffnen, tanzen, befrein. 1.-3. So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.  So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.2. Klagende hören, Trauernde sehn, aneinander glauben und sich verstehn, auf unsre Armut lässt Gott sich ein. So spricht Gott sein Ja . . .
3. Planen und bauen, Neuland begehn, füreinander glau­ben und sich verstehn, leben für viele, Brot sein und Wein. So spricht Gott sein Ja . . .

Maria, Maienkönigin ….

Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen. O segne ihn mit  holdem Sinn und uns zu seinen Füßen! Maria, dir empfehlen wir, was grünt und blüht auf Erden, lass uns in dieser Pracht und Zier das Werk des Schöpfers ehren.

Behüte auch, Maria rein, du größte aller Frauen, das Gottesvolk, die Kinder dein, im Glauben und Verrauen zu Jesus Christus, deinem Sohn, dem Retter und Befreier. Lobpreis durch ihn in Ewigkeit des Vaters Macht und Treue!

                                                                               

Ich lobe meinen Gott
1. Ich lobe meinen Gott,  der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Ich lobe meinen Gott,  der mir die Fesseln löst,  damit ich frei bin. Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern; die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt. Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.
2. Ich lobe meinen Gott,  der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Ich lobe meinen Gott,  der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.  Ehre sei . . .
3. Ich lobe meinen Gott,  der meine Tränen trocknet, dass ich lache. Ich lobe meinen Gott,  der meine Angst vertreibt, damit ich atme. Ehre sei . . .

Zeige uns den Weg
1. Zeige uns den Weg, wenn der Morgen winkt; zeige uns den Weg, wenn die Sonne sinkt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.

  1. Zeige uns den Weg, wenn uns nichts bedrückt; zeige uns den Weg, wenn uns manches glückt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.
  2. Zeige uns den Weg, wenn wir ratlos sind; zeige uns den Weg, wenn uns nichts gelingt. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.
  3. Zeige uns den Weg hier in dieser Zeit; zeige uns den Weg in die Ewigkeit. Zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.

Wechsel zwischen Impuls und Lied : Zeige uns den Weg …

 

1.Impuls:

„Woher sollen wir den Weg kennen?“

Es ist verständlich, dass Menschen auch heute befürchten, den richtigen Weg nicht zu finden.

Es gibt einfach zu viele Wege, die möglich sind.

Alles ist unübersichtlich. Das, was früher sonnenklar war, gilt heute längst nicht mehr als richtig. Sicher ist nichts.

Aber gerade nach Sicherheit sehnen sich die Menschen.

 

Lied

Zeige uns den Weg,  … 1.Strophe (Seite 10)

  1. Impuls

Wer möchte sich auf seinem Weg durch das Leben nicht auf etwas verlassen können?

Nicht nur auf feste Glaubenssätze oder feste Regeln, sondern noch mehr auf Menschen, die mit mir gehen.

Wenn eine oder mehrere sich mit mir auf den Weg machen, neue Schritte wagen, stärkt das ungemein.

Miteinander auf dem Weg sein, miteinander den Weg suchen und nicht gleich aus Bequemlichkeit den ausgetretenen Weg gehen, den alle gehen.

Wenn ich meinen eigenen Weg gefunden habe, brauche ich viel Mut, um ihn auch gehen zu können. Da hilft es mir, wenn andere mich stärken und verstehen.

Lied

Zeige uns den Weg, … 2.Strophe (Seite 10)

3. Impuls

Und wenn ich mich verlaufen habe ?

Wenn ich schon weit bin auf einem falschen Weg? Da muss ich unter Umständen viel Dunkelheit und Einsamkeit aushalten, wie immer bei wichtigen Entscheidungen.

Aber es gibt nun mal keinen Weg, kein Leben ohne dieses Risiko. Und keiner nimmt uns wichtige Entscheidungen ab.

An jeder Wegkreuzung muss ich ein neues Wagnis eingehen.  Manchmal sehe ich auch sofort, welchen Weg ich gehen müsste – und tue es trotzdem nicht.

Aus ganz unterschiedlichen Gründen : aus Angst vor dem Neuen, aus Bequemlichkeit, aus Rücksicht, und vielen anderen möglichen Gründen.

Lied

Zeige uns den Weg,  … 3. Strophe (Seite 10)

 

Impuls

Maria, die Frau, die uns heute als Vorbild im Glauben auf dem Weg nach Kevelaer begleitet, hat sich selbst oft auf den Weg gemacht:

Zu ihrer Verwandten Elisabeth, auf den Weg nach Bethlehem, auf den Weg nach Ägypten, auf den Weg  zur Hochzeit in Kanaan. ..

Auf dem Kreuzweg Jesu war sie treue Begleiterin.

Ihre Wege können wir als Zeichen des Gottvertrauens und des Glaubens deuten:

Maria hat darauf vertraut, dass Gott alle Wege mitgeht.

Sie kann losgehen, etwas wagen und viele Strapazen aushalten, weil Gott auf allen Wegen bei ihr ist, sie trägt und schützt – das gilt auch für mich, selbst wenn ich nicht einmal ahne, wohin mein Weg mich führt.

Lied

Zeige uns den Weg …  4. Strophe (Seite 10)

MARIA – bemüht, ihren Sohn zu verstehen, ihn niemals aufgebend, „Ja“ – sagend zu dem Weg, den ER gehen muss, mit IHM leidend, ohnmächtig – Ich entdecke in dir die Mutter, die das Schicksal vieler Mütter teilt!

MARIA – erfüllt vom Heiligen Geist, inmitten vieler Pilger und Pilgerinnen, einen neuen Aufbruch wagend, Jesus nachfolgend –

Ich entdecke in dir den Menschen, der glaubt!

MARIA – an dich will ich mich allezeit wenden:

In meinem Leid – um Ruhe zu finden.

In meinen Zweifeln – um Licht zu erhalten.

In meinen Gefahren – um geborgen zu sein.

In allen Nöten – um Hilfe zu erfahren.

MARIA – du sollst meine Stärke und mein Trost sein.

MARIA – gute Mutter, Schützerin und Trösterin der Menschen, bitte für uns. Amen

Liedteil

 

Gegrüßet seist du Königin

 

1.Gegrüßet seist du, Königin, o Maria, erhabne Frau und Herrscherin,

o Maria!  Freut euch, ihr Kerubim, lobsingt, ihr Serafim,  grüßet eure

Königin: Salve,  salve,  salve, Regina!
2. O Mutter der Barmherzigkeit, o Maria, du unsres Lebens Süßigkeit,

o Maria! Freut euch, ihr Kerubim, lobsingt, ihr Serafim,  grüßet eure

Königin: Salve,  salve,  salve, Regina!
3. Du unsre Hoffnung, sei gegrüßt, o Maria, die du der Sünder Zuflucht

bist, o Maria! Freut euch, ihr Kerubim, lobsingt, ihr Serafim,  grüßet

eure Königin: Salve,  salve,  salve, Regina!
4. O mächtige Fürsprecherin, o Maria, bei Gott sei unsre Helferin,

o Maria! Freut euch, ihr Kerubim, lobsingt, ihr Serafim,  grüßet eure

Königin: Salve,  salve,  salve , Regina!

Bitten an Maria ….

Zeige uns, Maria, die verborgenen Geheimnisse deines lebendigen Glaubens.

Bringe uns, Maria, die starke Hoffnung und die herzliche Freude deines lebendigen Glaubens.

Tröste uns, Maria, mit der inneren Kraft und der großen Ausstrahlung deines lebendigen Glaubens.

Erbitte für uns, Maria, die Gnade der Treue und die Gabe der Beharrlichkeit deines lebendigen Glaubens.

Schenke uns, Maria, die Liebe des Herzens und den Mut zum Wagnis deines lebendigen Glaubens.

Führe uns, Maria, in die Tiefe des Schweigens und in die Kunst des Hörens deines lebendigen Glaubens.

Begleite uns, Maria, in den freudenreichen und schmerzhaften Erfahrungen  unseres  lebendigen Glaubens und unseres Alltags.

Amen.

Lied: Gegrüßet seist du, Königin… 3.Strophe (Seite 9)

 

Gedanken zu Maria …

MARIA – Frau mit Träumen und Visionen, offen für das Wirken des Geistes, mutig genug, um ungesicherte Wege zu gehen –

Ich entdecke in dir meine Schwester!

MARIA – die das Lied der Befreiung singt, voller Freude, selbstbewusst, solidarisch mit den Schwachen, Hoffnung gebend – Ich entdecke in dir die Prophetin!

Rosenkranz

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde;

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinab gestiegen in das reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Vater Unser ….

Im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.   Amen.

Gegrüßet seist du Maria,

voll der Gnaden, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus,

der in uns den Glauben vermehre.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

 

Gegrüßet seist du Maria,

voll der Gnaden, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus,

der in uns die Hoffnung stärke.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

Gegrüßet seist du Maria,

voll der Gnaden, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus,

der in uns die Liebe entzünde.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

 

Abschluss:

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie im Anfang  so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Vater Unser im Himmel ….

 

Rosenkranzgesätze : 

(zwischen den Gesätzen jeweils:

Ehre sei dem Vater  …. und Vater Unser)

–     Jesus, der unseren Aufbruch segnen möge

  • Jesus, der jeden unserer Wege mitgeht
  • Jesus, der Ursprung und Ziel unseres Lebens ist
  • Jesus, der uns als guter Hirte leitet
  • Jesus, der auch auf Umwegen und Kreuzwegen bei uns bleibt

 

Abschluss:

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie im Anfang  so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Lied : Gegrüßet seist du Königin …..1. Strophe (Seite 9)

Gedanken zu Maria, die mit uns auf dem Weg ist …

Heilige Maria, du hast dem Engel Gabriel, der zu dir eintrat, gesagt: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du gesagt hast!“

Immer standest du im Hintergrund. Du warst eine Frau in der Stille. Du hast weitergegeben, was  du geschenkt bekamst. Wie eine leere Schale hast du dich Gott hingehalten. Du hast dich in Gottes Hand hinein gegeben: bei der Flucht nach Ägypten, bei der Weissagung Simeons, bei der Suche nach dem verlorenen Kind, dessen Antwort du nicht gleich verstanden hast.

Lass mich dir ähnlich werden, gute Mutter unseres Herrn.

Ich will dir nachfolgen!

Das heißt: mich nicht so wichtig machen;

in der zweiten oder letzten Reihe stehen;

mich zurücknehmen;

hin und wieder einen Schritt zurückgehen, um dann, wenn die richtige Zeit gekommen ist, zwei Schritte vorwärts gehen zu können;

nichts erzwingen;

für den Herrn offen sein wie eine Schale.

Mutter Gottes, die du den Urheber des Lebens geboren hast, hilf mir bei meinem Bemühen!

Lass mich immer näher zu dir finden. Lass mich nicht allein. Amen.

Lied : Gegrüßet seist du, Königin … 2. Strophe (Seite 9)

Hinweis:

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